Deutschland

Umfrage: Frauen verzichten wegen Inflation auf Freizeit-Aktivitäten

Deutsche Frauen schränken einer Umfrage zufolge angesichts steigender Preise ihre Freizeitaktivitäten ein.
11.11.2022 09:00
Lesezeit: 2 min

Beim Kauf diverser Güter spüren die Verbraucher einen starken Anstieg der Preise. YouGov wollte im Auftrag der Lowell Gruppe herausfinden, in welchen Bereichen sich die größten Belastungen bemerkbar machen und wie die Deutschen auf die Zukunft blicken. Im Oktober hat YouGov daher 2.000 Bürger repräsentativ befragt. Erstaunlicherweise zeigt sich, dass trotz ständiger Diskussion um die Energiekosten, vor allem die Lebensmittelpreise als hauptsächlicher Preistreiber angesehen werden.

Acht von zehn Befragten sehen die Schuld für den Preisanstieg bei teureren Lebensmitteln

Laut Umfrage findet eine Mehrheit (82 %), dass vor allem die gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Konsumgüter des täglichen Bedarfs die Hauptschuld an der steigenden finanziellen Belastung tragen. Etwa die Hälfte der Befragten (49 %) nennt zudem die höheren Mietnebenkosten (Heizung, Strom) als Grund und etwas mehr als ein Drittel (35 %) blickt beunruhigt auf die Gesundheitskosten.

Grund zur Sorge sollte vor allem machen, dass mehr als die Hälfte der befragten Bürger (53 %) Angst haben, diese notwendigen Lebenshaltungskosten in Zukunft nicht mehr bezahlen zu können. Dazu passt, dass jeder Dritte (33 %) erwartet, sich deswegen verschulden zu müssen.

Bezogen auf einzelne Faktoren des Preisanstiegs nennen 44 % der Befragten die Kosten für Strom und Gas als wesentlichen Preistreiber.

Zukunftspläne werden gerade reihenweise zu den Akten gelegt: Investitionen in ein eigenes Haus, aber auch Hochzeits- und Urlaubspläne werden auf Eis gelegt, um sich in dieser Situation finanziell nicht noch mehr zu belasten. Knapp die Hälfte (49 %), schloss sich diesen Aussagen an.

Junge Generation fürchtet um die Rente

Fast ein Viertel (24 %) der 18-24-Jährigen zeigt besorgt, in dieser Situation nicht mehr genug in ihre Altersvorsorge einzahlen zu können. Allerdings gibt es in der sogenannten Gen-Z auch eine Gruppe von immerhin 16 %, die mit den steigenden Kosten und ihren Ursachen nicht viel anfangen können. Im Gegensatz dazu ist die Generation der über 55-Jährigen deutlich besorgter: drei von vier (77 %) Befragten aus dieser Altersgruppe geben an, hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Perspektive sehr unsicher zu sein.

Männer sorgen sich um Wohnkosten, Frauen verzichten auf Freizeit

Männer kümmern sich offenbar in vielen Fällen, um Ausgaben für die Hausfinanzierung und Wohnnebenkosten und erwarten hier eine wachsende Verschuldung (33 %). Bei den Frauen fällt auf, dass sie offenbar eher bereit sind, bei den Freizeitaktivitäten zu sparen. Doppelt so viele Frauen (18 %) wie Männer geben ihre Freizeitaktivitäten sogar vollständig auf, um den steigenden Ausgaben etwas entgegenzusetzen.

Jens Kellersmann, Pressesprecher der Lowell Gruppe in der DACH-Region, kommentiert die Umfrageergebnisse: „Die steigenden Lebenshaltungskosten führen nicht nur zu mehr Sorgen und Ängsten bei den Menschen. Wenn soziale Kontakte und sportliche Aktivitäten eingeschränkt oder gar gestoppt werden, sehen wir bald vermutlich auch negative Folgen für die psychische Belastbarkeit und Gesundheit der Menschen.“ Umso wichtiger sei es, die Finanz- und Haushaltsplanung sorgfältig in die eigenen Hände zu nehmen. In jedem Fall sei es aber hilfreich, über die Sorgen und Nöte zu sprechen. „Wer Rat bei Schuldnerberatern sucht und mit Familie und Freunden spricht, entdeckt vielleicht neue Optionen, um mit der steigenden Belastung besser zurechtzukommen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Zufall mit System: Die entscheidende Rolle von RNGs im Gaming

Viel mehr als Würfel-Glück: Erfahre, wie Zufallsgeneratoren von Slot-Klassikern bis hin zu KI-Welten für Fairness, Immersion und echten...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen ChatGPT geht an die Börse
09.06.2026

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI steuert auf die Börse zu. Zugleich macht das Unternehmen aber deutlich, dass es sich für diesen Schritt...

DWN
Politik
Politik Analyse: Nein, es gibt keine Aussicht auf Frieden in der Ukraine
09.06.2026

Weder militärisch noch diplomatisch gibt es eine Aussicht auf einen Waffenstillstand, geschweige denn auf Frieden im Krieg zwischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Außenhandel gewinnt trotz Iran-Unsicherheit an Fahrt
09.06.2026

Chinas Exporte legen erneut kräftig zu. Der Außenhandel bleibt eine zentrale Stütze der Wirtschaft – und verschärft zugleich...

DWN
Politik
Politik EU plant Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer
09.06.2026

Ursula von der Leyen will mit neuen Sanktionen den Druck auf Russland weiter erhöhen. Diesmal rücken auch Soldaten in den Fokus – und...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX & Co: Warum sie trotz Kurswachstum nicht jetzt einsteigen sollten
09.06.2026

Das Ende einer neunwöchigen Aufwärtsbewegung der Indizes und die schlechteste Woche für Bitcoin seit 2022.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chefs, Stress und Traurigkeit: Wie unglücklich wir bei der Arbeit sind – und welche Lösungen es gibt
09.06.2026

Viele Beschäftigte sind der Meinung, jederzeit einen neuen Job finden zu können. Trotzdem wechseln nur wenige ihren Arbeitgeber, obwohl...

DWN
Politik
Politik Irland gerät wegen Russland-Exporten unter Druck
09.06.2026

Ein irisches Werk liefert offenbar Aluminiumoxid an einen russischen Konzern, dessen Produkte laut Recherchen in der Rüstungsindustrie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entlassungswelle: Kurz und schmerzhaft – wie Kündigungen in Deutschland ablaufen
09.06.2026

Kündigungen in Deutschland nehmen stark zu und viele Arbeitnehmer trifft eine Entlassung überraschend, schnell und oft ohne Abfindung....