Politik

Handwerkspräsident: Deutsche Baubranche steht kurz vor dem Kollaps

Die Bundesregierung führt die deutsche Baubranche sehenden Auges in den Kollaps, warnt der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.
11.09.2023 15:00
Aktualisiert: 11.09.2023 15:00
Lesezeit: 1 min

Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat vor einem Kollaps der Baubranche gewarnt. "Wir fahren beim Bau mit hohem Tempo auf eine Mauer zu und die Bundesregierung schafft es einfach nicht, auf die Bremse zu treten", sagte Dittrich der Bild am Sonntag laut Vorabbericht. "Das Baugewerbe mit seinen 2,33 Millionen Beschäftigten ist eine Schlüsselbranche für das Handwerk. Und dieser Sektor droht gerade komplett einzubrechen!"

Noch würden Projekte abgearbeitet, die vor mehreren Jahren beschlossen und finanziert wurden. "Die Baufinanzierungen für zukünftige Projekte sind massiv eingebrochen. Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird sich das im Abbau von Kapazitäten niederschlagen", so Dittrich weiter.

Die Ampel rede zwar dauernd von "Deregulierung" und "Entfesselung", mache am Ende aber nichts. "Die Regularien sind noch genauso kompliziert, die beschlossenen Förderprogramme sind ein Tropfen auf den heißen Stein", so Dittrich. "Wenn der Staat es ernst meinen würde mit der Unterstützung der Baubranche, würde er beispielsweise Hausbauer über KfW-Kredite mit einem garantierten Zinssatz unterstützen."

Im September haben Kanzler Scholz und Bauministerin Geywitz zu einem Wohnungsgipfel eingeladen. Dittrich fordert, dass noch weitere Minister an der Runde teilnehmen. "Angesichts der dramatischen Lage erwarte ich, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner dabei sind, damit die richtigen Entscheidungen unmittelbar getroffen werden können."

Neben gestiegenen Zinsen machen der Branche insbesondere die zahlreichen Klima-Sondersteuern und planwirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen der linksgrünen Bundesregierung zu schaffen, wegen denen sich Bauen hierzulande nicht mehr lohnt.

Angesichts der Talfahrt in der Bauwirtschaft hatte Dittrich schon Anfang August gewarnt, die Lage drohe dramatisch zu werden mit weitreichenden Auswirkungen für die Wirtschaft und Gesellschaft. Nötig seien ein "Aufbruchssignal" sowie ein Handlungsfahrplan. Dittrich forderte seinerzeit, alle Entscheider müssten an einen Tisch. Dazu gehören Pfandbriefbanken und Kreditinstitute, die Wohnungswirtschaft, das Handwerk, die Bauindustrie und die dafür relevanten Ministerien - und hier nicht allein das Bauministerium, sondern auch das Wirtschafts- und das Finanzministerium.

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