Unternehmen

Ifo-Geschäftsklima trübt sich überraschend weiter ein

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zu Beginn des Jahres weiter verschlechtert. Das ist überraschend und war so nicht erwartet worden.
25.01.2024 12:40
Lesezeit: 1 min

Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Januar zum Vormonat um 1,1 Punkte auf 85,2 Zähler, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Anstieg des wichtigsten Frühindikators für die deutsche Wirtschaft auf 86,6 Punkte gerechnet.

Das Ifo-Geschäftsklima ist damit den zweiten Monat in Folge gesunken. Die rund 9000 befragten Unternehmen bewerten sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen an die künftigen Geschäfte ungünstiger. „Die deutsche Wirtschaft steckt in der Rezession fest“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Im Handel und am Bau trübte sich das Geschäftsklima jeweils ein. Im Dienstleistungssektor fiel der entsprechende Stimmungsindikator deutlich. Dagegen hat sich die Stimmung in den Industrieunternehmen verbessert.

Die Unternehmen seien etwas zufriedener mit ihren laufenden Geschäften, sagte der Ifo-Chef. Zwar hätten sich die Erwartungen der Industriebetriebe ebenfalls verbessert, sie blieben aber insgesamt pessimistisch.

Ifo-Geschäftsklima: Schlechter Jahresauftakt

„In der Konjunktur ist zurzeit der Wurm drin“, kommentierte Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg das Umfrageergebnis. Nachdem die Neuaufträge und Produktion der Industrie bereits im Sinkflug seien, scheine es jetzt auch den Dienstleistungssektor zu erwischen.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sprach von einem schlechten Jahresauftakt. Er geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2024 weiter schrumpfen wird. Zudem sollte man „nicht erwarten, dass nach dem rezessiven Winterhalbjahr ein starker Aufschwung einsetzt“. Krämer rechnet auch für das Gesamtjahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, um 0,3 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Geleaktes Dokument zeigt, dass den USA Waffen fehlen: Was wir wissen
11.08.2026

Trumps Krieg gegen Iran leert die amerikanischen Lager für Langstreckenraketen. Das zeigen ein Leak und Berichte aus anonymen Quellen in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hotels verlieren Gäste: Deutsche bleiben häufiger zu Hause
11.08.2026

Im Juni gab es in deutschen Hotels weniger Übernachtungen – vor allem inländische Gäste blieben aus. Im Halbjahr bleibt die Branche...

DWN
Finanzen
Finanzen Insiderhandel oder nicht? Trump verkauft seine Truth-Posts mit Zeitvorsprung an Firmen
11.08.2026

Wer Trumps Posts früher liest, kann an den Finanzmärkten Millionen bewegen – und genau dafür zahlen Händler bis zu 100.000 Dollar im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dürre macht Sprit teurer: Lokale Engpässe möglich
11.08.2026

Die Dürre erreicht die Tankstelle: Sinkende Rheinpegel verteuern den Transport von Benzin und Diesel. Drohen jetzt regionale Engpässe,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI bei der Jobsuche: Warum ChatGPT Ihre Bewerbung ruinieren kann
11.08.2026

Eine Bewerbung in nur einer Minute, perfekt formuliert und ohne mühsames Ringen um jedes Wort. Künstliche Intelligenz hat die Jobsuche...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (08/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
11.08.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektrobranche verbucht Auftragsboom
11.08.2026

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie meldet deutlich mehr Bestellungen und sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Doch ausgerechnet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Europas größter Autobauer erlebt die schwerste Krise seiner Geschichte
11.08.2026

Der Konzern, der über Jahrzehnte ein Symbol deutscher Ingenieurskunst und industrieller Stärke Europas war, ein Vorbild für Effizienz...