Wirtschaft

Gaspreise in Europa ziehen deutlich an

Die Gaspreise in Europa sind drei Tage in Folge gestiegen und notieren nun wieder auf dem höchsten Stand seit Oktober. Der Kälteeinbruch offenbart den Engpass.
Autor
08.12.2022 11:05
Aktualisiert: 08.12.2022 11:05
Lesezeit: 2 min

Die europäischen Erdgaspreise sind den dritten Tag in Folge sprunghaft angestiegen, da in der nördlichen Hälfte des Kontinents ungewöhnlich kalten Wetters Einzug gehalten hat. Die Benchmark-Futures notierten am Mittwoch auf dem höchsten Stand seit Mitte Oktober.

Überall von Großbritannien bis zum Baltikum werden die Temperaturen in den kommenden Tagen unter den Gefrierpunkt sinken, und Prognosen zeigen kaum Anzeichen dafür, dass sich die Lage entspannen wird.

Dies ist die erste echte Bewährungsprobe der Saison für das überlastete europäische Strom- und Gasnetz, da die Windenergie einbricht und die Atomkraftwerke in Schweden und Frankreich durch Ausfälle beeinträchtigt sind.

"Alles dreht sich um den Kälteeinbruch, der die Heizungsnachfrage in die Höhe treibt, und den klaren blauen Himmel, der auf eine geringere Windaktivität und eine größere Abhängigkeit von Gas hindeutet", zitiert Bloomberg Ole Hansen, den Chef der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank.

Zwar importiert Europa Rekordmengen an verflüssigtem Erdgas. Doch nach Angaben von Gas Infrastructure Europe sind die Füllstände der Gasspeicher von fast 96 Prozent Mitte November auf etwa 90 Prozent gesunken. Der Kälteeinbruch ging mit zusätzlichen Ausfällen von Anlagen in Norwegen einher.

Händler beobachten auch die Aktivitäten in China, wo die Corona-Beschränkungen gelockert werden, welche die Energienachfrage gedämpft haben. Eine höhere Nachfrage aus China könnte den internationalen Wettbewerb um LNG verstärken.

"Deutschland hat jetzt einen der höchsten Preise für LNG, und das hat dazu beigetragen, Ladungen anzuziehen", sagte Peter Heydecker, Geschäftsführer des Handels beim deutschen Energieunternehmen EnBW. "Wir haben jetzt einen großen Bedarf, aber wir stehen im globalen Wettbewerb. Wir sehen immer noch genügend LNG, aber das kann sich schnell ändern, und wir müssen die Nachfrage aus Asien im Auge behalten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Verteidigungstechnik: Deutsches Drohnenunternehmen steigt bei HEVI Optronics ein
12.03.2026

Ein deutsches Drohnenunternehmen steigt beim estnischen Sensorhersteller HEVI Optronics ein und übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung....

DWN
Politik
Politik Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf
12.03.2026

US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit dem Iran militärisch im Vorteil und fordert Ölfirmen auf, die Straße von Hormus...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie in der Krise: Warum 2026 wieder besser werden könnte
12.03.2026

Die Gewinne brechen ein, die Unsicherheit wächst – doch die deutsche Autoindustrie setzt auf eine Wende. Warum Experten ausgerechnet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zalando: Schließung in Erfurt überschattet starkes Wachstum
12.03.2026

Zalando meldet starkes Wachstum, steigende Umsätze und Fortschritte bei KI. Doch die Schließung des großen Logistikstandorts in Erfurt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo: Ölreserven halten nur drei Monate
12.03.2026

Die strategischen Ölreserven der Welt könnten schneller aufgebraucht sein als gedacht. Ifo-Chef Clemens Fuest warnt vor Knappheit,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fünf Warnsignale für Unternehmen: Woran lässt sich schwaches Management erkennen?
12.03.2026

Viele Unternehmen wirken nach außen stabil, obwohl sich intern bereits Schwächen in Strategie, Entscheidungsprozessen und Organisation...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Logistikverbände schlagen Alarm: Hohe Spritpreise sind nicht zu verkraften - staatliche Entlastung ist notwendig
12.03.2026

Deutsche Logistikverbände ⁠schlagen wegen der kriegsbedingt gestiegenen Kraftstoffpreise Alarm. In einem Appell fordern sie von der...

DWN
Panorama
Panorama Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wie zuverlässig sind KI-Diagnosen wirklich?
12.03.2026

Künstliche Intelligenz gewinnt auch im Gesundheitsbereich zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen wenden sich bei Beschwerden...