Unternehmen

Airbus und Boeing verkaufen Flugzeuge wie zuletzt 2018

Die Flugzeughersteller Airbus und Boeing melden die stärksten Umsätze seit vielen Jahren. Die starke Nachfrage spiegelt sich auch an der Börse wieder.
Autor
11.01.2023 10:03
Aktualisiert: 11.01.2023 10:03
Lesezeit: 2 min

Die beiden weltgrößten Flugzeughersteller Airbus und Boeing zusammen haben im vergangenen Jahr netto 1.628 Neubestellungen verbucht – so viele wie zuletzt im Jahr 2018.

Boeing schloss im Dezember besonders stark ab, was darauf hindeutet, dass die Erholung des Unternehmens zuletzt sogar an Schwung gewonnen hat. Das Unternehmen verzeichnete die höchsten monatlichen Auslieferungen seit vier Jahren und den größten Bruttoauftragseingang seit fünf Jahren.

Trendwende bei Boing und Airbus gibt Aktien Auftrieb

Die jüngste Trendwende bei Boeing hat den Aktien des Unternehmens Auftrieb gegeben, die seit Ende September um mehr als 70 Prozent gestiegen sind – so viel wie kein anderer Unternehmen im US-Aktienindex Dow Jones Industrial Average.

Die Aktien von Airbus sind im gleichen Zeitraum „nur“ um etwa 30 Prozent gestiegen, obwohl das Unternehmen im Jahr 2022 sogar noch mehr Flugzeuge verkauft, produziert und ausgeliefert hat als Boeing.

Trotz des starken Dezembers blieb Boeing mit 480 Auslieferungen im Gesamtjahr deutlich hinter seinem europäischen Konkurrenten zurück. Denn Airbus lieferte 661 Flugzeuge aus, lag damit allerdings deutlich unter seinem früheren Ziel von 700 Flugzeugen.

Das Unternehmen mit Sitz in Toulouse ist somit bereits das vierte Jahr in Folge der weltgrößte Flugzeughersteller. Zudem erhielt Airbus das Nettobestellungen für 820 Flugzeuge gegenüber nur 808 bei Boeing.

Lieferketten bleiben weiter angespannt

Im Hinblick auf die anhaltenden Probleme in den Lieferketten sagte Guillaume Faury, Chief Executive Officer von Airbus, am Dienstag gegenüber Reportern: „Wir sind durch die Beschaffung begrenzt.“

„Der Gegenwind durch die Komplexität der Lieferkette bleibt bis 2023 bestehen. Und es wird eine Herausforderung sein und bleiben, in diesem Umfeld die Produktion hochzufahren“, zitiert ihn Bloomberg.

Störungen in der Lieferkette veranlassten Airbus Anfang im Dezember, sein Ziel von 700 Auslieferungen aufzugeben. Im Juli hatte der Flugzeughersteller bereits sein ursprüngliches Ziel von 720 Übergaben für 2022 gekürzt.

Boeing teilte am Dienstag mit, dass das Unternehmen im Dezember 69 Flugzeuge ausgeliefert hat, darunter 54 aus der sehr profitablen 737-Familie. Zudem konnte es 250 Bruttoaufträge verbuchen.

Damit konnte Boeing im Gesamtjahr 387 Auslieferungen der 737-Schmalrumpfflugzeugfamilie verbuchen, ein Dutzend mehr als von der Unternehmensleitung prognostiziert.

Beide Hersteller hatten mit dem Abklingen der Pandemie Schwierigkeiten, ihre Verkaufsverpflichtungen zu erfüllen, da es ihnen an Komponenten und qualifizierten Arbeitskräften mangelte.

Erholung der Luftfahrtbranche stärkt Nachfrage

Boeing konnte im vergangenen Monat immerhin zehn seiner 787-Dreamliner ausliefern, während das Unternehmen die Arbeit in seinen Fabriken in South Carolina verlangsamt, um die verspätet eintreffenden Lieferungen von Spirit AeroSystems zu bewältigen.

Die Auslieferungen im Dezember stützen Boeings Prognose von 2,5 Milliarden Dollar an freiem Cashflow im vierten Quartal, schrieb Sheila Kahyaoglu von Jefferies in einer Notiz vom 9. Januar. Sie geht davon aus, dass der Cashflow von Boeing in diesem Jahr auf 3,8 Milliarden Dollar ansteigen wird und dass der Flugzeughersteller seine Flugzeugauslieferungen gegenüber 2022 um 17 Prozent steigern wird.

Boeing wird seine Ergebnisse für das vierte Quartal am 25. Januar bekannt geben, während Airbus am 16. Februar einen Bericht vorlegen wird.

„Während sich die Luftfahrtindustrie weiter erholt, sehen wir eine starke Nachfrage in unserer gesamten Produktfamilie“, sagte Stan Deal, Leiter des Bereichs Verkehrsflugzeuge bei Boeing. „Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, die Stabilität unseres Betriebs und der Lieferkette zu fördern, um unseren Kunden im Jahr 2023 und darüber hinaus etwas zu bieten.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen – und dreht dann ins Plus: Die Gründe für die Achterbahnfahrt
26.08.2026

Nvidia hat die hohen Erwartungen der Wall Street erneut übertroffen. Dennoch geriet die Nvidia-Aktie nachbörslich unter Druck. Steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen Salesforce-Aktie steigt: KI treibt Wachstum, Salesforce-Zahlen überzeugen die Investoren
26.08.2026

Künstliche Intelligenz entwickelt sich für Salesforce zunehmend zum Wachstumsmotor. Nach einem starken Quartal hebt der Softwarekonzern...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Konjunkturdaten versetzen Anleger wegen Zinserhöhung bis Jahresende in Alarmbereitschaft
26.08.2026

Zinsängste belasten die Märkte – doch spannende Entwicklungen bei Tech-Giganten und Einzelwerten sorgen für Überraschungen.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose 2027: Bärenmarkt beendet oder ist der Absturz nur vertagt?
26.08.2026

Der Bitcoin-Kurs ist nach monatelanger Schwäche nach oben geschossen und hat eine der wichtigsten technischen Marken durchbrochen. Vieles...

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonomen halten KI-Crash für wahrscheinlich: Wo Anleger am Markt Schutz suchen können
26.08.2026

Es wird immer schwieriger, ein Portfolio gegen KI zu diversifizieren, sagen Experten. Sie erklären, wie man sich am besten gegen...

DWN
Politik
Politik „Europa ist schwach“: Patrick Collison und Mario Draghi schließen sich mit neuem Think Tank zusammen – Polen ist nicht dabei
26.08.2026

Stripe-Mitgründer Patrick Collison und der frühere EZB-Präsident Mario Draghi wollen Europas wirtschaftliche Schwäche bekämpfen. Mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exklusiv-Interview zu Freyja: Fire-Point-Chefin erklärt die Patriot-Alternative aus der Ukraine
26.08.2026

Nach dem ersten DWN-Bericht über Freyja spricht Fire-Point-Chefin Iryna Terekh nun exklusiv über das ukrainische Rüstungsprojekt. Mit...

DWN
Politik
Politik Sozialhilfe-Ausgaben explodieren: Pflegekosten wachsen stärker als Grundsicherung
26.08.2026

Die Ausgaben für Sozialhilfe sind 2025 in Deutschland um 6,1 Prozent gestiegen. Besonders stark legten die Kosten für die Hilfe zur...