Wirtschaft

Weltbank: Schäden durch Erdbeben in der Türkei liegen in Milliardenhöhe

Laut Weltbank gehen die Schäden des Erdbebens in der Türkei in die Milliarden. Die türkische Wirtschaft wurde durch die Naturkatastrophe schwer getroffen. Auch die Situation in Syrien sei „wirklich katastrophal“.
27.02.2023 16:17
Aktualisiert: 27.02.2023 16:17
Lesezeit: 2 min

Die schweren Erdbeben in der Türkei haben nach Schätzungen der Weltbank direkte Sachschäden in Höhe von mehr als 34 Milliarden Dollar (rund 32,5 Mrd. Euro) verursacht. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung könnten sogar doppelt so hoch sein, wie die Weltbank am Montag prognostizierte.

Folgen des Erdbeben belasten die Türkei

Das ursprünglich erwartete Wachstum des türkischen Bruttoinlandsprodukts von 3,5 bis 4,0 Prozent in diesem Jahr werde um mindestens einen halben Punkt geringer ausfallen, sagte der für das Land zuständige Weltbankdirektor Humberto Lopez zu Journalisten. Die Weltbank hat der Türkei Soforthilfe in Höhe von 780 Millionen Dollar aus zwei bestehenden Projekten sowie eine Milliarde Dollar zusätzlich bereitgestellt.

Das Land wird nach der schweren Naturkatastrophe Anfang Februar immer wieder von Nachbeben erschüttert, so auch zu Wochenbeginn wieder. Dabei wurde im Südosten der Türkei ein Mensch getötet, während weitere 110 Verletzte gezählt wurden, wie die Behörden mitteilten. 29 Gebäude sollen eingestürzt sein. In den Trümmern wurde nach Überlebenden gesucht.

Weltbank: Situation in Syrien ist „katastrophal“

Das jüngste Nachbeben mit einer Stärke von 5,6 ereignete sich drei Wochen nach einem schweren Beben der Stärke 7,8, bei dem mehr als 50.000 Menschen in der Türkei und in Syrien ums Leben kamen. Die Weltbank will am Dienstag eine eigene Schadensschätzung für Syrien veröffentlichen. Die Situation in Syrien sei „wirklich katastrophal“, sagte Anna Bjerde, Vizepräsidentin der Weltbankgruppe für Europa und Zentralasien.

Die Erdbeben könnten die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Türkei beeinflussen, die bis Juni stattfinden sollen und die angesichts knapper Umfragewerte die größte politische Herausforderung für Präsident Recep Tayyip Erdogan in seiner zwei Jahrzehnte dauernden Herrschaft darstellen. Auf einer Pressekonferenz am Montag in Adiyaman, einer der am stärksten von der Bebenkatastrophe betroffenen Provinzen, räumte Erdogan Mängel seiner Regierung bei der Reaktion auf die Katastrophe ein.

„In den ersten Tagen konnten wir die Arbeit in Adiyaman nicht so effizient durchführen, wie wir wollten, unter anderem wegen der zerstörerischen Wirkung der Erdstöße, des widrigen Wetters und der Herausforderungen durch die beschädigte Infrastruktur“, warb Erdogan um Verständnis der Einwohner von Adiyaman.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Das Thema Datenschutz ist als Verkaufsargument erneut in den Fokus gerückt

Nicht nur im Bankwesen oder in den sozialen Medien spielt der Datenschutz bei alltäglichen Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle. Auch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Wenn Heilung stört: Wie Coldplasmatech einen Milliardenmarkt herausfordert
10.04.2026

Das Medizinprodukt von Coldplasmatech revolutioniert die Heilung von chronischen Wunden. Für Millionen Patienten bedeutet es Erlösung von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nahost-Konflikt treibt Ölpreis weiter an: Nordseeöl erreicht Rekordniveau
10.04.2026

Die Eskalation in der Straße von Hormus verschärft die Lage auf den Energiemärkten und setzt Preise sowie Lieferketten weltweit unter...

DWN
Politik
Politik Schlappe für das Innenministerium: Grenzkontrollen an bayerischer Grenze rechtswidrig
10.04.2026

Jahrelange Routine, nun rechtlich erschüttert: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die seit 2015 praktizierten Kontrollen an der...

DWN
Politik
Politik Wettrüsten im Cyberspace: Wenn KI zur Gefahr für die Infrastruktur wird
10.04.2026

Ein neues KI-Modell des US-Entwicklers Anthropic sorgt für Alarmstimmung beim BSI. Das Werkzeug „Claude Mythos“ spürt verborgene...

DWN
Politik
Politik Koalitions-Zoff: Wachsender Druck auf Kanzler Merz wegen ausbleibender Entlastungen
10.04.2026

Angesichts explodierender Energiepreise wächst der Unmut über die abwartende Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Während die...

DWN
Politik
Politik Teheran droht mit Boykott: Libanon-Konflikt belastet Friedensgespräche
10.04.2026

Die diplomatischen Bemühungen um eine dauerhafte Belegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stehen vor einer Zerreißprobe....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa-Streik: Flugbegleiter legen Flugbetrieb lahm – Tausende Passagiere gestrandet
10.04.2026

Ein massiver Streik des Kabinenpersonals hat bei der Lufthansa zu weitreichenden Flugausfällen geführt. Tausende Urlauber und...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 15: Die wichtigsten Analysen der Woche
10.04.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 15 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...