Politik

Saudi-Arabien stoppt Gespräche über Normalisierung mit Israel

Wegen der Eskalation in Gaza stoppt Saudi-Arabien die Gespräche mit Israel über eine Normalisierung der Beziehungen. Dies ist auch ein Rückschlag für die USA.
14.10.2023 11:02
Aktualisiert: 14.10.2023 11:02
Lesezeit: 1 min

Saudi-Arabien hat die Gespräche über eine mögliche Normalisierung der Beziehungen mit Israel gestoppt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus saudischen Diplomatenkreisen. Die Gespräche zwischen dem einflussreichen Ölstaat und Israel waren unter US-Vermittlung zustande gekommen. Saudi-Arabien gilt als wichtige Schutzmacht der Palästinenser.

Israel reagiert auf das Massaker von islamistischen Hamas-Terroristen auf israelische Zivilisten am vergangenen Samstag mit massiven Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen.

Unmittelbar nach dem Hamas-Großangriff vor einer Woche und wegen der erwarteten Reaktion Israels waren bereits Befürchtungen aufgekommen, dass Saudi-Arabien Konsequenzen für die Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen mit Israel ziehen könnte.

Schon jetzt starben 2215 Palästinenser bei israelischen Angriffen im Gazastreifen - es könnte zudem eine Bodenoffensive des israelischen Militärs geben.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation im Nahen Osten war für Samstag ein Treffen zwischen US-Außenminister Antony Blinken und seinem saudischen Amtskollegen Faisal bin Farhan in Riad angekündigt.

Am Freitag hatte Saudi-Arabien einen Aufruf des israelischen Militärs zur Massenevakuierung des nördlichen Gazastreifens scharf kritisiert. Saudi-Arabien lehne die «Zwangsumsiedlung» ab, teilte das Außenministerium mit. Alle Formen der militärischen Eskalation, die sich gegen Zivilisten richteten, müssten gestoppt werden.

Eine förmliche Annäherung zwischen Saudi-Arabien und Israel schien jahrzehntelang so gut wie ausgeschlossen. Doch gab es in den vergangenen Monaten Anzeichen, dass beide Seiten aufeinander zugehen. Eine Normalisierung der Beziehungen hätte Experten zufolge folgenreiche Veränderungen in der Region auslösen können.

Bis vor rund zwei Jahren unterhielten nur zwei arabische Staaten - Ägypten und Jordanien - diplomatische Beziehungen zu Israel. Im September 2020 vereinbarte Israel dann unter US-Vermittlung die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain. Marokko und der Sudan kündigten solche Schritte danach ebenfalls an. Die Arabische Liga umfasst 21 Mitgliedsstaaten sowie die Palästinenser. (dpa)

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mautkosten in Europa steigen: Wie sich Speditionen jetzt Wettbewerbsvorteile sichern
07.12.2025

Trotz wachsender Belastungen im europäischen Transportsektor zeigt sich immer deutlicher, dass Mautgebühren weit mehr sind als ein...

DWN
Panorama
Panorama Weihnachten mit kleinerem Budget: Viele Menschen müssen bei Weihnachtsgeschenken sparen
07.12.2025

Weihnachten rückt näher, doch viele Haushalte kalkulieren strenger als je zuvor. Eine neue Umfrage zeigt, wie stark Preissteigerungen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OpenAI-Bilanz: Deloitte prüft Milliardenpläne und Michael Burry entfacht Debatte
07.12.2025

OpenAIs rasanter Aufstieg und die enormen Investitionspläne des Unternehmens rücken die Transparenz der OpenAI-Bilanz in den Mittelpunkt....

DWN
Politik
Politik Elektromobilitätssteuer Großbritannien: Wie London die E-Auto-Revolution abbremst
07.12.2025

Großbritannien setzt mit einer kilometerbasierten Abgabe ein hartes Signal an alle E-Autofahrer und stellt die finanzielle Logik der...

DWN
Politik
Politik Russlands Desinformationskampagnen: Wie Europa gegen Putins Trolle kämpft
06.12.2025

Europe wird zunehmend Ziel digitaler Einflussoperationen, die gesellschaftliche Stabilität, politische Prozesse und wirtschaftliche...

DWN
Immobilien
Immobilien Baufinanzierung Zinsen: Entwicklung des Bauzinses 2025 - und wie es 2026 weitergeht
06.12.2025

Nachdem die Zinsen – darunter der Bauzins – in Deutschland seit 2019 eine gewisse Schieflage erreicht haben, scheint nun Ruhe...

DWN
Finanzen
Finanzen Marktausblick 2026: Internationale Aktien und Small-Cap-Aktien sind am besten positioniert
06.12.2025

KI treibt Teile der Weltwirtschaft nach vorn, während andere Branchen stolpern. Gleichzeitig locken Staaten mit neuen Ausgabenprogrammen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schiene unter Druck: Expertenrunde soll Bahnverkehr stabilisieren
06.12.2025

Wegen anhaltender Probleme im Zugverkehr arbeitet eine neue Taskforce an kurzfristigen Lösungen für mehr Pünktlichkeit und Stabilität...