Technologie

Batteriespeicher: VW plant Großanlagen zur Speicherung von Ökostrom

VW investiert in neue Nutzungsmöglichkeiten für ausgediente Elektroauto-Batterien. In großen „Power Centern“ sollen sie künftig Ökostrom speichern. Die erste Stromspeicher-Anlage soll schon 2025 am Netz sein.
13.06.2024 12:17
Lesezeit: 2 min
Batteriespeicher: VW plant Großanlagen zur Speicherung von Ökostrom
Lieferung von Batterispeichern an einem Solarpark - VW will massiv in solche Stromspeicher-Anlagen investieren (Foto: dpa) Foto: Uli Deck

Volkswagen steigt in den Betrieb von großen Batteriespeichern für das Stromnetz ein. Im kommenden Jahr werde in Deutschland das erste sogenannte „Power Center“ ans Netz gehen, das Ökostrom zwischenspeichert, kündigte Technik-Vorstand Thomas Schmall am Freitag in Berlin an. Der Standort werde im Norden Deutschlands sei, der erste Spatenstich soll in den nächsten sechs bis acht Wochen erfolgen.

Betreiben soll die Anlage die VW-Ladenetzsparte Elli. Die Kapazität werde zunächst bei 700 Megawattstunden liegen und lasse sich später auf eine Gigawattstunde ausbauen, sagte Schmall. Das reiche aus, um ein Gaskraftwerk zu ersetzen. Weitere Stromspeicher-Anlagen sollen folgen. Damit will sich der Konzern ein neues Geschäftsfeld in einem wachsenden Markt erschließen.

Puffer für Wind- und Solarstrom

Die Anlagen sollen als Puffer für Wind- und Solarenergie dienen und so helfen, das Stromnetz zu stabilisieren. „Unsere Investitionen in stationäre Batteriespeicher sind daher ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Energieversorgung“, sagte Schmall. Denn nach wie vor müssten bei einem Überangebot immer wieder Windräder und Solaranlagen abgeschaltet werden. Das lasse sich mit großen Batteriespeichern ändern.

VW geht davon aus, dass sich der Bedarf an solchen Batteriespeichern in Deutschland in den kommenden Jahren verzehnfachen wird. Bisher seien in der Bundesrepublik insgesamt nur Speicher für eine Gigawattstunde verfügbar. „Das verdoppeln wir allein mit diesem einen Power Center“, erklärte Schmall.

Zweiter Einsatz für alte E-Auto-Batterien

Zudem erschließe Europas größter Autobauer ein weiteres Einsatzgebiet für ausgediente E-Auto-Batterien, deren Leistung im Auto nicht mehr ausreicht, die aber noch genug Strom für Großspeicher aufnehmen können. Bei der ersten Anlage werde man zunächst zwar auf fabrikneue Batterien zurückgreifen müssen, da es noch nicht genügend Rückläufer aus Elektroautos gebe, räumte Schmall ein. „Die kommen ja jetzt erst auf uns zu.“ In Zukunft wolle man in den Stromspeicher-Anlagen aber gezielt ausgemusterte E-Auto-Batterien einsetzen, bevor sie im dritten Schritt wiederverwertet werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte VW in Kassel ein kleineres Power Center eröffnet, mit dem die Konzernsparte Elli seither am Handel an der Strombörse teilnimmt. Zum Einsatz kommen dort ausgediente Batteriesysteme aus dem inzwischen eingestellten Elektro-Kleinstwagen E-Up. Auch andere Autobauer wie BMW und Audi nutzen ausgediente Batterien als stationäre Stromspeicher, bisher aber nur für die eigene Energieversorgung oder an Ladestationen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bankrun in Russland: Warum Bürger ihre Konten leeren
20.08.2026

Ein Bankrun in Russland ist für den Kreml ein Warnsignal. Viele Bürger heben panikartig ihr Bargeld ab. Ökonomen warnen zugleich vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
20.08.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch
20.08.2026

Der Goldpreis hat binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, doch am Donnerstag legt das gelbe Edelmetall eine Verschnaufpause ein....

DWN
Finanzen
Finanzen JD Sports-Aktie stürzt ab: Gewinnwarnung und Filialabbau belasten – Branche leidet mit
20.08.2026

JD Sports senkt sein Gewinnziel und enttäuscht vor allem in Nordamerika. Gleichzeitig verschwinden immer mehr deutsche Filialen. Der...

DWN
Technologie
Technologie Weltmarkt für E-Lkw wächst rasant – Infrastruktur bleibt Engpass
20.08.2026

Eine halbe Million verkaufte E-Lkw und E-Busse markieren einen neuen Meilenstein für die Verkehrswende. Während China den Weltmarkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Criteo-Aktie: Übernahmewette für Mutige oder unkalkulierbares Risiko?
20.08.2026

Die Criteo-Aktie führt vor Augen, welche Chancen Sondersituationen für Anleger bieten können. Doch gerade bei vermeintlich klaren Deals...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
20.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...