Unternehmen

Tesla-Erweiterung: Grünheide billigt Ausbau des Tesla-Werksareals

Die Ortschaft Grünheide nahe Berlin ebnet den Weg für die kontrovers diskutierte Erweiterung des Produktionsgeländes des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla.
16.05.2024 19:58
Aktualisiert: 16.05.2024 19:58
Lesezeit: 2 min
Tesla-Erweiterung: Grünheide billigt Ausbau des Tesla-Werksareals
Ein Tesla-Mitarbeiter mit einer Aktenmappe: Gemeindevertreter stimmten für die Erweiterungspläne der Tesla-Fabrik in Grünheide (Foto: dpa). Foto: Patrick Pleul

Unter erhöhtem Polizeischutz gab die Gemeindevertretung am Donnerstag mit Mehrheitsbeschluss grünes Licht für eine modifizierte Bebauungsplanänderung. Elf Mitglieder der Gemeindevertretung votierten dafür, sechs dagegen, während sich zwei enthielten.

In Reaktion auf öffentliche Bedenken wird für die Tesla-Erweiterung weniger Wald gerodet als ursprünglich geplant. Das Unternehmen plant die Erweiterung seines Areals um einen Güterbahnhof sowie Logistikflächen. Dies stieß auf Widerstand seitens Umweltaktivisten.

Die Gemeinde erwartet durch die Erweiterung eine Entlastung des Verkehrsaufkommens in Grünheide. Gegner der Erweiterung, darunter Umweltbündnisse, warnen hingegen vor potenziellen Umweltrisiken und appellieren an die Gemeindevertretung, gegen die Ausdehnung zu stimmen. Kritiker von Tesla kündigten weitere Demonstrationen gegen das einzige europäische Werk des Unternehmens unter Leitung von Elon Musk an.

Vergangene Woche hatten hunderte Umweltschützer in Grünheide vor den Gefahren für die Umwelt gewarnt und gegen die Erweiterung protestiert. Die Koalition "Tesla den Hahn abdrehen" sowie die Initiative "Tesla stoppen" planen weitere Aktivitäten. Ein Protestcamp mit Baumhäusern, welches Ende Februar in der Nähe der Tesla-Fabrik errichtet wurde, muss vorerst nicht geräumt werden, gemäß einer Gerichtsentscheidung.

Obwohl bei einer Bürgerbefragung im Februar fast zwei Drittel der Grünheider die bisherigen Erweiterungspläne des Autoherstellers ablehnten, war das Votum nicht bindend. Tesla hat versichert, auf die Bedenken der Bevölkerung einzugehen. Der Bebauungsplan wurde überarbeitet, wobei Tesla die ursprünglich geplante Erweiterungsfläche reduzierte. Statt der zunächst geplanten über 100 Hektar sollen nun etwa 50 Hektar Wald gerodet werden. Nach Auffassung von Tesla und dem parteilosen Bürgermeister von Grünheide, Arne Christiani, wird der geplante Werksbahnhof die Straßenverkehrslast verringern.

Umweltschützer äußern Bedenken - Tesla weist sie zurück

Tesla fertigt seit etwa zwei Jahren Elektroautos in der Gemeinde Grünheide südöstlich von Berlin, welche rund 12.000 Arbeitsplätze bietet. Der weltweit geplante Personalabbau bei Tesla betrifft jedoch auch hunderte Arbeitsplätze in der Grünheider Fabrik.

Verschiedene Umweltorganisationen, Naturschützer sowie Anwohner betrachten die Ansiedlung kritisch, unter anderem wegen der Lage des Geländes in einem Wasserschutzgebiet. Klagen wurden ebenfalls angekündigt. Der Autobauer hat jedoch die Bedenken zurückgewiesen und darauf hingewiesen, dass der Wasserverbrauch in der Fabrik geringer sei als im Branchendurchschnitt.

Die Vorsitzende der ehrenamtlichen Gemeindevertretung, Pamela Eichmann (SPD), unterstützte die Expansionspläne von Tesla. Sie erklärte am Donnerstag gegenüber dem Deutschlandfunk: "Der geplante Güterbahnhof wird die Anwohner um etwa 1900 Lkw-Fahrten pro Tag entlasten." Sie und ihre Kollegen in der Gemeindevertretung hätten unabhängig von Tesla über den Bebauungsplan entschieden, betonte sie. Das Unternehmen habe keinen Druck ausgeübt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Poker um EZB-Spitze: Wer folgt auf Christine Lagarde?
07.11.2026

Die Eurostaaten suchen nach einem neuen Präsidenten für die Europäische Zentralbank. Schon in wenigen Tagen könnte über die Nachfolge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Mittelstand hofft auf Aufschwung – doch beim Personal bleibt die Bremse angezogen
07.11.2026

Deutschlands Mittelstand gewinnt wieder Zuversicht: Das Geschäftsklima hat sich im Oktober zum sechsten Mal hintereinander verbessert....

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
07.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
07.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Finanzen
Finanzen 26 Prozent an einem Tag: Warum Duolingo plötzlich an meinen Chipaktien vorbeizieht
07.11.2026

Für meine Chipaktien war es ein schlechter Börsentag: Nvidia, Micron und Iren gerieten deutlich unter Druck. Ganz anders Duolingo. Die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Polestar 5 im Test: Angriff auf Porsche und Audi – mehr Luxus für weniger Geld?
07.11.2026

Mit dem Polestar 5 wollen die Schweden Porsche und Audi im Luxussegment angreifen. Bis zu 884 PS, 678 Kilometer Reichweite und elektrisch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wertvollste Marken 2026: Apple ist auf Platz eins, Tesla hat am meisten verloren
07.11.2026

Welche Unternehmen führen das Ranking der wertvollsten Marken 2026 an, welche gewinnen besonders stark und welche verlieren an Bedeutung?...

DWN
Politik
Politik Alterssicherung: Wie viele Ältere nutzen die umstrittene Frührente?
07.11.2026

Die meisten Menschen gehen laut einer neuen Untersuchung früher in Rente. Wie lange das noch in heutiger Form möglich ist, ist in der...