Deutschland

DIW: Deutsche Wirtschaft kann befürchteten Absturz wohl vermeiden

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gibt Entwarnung. Die Konjunkturlage für die deutsche Wirtschaft hat sich im November etwas aufgehellt. Eine schwere Rezession könnte damit noch abgewendet werden.
30.11.2022 11:05
Aktualisiert: 30.11.2022 11:05
Lesezeit: 1 min
DIW: Deutsche Wirtschaft kann befürchteten Absturz wohl vermeiden
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) um Präsident Marcel Fratzscher sieht eine Verbesserung der Konjunkturlage der Deutschen Wirtschaft. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland haben sich dem Berliner Forschungsinstitut DIW zufolge vor dem Winter leicht aufgehellt. Das am Mittwoch veröffentlichte Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist im November gestiegen. Mit 82,5 Punkten legte es im Vergleich zum Tiefstand im Oktober um gut acht Zähler zu.

DIW: Wirtschaftliche Aussichten leicht verbessert

Die Wahrscheinlichkeit, dass im Winter eine Gasmangellage eintreten wird, habe sich in den vergangenen Wochen verringert. Zudem trügen die Entlastungspakete der Bundesregierung dazu bei, die Folgen der Krise abzufedern.

„Die deutsche Wirtschaft zeigt sich insgesamt widerstandsfähiger als gedacht und kann den von vielen befürchteten Absturz wohl vermeiden“, so DIW-Konjunkturexperte Guido Baldi. „Allerdings gibt es leider wenig Hoffnung auf eine rasche und kräftige Erholung von der gegenwärtig schwierigen Situation.“

Die exportorientierte Wirtschaft werde in den kommenden Monaten zunehmend auch die Abschwächung der Weltkonjunktur zu spüren bekommen. Die leichte Erholung des DIW-Barometers sollte nicht vorschnell als Ende der Talsohle interpretiert werden. Es verharre deutlich unterhalb der neutralen 100-Punkte-Marke.

Wirtschaftsforscher sehen weiterhin schwierige Situation

Weiterhin gehe vom Ukraine-Krieg ein hohes Eskalationspotenzial aus. Die gegenwärtige Coronawelle in China könne die Probleme bei internationalen Lieferketten wieder verschärfen. Ohnehin stünden viele Industrieunternehmen in Deutschland angesichts der bisherigen Verzögerungen bei globalen Wertschöpfungsketten sowie der Energiekrise und der enormen Inflation unter Dauerstress.

Der Eingang neuer Aufträge sei rückläufig und eine Erholung zeichne sich nicht ab. Nach der Abarbeitung des momentan noch hohen Auftragsbestands drohe eine Flaute. Der Dienstleistungssektor werde bislang noch durch den robusten Konsum der privaten Haushalte gestützt, auch wenn sich der inflationsbedingte Kaufkraftverlust immer stärker bemerkbar mache. Für viele Haushalte sei die finanzielle Lage schwierig, so das DIW. Hinzu komme, dass die während der Pandemie teilweise aufgebauten Ersparnisse allmählich aufgebraucht seien.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Marktbericht: Anthropic-Börsenantrag beflügelt KI-Werte vor anstehenden Tech-Zahlen
26.10.2026

Erfahren Sie, wie eine überraschende Ankündigung die Märkte wieder belebt und welche wegweisenden Ereignisse Anlegern jetzt bevorstehen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Start-ups sammeln 4,5 Milliarden Euro ein – doch das Geld konzentriert sich auf wenige
26.10.2026

Deutsche Start-ups haben im dritten Quartal 2026 so viel Wagniskapital erhalten wie seit Ende 2021 nicht mehr. Doch sechs...

DWN
Politik
Politik Russland soll US-Gasprojekt heimlich geführt und finanziert haben
26.10.2026

Der ehemalige Geschäftsführer eines riesigen amerikanischen Gasexportprojekts im Wert von 25 Milliarden Dollar hat dem russischen...

DWN
Politik
Politik Streit um Starlink: Elon Musk erhebt Vorwürfe gegen die Ukraine
26.10.2026

Elon Musk wirft der Ukraine vor, Starlink für unerlaubte Drohnenangriffe eingesetzt zu haben. Ein entsprechendes Schlupfloch sei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lkw-Maut bereits fast ein Fünftel höher: Wo es teurer wird und was 2027 kommt
26.10.2026

Lkw-Maut wird in Europa immer teurer und komplizierter. Neben gefahrenen Kilometern entscheiden zunehmend CO₂-Ausstoß, Fahrzeugklasse...

DWN
Finanzen
Finanzen 10 Europa-Aktien, denen Analysten besonders großes Wachstum zutrauen
26.10.2026

Ich habe mir erneut die Empfehlungen der Analysten angesehen, um Aktien mit dem größten Aufwärtspotenzial zu finden. Diesmal habe ich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel Frontera Electric im Test: Viel Komfort, aber kaum Ausdauer
26.10.2026

Viel Platz, hoher Komfort und ein vergleichsweise günstiger Preis: Der Opel Frontera Electric könnte das perfekte Elektro-SUV für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklima steigt: Deutsche Wirtschaft trotzt hohen Energiepreisen
26.10.2026

Deutschlands Unternehmen blicken zuversichtlicher nach vorn: Das Ifo-Geschäftsklima steigt erneut und übertrifft die Erwartungen der...