Politik

Polizei geht nach Kabelbrand bei Bahn von Anschlag aus - Zweifel an Bekennerschreiben

Nach einem Feuer gibt es Einschränkungen im Bahnverkehr in Berlin. Es taucht ein Bekennerschreiben auf. Das kommt nach Überzeugung der Polizei aus der linken Szene - aber nicht von den Tätern. Wann es auf der Fernbahnstrecke wieder läuft, ist unklar.
06.08.2024 12:09
Aktualisiert: 06.08.2024 12:20
Lesezeit: 2 min

Die Polizei geht bei dem Kabelbrand bei der Deutschen Bahn in Berlin von einem politischen Anschlag aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegt eine entsprechende Motivation vor, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Staatsschutz ermittele weiter zu dem Fall. Wegen des Brandanschlags kommt es nach wie vor zu Einschränkungen im Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr in der Hauptstadt.

Bei den Ermittlungen spielt auch ein Bekennerschreiben eine Rolle, das auf einer linken Internetplattform hochgeladen wurde. Dieses stammt nach Überzeugung der Berliner Ermittler aus der linken Szene. Allerdings handelt es sich aus Sicht der Polizei nicht um ein „authentisches Selbstbezichtigungsschreiben“, wie man es von anderen Taten kenne. Gleichwohl werde das Schreiben weiter geprüft, weil anhand des Verfassers möglicherweise Rückschlüsse zu den Tätern möglich seien.

Austausch mit LKA in Hamburg und Bremen

Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) steht bei den Ermittlungen nach Angaben des Polizeisprechers im engen Austausch mit den Polizeibehörden in Hamburg und Bremen. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Bremen und Hamburg hatte es in der vergangenen Woche einen mutmaßlichen Brandanschlag gegeben. Der Vorfall wurde ebenfalls in dem veröffentlichten Schreiben erwähnt.

Die Bremer Polizei hatte bereits am Montag mitgeteilt, dass eine „abschließend eindeutige Bewertung hinsichtlich der Authentizität des Selbstbekenner-Schreibens durch die beteiligten LKA nicht bestätigt werden“ könne. Man gehe aber von einem linksextremistischen Hintergrund bei den Anschlägen aus. Hinweise zu den Tätern erhoffen sich die Berliner Ermittler durch gesicherte Spuren am Tatort. Untersucht wird laut Polizei, ob es DNA-Spuren oder Fingerabdrücke gibt. Auch das verwendete Material kann demnach Aufschluss geben, wer hinter der Tat steckt.

Behinderungen im Nah- und Fernverkehr

Der Brand hat nach Angaben der Deutschen Bahn dafür gesorgt, dass unter anderen Weichen nicht gestellt werden konnten. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Berlin-Hauptbahnhof und Spandau. Der Halt in Spandau entfällt demnach. Fernverkehrszüge werden über den nördlichen Außenring nach Gesundbrunnen und zum Hauptbahnhof umgeleitet. Die Ringbahn fährt zwischen Beusselstraße und Westend nur eingleisig und lediglich im Zehn-Minuten-Takt. Ab Mittwochmorgen sollen die Züge wieder regulär fahren, wie ein Sprecher der Bahn sagte. Aktuell werden den Angaben nach beschädigte Kabel ausgetauscht und auf ihre Funktion getestet.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist es sicher, auf Top-Up-Websites wie Refilled mit Kreditkarte zu bezahlen?

Jeden Tag gibt es mehr und mehr digitale Shops, die nach deinen Kredit- oder Debitkartendaten fragen. Mit Kreditkarte auf einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pilotengehalt bei Lufthansa: So viel verdienen Piloten 2026 wirklich
16.04.2026

Die anhaltenden Streiks bei der Lufthansa rücken die Vergütungsstrukturen der Piloten erneut in den Mittelpunkt. Wie hoch sind die...

DWN
Panorama
Panorama Geld zurück aus illegalem Online-Glücksspiel?
16.04.2026

Der Europäische Gerichtshof bringt Bewegung in Millionenklagen rund um Online-Glücksspiel ohne deutsche Lizenz. Spieler hoffen plötzlich...

DWN
Politik
Politik Ungarn vor Kehrtwende: Debatte um EU-Kredit für die Ukraine nimmt Fahrt auf
16.04.2026

Nach dem politischen Umbruch in Ungarn rücken die EU-Finanzhilfen für die Ukraine wieder in den Fokus. Wird Budapest seine Blockade...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industriestrompreis: EU gibt Milliarden frei
16.04.2026

Die EU-Kommission öffnet den Weg für einen subventionierten Industriestrompreis in Deutschland. Milliardenhilfen sollen die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch kämpft mit Kostenexplosion: Gewinne brechen dramatisch ein
16.04.2026

Bosch steckt in der Krise – und schreibt erstmals seit Jahren rote Zahlen. Vor allem die enormen Kosten für den Stellenabbau belasten...

DWN
Panorama
Panorama Arag-Analyse: Konflikte bei Arbeit und Wohnen nehmen zu
16.04.2026

Steigende Kosten treiben immer mehr Menschen vor Gericht – selbst bei kleinen Beträgen. Eine neue Analyse zeigt, wie stark Konflikte um...

DWN
Technologie
Technologie AEO: Wie KI-Suchmaschinen Google den Rang ablaufen
16.04.2026

Die klassische Google-Suche verliert an Macht, während KI-Systeme Antworten direkt liefern. Unternehmen kämpfen nicht mehr um Rankings,...

DWN
Finanzen
Finanzen Iran-Krieg verschärft Risiken: Investoren senken Wachstumserwartungen
16.04.2026

Die Erwartungen globaler Investoren an das Wirtschaftswachstum geraten unter Druck, während Inflation und geopolitische Risiken wieder...