Politik

US-Streitkräfte aktivieren Weltraumkommando in Ramstein

Mit einem im rheinland-pfälzischen Ramstein stationierten Weltraumkommando für Europa und Afrika rüstet sich das US-Militär für Konflikte im All.
08.12.2023 13:51
Aktualisiert: 08.12.2023 13:51
Lesezeit: 2 min
US-Streitkräfte aktivieren Weltraumkommando in Ramstein
Steven Basham, stellvertretender Befehlshaber United States European Command, spricht bei der Zeremonie zur Aktivierung des Kommandos der US Space Forces für Europa und Afrika auf der US-Airbase Ramstein. (Foto: dpa) Foto: Andreas Arnold

Mit einem im rheinland-pfälzischen Ramstein stationierten Weltraumkommando für Europa und Afrika rüstet sich das US-Militär für Konflikte im All. Bei einer Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt im Kreis Kaiserslautern wurde die Einheit am Freitag offiziell in Dienst gestellt.

Das Kommando unter der Leitung von US-Oberst Max Lantz hat zunächst 30 Mitarbeiter. Sie sollen kritische Infrastruktur wie Telekommunikation und Navigation schützen helfen sowie "potenzielle Gegner abschrecken, auf Krisen reagieren und Bündnisse und Partnerschaften stärken", wie es hieß.

Krieg im All

Die Bedeutung von Satelliten-Infrastruktur habe in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen, sagte General Chance Saltzman, Chef der Weltraumkommandos. Dies betreffe nicht nur das Militär - auch das Alltagsleben sei ohne technische Unterstützung aus der Schwerelosigkeit nicht mehr denkbar - etwa GPS. "Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es schwer wäre, auf diese Mittel zu verzichten. In Kenntnis der Gefahren gibt es die Space Force." Der für Afrika zuständige General Michael Langley sagte bei der Zeremonie: "Wir sind auf der Hut."

Laut Gesetz soll die Space Force die Operationsfreiheit der USA im All gewährleisten und die Interessen der Amerikaner dort schützen. Aufgabe der Teilstreitkraft ist es demnach auch, Aggressionen im und aus dem Kosmos abzuwehren und dort Operationen auszuführen.

Generalleutnant Steven Basham sprach von einem "historischen Moment" in Ramstein. "Es hat längere Zeit gebraucht, aber kommt zur richtigen Zeit." Man sehe Herausforderungen nicht nur durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, sondern zum Beispiel auch durch die Klimakrise oder die Frage von Ernährungsprogrammen etwa für Afrika.

Space Force sechste Teilstreitkraft

Washington sieht die Aktivierung als Meilenstein auf dem Weg zur Stärkung gemeinsamer Weltraumfähigkeiten in Europa und Afrika.

Die Space Force als eigene US-Teilstreitkraft war 2019 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump ins Leben gerufen worden. Sie ist neben Heer, Marine, Luftwaffe, Marineinfanteriekorps und Küstenwache die sechste eigenständige Teilstreitkraft der USA.

Der damalige US-Vizepräsident Mike Pence - der das Projekt vorangetrieben hatte - betonte seinerzeit, die Space Force werde Amerika und die Welt sicherer machen. "Unsere Freiheit, im Weltraum sicher zu operieren, ist entscheidend für unsere Lebensweise. Moderne Kommunikation, Handel, Wettervorhersagen und sogar die Landwirtschaft hängen zu einem großen Teil von der Sicherheit unserer Weltraumressourcen ab", schrieb er damals in einem Zeitungsbeitrag.

"Legitime Ziele"

Satelliten-Daten und deren Verarbeitung zu Handlungsoptionen spielen für den Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland in der Ukraine eine zentrale Rolle. Russland hatte bereits damit gedroht, amerikanische Satelliten als "legitime Ziele" einzustufen, weil diese aktiv zur Informationsversorgung und Steuerung der Ukraine dienen.

Die US-Streitkräfte haben ihre Kapazitäten in Europa seit Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich verstärkt. Schon vor dem Einmarsch der russischen Armee wurden Pläne gestoppt, mehrere Stützpunkte in Deutschland an die Bundeswehr zu übergeben.

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