Politik
Anzeige

Ungeimpfte als Sündenböcke der Pandemie

Drei Jahre lang lebten wir in der Pandemie. Oder eher mit der Pandemie? Die Erinnerungen an einzelne Maßnahmen verblassen langsam, doch hat die Corona-Pandemie zu einer tiefen Spaltung in unserer Gesellschaft beigetragen, deren Folgen heute noch nicht einmal annähernd absehbar sind.
22.08.2023 07:50
Lesezeit: 2 min

Impfnachweis, Genesenennachweis, Kita- und Schulschließungen, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, Quarantäne und überall dieses Plexiglas. Und überhaupt der Lockdown – erstmal nur für zwei Wochen, so hieß es, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Wer erinnert sich noch an diese Aussage? Eine von vielen Maßnahmen die von der Öffentlichkeit, hier vor allem Politik und führende Medien, zunächst als Verschwörungstheorie abgetan wurde – bevor sie Realität wurde. Schließlich hatte das Gesundheitsministerium noch explizit davor gewarnt, dass Meldungen, es käme zu einem Lockdown, falsch seien.

Plötzlich – von einem Tag auf den anderen – war die Pandemie abgesagt und die Masken wurden abgelegt. Was jetzt? Schwamm drüber? Das scheint der Wunsch von vielen zu sein, die unter den Auswirkungen der Pandemie nicht so sehr gelitten haben dürften. Mit einem Wegwischen lassen wir jedoch alle im Stich, die während der Pandemie gelitten haben. Jene, die ihre berufliche Existenz verloren haben, etwa Mutige, die sich gerade in die Selbstständigkeit aufgemacht, jedoch dabei ein schlechtes Timing hatten.

Oder, viel schlimmer, Menschen, die sich aufgrund der Pandemie nicht von einem geliebten Menschen verabschieden konnten. Familien, die sich monatelang nicht mehr sehen konnten, weil die Grenzen dicht gemacht wurden und die Personen in verschiedenen Ländern wohnen.

Opfer der Maßnahmen

Nicht zu vergessen, mit die größten Leidtragenden der damaligen Zustände: Kinder und Jugendliche. Die Kita- und Schulschließungen haben bewiesenermaßen zu schwerwiegenden psychischen Folgen bei den Kindern geführt.

Langsam und – so wirkt es – nicht besonders freiwillig fängt die Corona-Aufarbeitung an. Es wird überlegt, was man bei der nächsten Pandemie besser machen kann. Zumindest wird darüber diskutiert, welche Schäden die Maßnahmen in Kauf genommen haben.

Außer bei einer Gruppe: jener der Ungeimpften. Sie haben noch immer den Stempel des störrischen, unsolidarischen Rebellen intus, der aus Egoismus lieber die Alten und Kranken in unserem Land gefährdet. Doch das ist grundfalsch. Und jetzt könnte die Rache auf dem Fuße folgen.


DWN
Finanzen
Finanzen Evotec-Aktie: Pharmaunternehmen Evotec reduziert Nettoverlust deutlich
08.04.2026

Nach schwierigen Jahren sendet Evotec positive Signale: Die aktuellen Evotec-Zahlen zeigen eine klare Verbesserung. Dennoch bleibt die Lage...

DWN
Politik
Politik Iran-Einigung: Trump setzt auf wirtschaftlichen Aufschwung
08.04.2026

Mit der Iran-Einigung könnte sich die Lage im Nahen Osten grundlegend verändern. Trump kündigt wirtschaftliche Gewinne und neue...

DWN
Politik
Politik Hoffnung im Iran-Krieg: USA und Iran einigen sich auf Waffenruhe
08.04.2026

Kurz vor Ablauf eines Ultimatums einigen sich USA und Iran auf eine Waffenruhe. Die Lage im Iran-Krieg entspannt sich scheinbar, doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic unter Druck: Neobanken holen bei Zinsen auf
08.04.2026

Trade Republic verliert seinen Vorsprung im Zinskampf, die Konkurrenz zieht nach. Digitale Banken greifen massiv an und verändern den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: EU lässt Steuerspielräume ungenutzt
08.04.2026

Die EU reagiert auf steigende Energiepreise mit Appellen zum Energiesparen statt mit Eingriffen bei Steuern und Abgaben. Kann dieser Ansatz...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Uneinheitlicher Handel an der Wall Street, während die Frist für Trumps Iran-Ultimatum abläuft
07.04.2026

Geopolitische Spannungen und überraschende Unternehmensmeldungen halten die Märkte in Atem – erfahren Sie, was die Kurse heute bewegt...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus weiterhin blockiert: Europa zwischen Druck und Diplomatie
07.04.2026

Die Blockade der Straße von Hormus heizt die Energiekrise in Europa weiter an, der Umgang mit dem Iran und mögliche militärische...

DWN
Politik
Politik Russland profitiert von Hormus-Blockade
07.04.2026

Weil die Straße von Hormus gesperrt bleibt, sprudeln Russlands Rohstoffexporte. Öl, Gas und Dünger lassen den Rubel rollen.