Technologie

Ob Fred vom Jupiter lebt? Esa-Sonde „Juice“ umfliegt Erde und Mond

Ein solches Manöver sind die Experten bei der europäischen Raumfahrtbehörde Esa noch nicht geflogen: Auf der Suche nach Spuren von Leben am Jupiter kehrt eine Sonde endlich zu ihrem Heimatplaneten zurück.
07.08.2024 13:02
Lesezeit: 2 min
Ob Fred vom Jupiter lebt? Esa-Sonde  „Juice“ umfliegt Erde und Mond
Die Jupitersonde „Juice“ vor der Erde. Am 19. und 20. August 2024 wird die ESA-Sonde Jupiter Icy Moons Explorer (kurz: Juice) eine Weltpremiere feiern: Sie nutzt die Schwerkraft des Mondes und dann der Erde, um ihre Bahn durch den Weltraum zu krümmen. (Foto: dpa) Foto: ESA

Die Jupitersonde „Juice“ wird auf ihrer Hunderte-Millionen Kilometer langen Reise zum größten Planeten unseres Sonnensystems noch einmal zu Erde und Mond zurückkehren. Die Manöver in einigen Tagen sind wichtig, damit die Sonde später genau zu Jupiter und seinen Monden fliegen kann.

Nach Angaben der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, die den Satelliten vom Kontrollzentrum in Darmstadt aus steuert, ist der Vorbeiflug als Bremsmanöver um Mond und Erde eine Premiere. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sprach der Leiter des Kontrollzentrums, Simon Plum, von „einem gewagten und präzisen Manöver“.

Die Esa bezeichnet es als große Herausforderung, die noch keine andere Weltraummission im Plan hatte. „Der kleinste Fehler könnte Juice vom Kurs abbringen und das Ende der Mission zur Folge haben“, heißt es in einer Mitteilung.

Erst nah am Mond, dann an der Erde

Die im April vergangenen Jahres gestartete Sonde „Juice" (Jupiter icy moons Explorer) soll am 19. August um 23.28 Uhr (MESZ) in einer Höhe von rund 12.000 Kilometern zur Mondoberfläche zunächst den Erd-Trabanten und am Folgetag um 23.57 Uhr (MESZ) in einer Höhe von rund 19.000 Kilometern die Erde umfliegen.

Sie soll dann Kurs zur Venus aufnehmen und später noch zweimal zur Erde zurückkehren. Auch diese Manöver dienen dazu, Kurs aufzunehmen. Erst dann macht sich „Juice“ auf den Weg in das äußere Sonnensystem zu Jupiter und seinen eisigen Monden.

Suche nach Spuren von Leben

„Juice“ mit seinen zehn Instrumenten an Bord soll nach jahrelanger Reise ab 2031 einen genauen Blick auf die Jupitermonde „Europa“, „Kallisto“ und „Ganymed“ werfen. Bei den drei Monden gehen Fachleute davon aus, dass sich unter einem kilometerdicken Eispanzer Wasser befindet – und damit auch mögliche Voraussetzungen auf Leben.

Chance für die Wissenschaft

Die Vorbeiflüge an Mond und Erde bergen für die Wissenschaft aber auch noch andere Chancen. „Der Juice-Vorbeiflug an der Erde und am Mond bietet den wissenschaftlichen Teams eine erstklassige Testumgebung, um zum ersten Mal Daten von einer echten Oberfläche im Weltraum zu sammeln und zu analysieren“, sagte Plum. Die Mission am Gasriesen Jupiter soll von 2031 bis voraussichtlich 2035 dauern.

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