Finanzen

DAX mit Verschnaufpause: Nervosität wächst, darauf sollten Anleger nun unbedingt achten!

Nach einem starken Start in diese Handelswoche hat sich der deutsche Aktienindex am Dienstag eine Verschnaufpause gegönnt - und nachgegeben. Der Kurs tendierte zum Handelsschluss etwa 300 Punkte unter dem DAX-Rekordhoch, das der deutsche Leitindex am 2. April bei 18.567,16 Punkten aufgestellt hatte. Worauf sollten sich Anleger nun einstellen?
09.04.2024 17:35
Lesezeit: 2 min
DAX mit Verschnaufpause: Nervosität wächst, darauf sollten Anleger nun unbedingt achten!
Der DAX gönnt sich am Dienstag eine Verschnaufpause (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Der DAX hat am Dienstag schwach geschlossen. Vor den Inflationsdaten aus den USA am Mittwoch und der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank einen Tag später kehrte die Nervosität an die Börse zurück. Immerhin hatte der deutsche Leitindex vor einer Woche erneut ein Rekordhoch erreicht und sich seither recht stabil gehalten. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich sein Gewinn auf knapp neun Prozent.

Mit einem Abschlag von 1,32 Prozent auf 18.076,69 Punkte ging der DAX aus dem Tag. Er beendete den Handel damit nur knapp über seinem Tagestief, das er am späteren Nachmittag erreicht hatte. Die 21-Tage-Linie bei derzeit rund 18.140 Punkten, die den kurzfristigen Trend signalisiert und bisher eine Unterstützung war, wurde durchbrochen. Noch aber bleiben charttechnisch orientierte Analysten optimistisch. «Erst wenn der DAX auch die volumenstarke Kurszone um 17.900 unterschreitet, verdichten sich die Anzeichen für eine ausgeprägtere Schwächephase», sagten die Experten von «Index-Radar».

Der MDAX mittelgroßen Börsenwerte gab am Dienstag um 0,53 Prozent auf 26.992,47 Zähler nach. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Euroregion, büßte 1,09 Prozent auf 4.990,90 Zähler ein. Ähnlich schwach schloss der französische Cac 40, während der britische FTSE 100 nur moderat nachgab. An den US-Börsen ging es zur selben Zeit ebenfalls moderat abwärts.

Mit den US-Verbraucherpreisen für den Monat März steht laut «Index-Radar» der nächste Härtetest für den DAX an. Die Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank Fed wurden ihnen zufolge allerdings «inzwischen angemessen reduziert» und seien zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Von der EZB werden am Donnerstag ebenfalls noch keine Zinsschritte erwartet. Im Juni dürfte sie laut den Experten von "Index-Radar" dann aber wohl eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte ankündigen. "Doch sollten die Amerikaner nicht zeitnah folgen, dürften sich auch die europäischen Währungshüter mit weiteren Lockerungen zurückhalten."

Aktien des Chipherstellers Infineon legten an der DAX-Spitze um 3,8 Prozent zu. Laut einem Bericht von "DigiTimes" will der US-Chipkonzern Micron die Preise für bestimmte Speicherchips stark anheben. Der Zeitung zufolge bauen außerdem Samsung und SK Hynix ihre Produktion für Speicherchips (Dram) aus.

Daimler Truck dagegen zählten im Leitindex mit minus 4,0 Prozent zu den schwächsten Werten. Der Absatz des Nutzfahrzeugherstellers war im ersten Quartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum gesunken. Besonders schwach war die Nachfrage nach Lastwagen auf den asiatischen Märkten. Traton büßten im SDAX 1,0 Prozent ein, nachdem sie im frühen Handel noch ein Rekordhoch erreicht hatten.

Rüstungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt litten nach ihren Rekordläufen unter Gewinnmitnahmen und hielten in ihren jeweiligen Indizes die rote Laterne. Für Scout24 ging es nach einer Studie der britischen Großbank HSBC um 2,9 Prozent abwärts. Analyst Christopher Johnen strich seine Kaufempfehlung.

Dagegen verhalf ein neuer Auftrag für Nordex aus Südafrika den Aktien des Herstellers für Windkraftanlagen zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Juli. Aus dem Handel gingen sie mit einem Plus von 2,0 Prozent.

Der Euro kostete am frühen Abend 1,0857 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0867 (Montag: 1,0823) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9202 (0,9239) Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,49 Prozent am Vortag auf 2,45 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 124,87 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,56 Prozent auf 132,59 Zähler.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volkswagen Rüstungsindustrie: Warum der Autobauer auf Waffen setzt
31.03.2026

Volkswagen steht vor einem historischen Kurswechsel und prüft den Einstieg in die Rüstungsproduktion. Was als Rettung für Arbeitsplätze...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Syrische Fachkräfte: Stütze für den deutschen Arbeitsmarkt
31.03.2026

Syrer sind für Deutschland zum unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor geworden. Laut Bundesagentur für Arbeit leisten bereits 320.000 syrische...

DWN
Panorama
Panorama Sparsames Osterfest: Fast jeder Zweite plant geringere Ausgaben
31.03.2026

Die Kauflaune der Deutschen erfährt zum Osterfest einen deutlichen Dämpfer. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage plant mit 40 Prozent ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Börsen geraten unter Druck: Welche Chancen Anleger jetzt nutzen können
31.03.2026

Geopolitische Spannungen belasten die US-Börsen und verschieben die Kräfteverhältnisse an den Finanzmärkten spürbar. Welche Dynamiken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ostdeutsche Wirtschaft tritt auf die Bremse: Geschäftsklima sinkt erneut
31.03.2026

Die konjunkturelle Stimmung in Ostdeutschland hat sich im März leicht eingetrübt. Laut aktuellen Daten des Ifo-Instituts Dresden sank der...

DWN
Politik
Politik Ost-West-Pipeline gewinnt an Bedeutung: Saudi-Arabien umgeht Straße von Hormus
31.03.2026

Saudi-Arabien erhöht mit der Ost-West-Pipeline seine Exportkapazität und umgeht damit gezielt die Straße von Hormus als geopolitisches...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenberg wächst: Bundeshaushalt verzeichnet Rekordplus an Krediten
31.03.2026

Deutschlands Staatsschulden sind im Jahr 2025 massiv um 144 Milliarden Euro angestiegen. Wie die Bundesbank mitteilt, ist dieser Zuwachs...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energie-Garantie für den Osten: PCK Schwedt bleibt Brandenburgs industrielles Herz
31.03.2026

Die Zukunft der PCK-Raffinerie in Schwedt ist laut der Ostbeauftragten Elisabeth Kaiser vorerst gesichert. Nach dem Verzicht auf russisches...