Deutschland

RWE-Chef: „Energiekrise ist noch nicht vorbei“

RWE-Chef Markus Krebber warnt, dass die Energiekrise noch nicht ausgestanden ist. Europa müsse nun die Zeit bis zum nächsten Winter nutzen, um die Energiesicherheit zu gewährleisten.
28.04.2023 10:54
Aktualisiert: 28.04.2023 10:54
Lesezeit: 1 min
RWE-Chef: „Energiekrise ist noch nicht vorbei“
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen, l-r), Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG, und Sven Utermöhlen, CEO der RWE Offshore Wind, bei einem Interview nach der Inbetriebnahme des RWE-Offshore-Windparks Kaskasi vor Helgoland. (Foto: dpa) Foto: Christian Charisius

RWE-Chef Markus Krebber hat weitere Anstrengungen gegen die Gefahren einer Energiekrise gefordert. „Europa ist gut durch den Winter gekommen“, sagte der Manager in seinem am Freitag veröffentlichten Redetext für die Hauptversammlung am 4. Mai.

RWE-Chef sieht weiterhin angespannte Lage

Es habe geholfen, dass der Winter recht mild gewesen sei. „Die Krise ist jedoch noch nicht ausgestanden.“ Die notwendigen Investitionen in die Energieinfrastruktur müssten mit unverändertem Nachdruck vorangetrieben werden. „Dazu gehört auch der kurzfristige Auf- und Ausbau von weiteren Kapazitäten zum Gasimport.“ Europa brauche hier Reserven.

Deutschland war wegen seines hohen Gasbezugs aus Russland von dem Lieferstopp im vergangenen Jahr besonders stark betroffen. Dank des günstigen Wetters, Einsparungen von Haushalten und Industrie, gut gefüllter Gasspeicher und dem Aufbau schwimmender Flüssiggas-Importe konnte die Lage entschärft werden.

RWE will wasserstofffähige Gaskraftwerke bauen

RWE hatte sich daran beteiligt. RWE wolle nicht dauerhaft LNG-Infrastruktur betreiben, betonte Krebber. „Wir tun dies im Auftrag der Bundesregierung und werden die schwimmenden LNG-Terminals absehbar an die entsprechenden staatlichen Gesellschaften übergeben.“ Auch wolle der Versorger seine Kohlekraftwerke aus der Sicherheitsreserve nicht länger als nötig betreiben.

Der Konzern stehe für den Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke in den Startlöchern, erklärte Krebber. Bis zum Ende des Jahrzehnts wolle RWE hier rund drei Gigawatt Kapazität errichten, insbesondere an Standorten seiner Kohlekraftwerke.

Es müsse jedoch zunächst Klarheit über ein künftiges Wasserstoffnetz sowie über den Vergütungsrahmen geben. Die Bundesregierung habe baldige Entscheidungen angekündigt. „Das ist gut, aber auch notwendig.“ Die Genehmigung und der Bau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken werde einige Jahre dauern. „Daher drängt die Zeit.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Verteidigungstechnik: Deutsches Drohnenunternehmen steigt bei HEVI Optronics ein
12.03.2026

Ein deutsches Drohnenunternehmen steigt beim estnischen Sensorhersteller HEVI Optronics ein und übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung....

DWN
Politik
Politik Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf
12.03.2026

US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit dem Iran militärisch im Vorteil und fordert Ölfirmen auf, die Straße von Hormus...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie in der Krise: Warum 2026 wieder besser werden könnte
12.03.2026

Die Gewinne brechen ein, die Unsicherheit wächst – doch die deutsche Autoindustrie setzt auf eine Wende. Warum Experten ausgerechnet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zalando: Schließung in Erfurt überschattet starkes Wachstum
12.03.2026

Zalando meldet starkes Wachstum, steigende Umsätze und Fortschritte bei KI. Doch die Schließung des großen Logistikstandorts in Erfurt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo: Ölreserven halten nur drei Monate
12.03.2026

Die strategischen Ölreserven der Welt könnten schneller aufgebraucht sein als gedacht. Ifo-Chef Clemens Fuest warnt vor Knappheit,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fünf Warnsignale für Unternehmen: Woran lässt sich schwaches Management erkennen?
12.03.2026

Viele Unternehmen wirken nach außen stabil, obwohl sich intern bereits Schwächen in Strategie, Entscheidungsprozessen und Organisation...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Logistikverbände schlagen Alarm: Hohe Spritpreise sind nicht zu verkraften - staatliche Entlastung ist notwendig
12.03.2026

Deutsche Logistikverbände ⁠schlagen wegen der kriegsbedingt gestiegenen Kraftstoffpreise Alarm. In einem Appell fordern sie von der...

DWN
Panorama
Panorama Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wie zuverlässig sind KI-Diagnosen wirklich?
12.03.2026

Künstliche Intelligenz gewinnt auch im Gesundheitsbereich zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen wenden sich bei Beschwerden...