Unternehmen

DIHK: Arbeitsmarkt für Absolventen der Höheren Berufsbildung „komplett leergefegt“

Der Fachkräftemangel in Deutschland verschärft sich laut Deutscher Industrie- und Handelskammer (DIHK). Absolventen der Höheren Berufsbildung seien für Unternehmen kaum noch zu bekommen.
01.06.2023 10:27
Aktualisiert: 01.06.2023 10:27
Lesezeit: 1 min
DIHK: Arbeitsmarkt für Absolventen der Höheren Berufsbildung „komplett leergefegt“
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, r) und Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), nehmen nach dem Münchener Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft an einer Pressekonferenz teil. (Foto: dpa)

Meister, Fachwirt oder andere Abschlüsse der auf praktischer Erfahrung aufbauenden Qualifikation der Höheren Berufsbildung zahlen sich einer Umfrage zufolge aus – sowohl für die Beschäftigten als auch die Betriebe.

Höhere Berufsausbildung zahlt sich aus

Rund 60 Prozent von ihnen verdienen nach der IHK-Fortbildungsprüfung mehr Geld als vorher, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter 20.000 Absolventinnen und Absolventen hervorgeht. 57 Prozent haben nach der Weiterbildung einen größeren Verantwortungsbereich im Job.

Auch für die Betriebe bringe dieser Qualifizierungspfad viele Vorteile, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks bei der Vorstellung der Studie in Berlin. „Sie können aus der eigenen Belegschaft auf Top-Niveau weitergebildete Fach- und Führungskräfte entwickeln, die mehr Verantwortung übernehmen können und wollen“, sagte Dercks. Die Höhere Berufsbildung sei deshalb „eine Art Geheimtipp“ sowohl für karrierebewusste Mitarbeiter als auch für unternehmerische Strategien gegen den Fachkräftemangel.

Markt für Jobs mit höherer Berufsbildung „leergefegt“

Inzwischen verfügten mehr als 2,5 Millionen Erwerbstätige in Deutschland über einen Abschluss der Höheren Berufsbildung. Allein im IHK-Bereich würden jährlich rund 60.000 Prüfungen abgenommen. „Es können gerne noch mal mehr werden“, sagte Dercks.

„Ob Industriemeister Metall, Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung oder Betriebswirt – Absolventen der Höheren Berufsbildung werden von den Unternehmen händeringend gesucht.“ Mit einer Arbeitslosenquote von nur 1,2 Prozent sei der Arbeitsmarkt in dieser Gruppe „komplett leergefegt“.

Die Zufriedenheit mit einem Abschluss der Höheren Berufsbildung ist der Studie zufolge sehr hoch: Rund 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen würden sich erneut für den gleichen Fortbildungsabschluss entscheiden. Mehr als die Hälfte plant demnach weitere Qualifizierungen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 14: Die wichtigsten Analysen der Woche
02.04.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 14 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland stoppt Benzinexporte: Angriffe auf Raffinerien führen zu Exportstopp
02.04.2026

Drohnenangriffe treffen Energiesektor: Das russische Gastankschiff "Arctic Mategaz" war Anfang März vor der Küste Libyens nach...

DWN
Politik
Politik Orbán oder von der Leyen: Wahlen in Ungarn werden Europa verändern - steht die EU vor einem Machtverlust?
02.04.2026

Die Parlamentswahl am 12. April in Ungarn rückt nicht nur die Zukunft von Viktor Orbáns politischem System sondern auch die Zukunft der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kfz-Steuer-Prämie aufs Konto geplant: Bundesregierung prüft Entlastung für Autofahrer
02.04.2026

Die Bundesregierung prüft neue Wege, um Bürger angesichts hoher Kraftstoffpreise schneller finanziell zu entlasten, und setzt dabei auf...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa vor neuer Belastungsprobe: Energiepreise steigen weiter
02.04.2026

Die globale Energiekrise verschärft sich durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und setzt die Energiemärkte zunehmend unter Druck....

DWN
Finanzen
Finanzen Neuer Ukraine-Kredit: EU-Kommission treibt Vorbereitungen voran - trotz ungarischen Vetos
02.04.2026

Die EU will der Ukraine bis Ende des Jahres insgesamt 45 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Doch es gibt weiter ein Hindernis.

DWN
Politik
Politik Teilkrankschreibung im Job: Krankengeld soll in vier Stufen ausgezahlt werden
02.04.2026

Wenn Beschäftigte erkrankt sind und eine ärztliche Bescheinigung bekommen, fallen sie im Prinzip komplett aus. Über flexiblere Regeln...

DWN
Politik
Politik Milliardenloch bei den Krankenkassen – Bürgergeldempfänger belasten das System schwer
02.04.2026

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger schlägt Alarm. Unser Gesundheitssystem gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Mit Blick auf ein...