Wirtschaft

GfK-Konsumklima: Nur langsam hebt sich die Verbraucherstimmung in Deutschland

Die Deutschen geben wieder etwas mehr Geld aus, die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich aber nur langsam auf.
26.03.2024 08:31
Lesezeit: 1 min

Die Erwartungen der Verbraucher an Konjunktur und Einkommen legten zuletzt leicht zu, meldete das Marktforschungsinstitut GfK am Dienstag in Nürnberg. Günstig für das Konsumklima: Die Menschen neigen weniger zum Sparen. Gleichwohl fehle noch Zuversicht in die wirtschaftliche Erholung Deutschlands, trotz eines stabilen Arbeitsmarktes.

Das Konsumklima verbessert sich nun zum zweiten Mal in Folge: Der Indikator legt in der Prognose für April zum Vormonat um 1,4 Punkte auf minus 27,4 Zähler zu. Die Sparneigung ist aber immer noch hoch, denn im Vorjahreszeitraum lag sie noch deutlich niedriger.

Die Einkommenserwartungen der Verbraucher legten leicht zu auf minus 1,5 Zähler. Ein besserer Wert wurde zuletzt vor Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 gemessen.

"Die Erholung des Konsumklimas kommt langsam und nur schleppend voran", sagt Experte Rolf Bürkl vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM). Reale Einkommenszuwächse und ein stabiler Arbeitsmarkt bildeten gute Voraussetzungen für eine rasche Erholung der Konsumkonjunktur. Den Verbrauchern fehlten jedoch immer noch Planungssicherheit und Optimismus. Sie seien stark verunsichert, das hemme die Konsumneigung.

Auslöser der Verunsicherung seien die gegenwärtigen Krisen und die fehlende Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. "Das sorgt dafür, dass Impulse durch die Binnennachfrage für die Konjunktur derzeit immer noch ausbleiben. Kurz zusammengefasst: Die schlechte Stimmung überlagert die Fakten", erklärte der Konsumexperte.

Was die deutsche Wirtschaft den Marktforschern zufolge für eine nachhaltige Erholung benötigt: Die "ausgeprägte Verunsicherung" der Bevölkerung müsse schwinden. "Dazu braucht es einen weiteren Rückgang der Inflation und eine klare Strategie der Politik zur weiteren Entwicklung des Landes in den kommenden Jahren", heißt es in der Pressemitteilung.

Das seit 1980 monatlich erhobene GfK-Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als ein Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse ging vom 29. Februar bis zum 11. März. Die Ergebnisse basieren auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
30.09.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...

DWN
Politik
Politik Innere Sicherheit: Innenministerkonferenz beschließt nicht mehr einstimmig
30.09.2026

Die Innenministerkonferenz verabschiedet sich vom Einstimmigkeitsprinzip, um zukünftig "Blockaden" zu verhindern. Künftig reichen 13...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Unternehmen, die in China tätig sind, stehen vor einer schwierigen Wahl
30.09.2026

Europäische Unternehmen mit Geschäften in China stehen vor einem Dilemma: gegen EU-Recht verstoßen oder gegen chinesisches Recht. Die...

DWN
Politik
Politik Vestager und Nobelpreisträger schlagen KI-Alarm: Kritisches Zeitfenster schließt sich Monat für Monat
30.09.2026

Europa läuft Gefahr, bei künstlicher Intelligenz dauerhaft von den USA und China abhängig zu werden. Margrethe Vestager, zwei...

DWN
Politik
Politik Teilzeitrepublik: Teilzeit boomt, Vollzeit schrumpft: Arbeiten die Deutschen zu wenig?
30.09.2026

Der Staat klagt über Personalmangel – hat aber selbst die höchste Teilzeitquote unter den Beschäftigten. Eine Studie schlägt nun die...

DWN
Politik
Politik Ende des Brexit? Britischer Premier schließt Wiedereintritt in EU nicht aus
30.09.2026

Der Brexit bleibt auch Jahre nach dem Austritt ein Dauerthema im Vereinigten Königreich. Mit seiner Haltung dazu sorgt der britische...

DWN
Politik
Politik Erster AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt? Siegmund stellt sich zur Wahl
30.09.2026

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aus für Bohai-Automotive: Werksschließung in Harzgerode
30.09.2026

Der Autozulieferer Bohai Automotive schließt sein Werk im Harz endgültig. Rund 550 Arbeitsplätze verschwinden an dem traditionsreichen...