Politik

SPD-Innenminister im Wahlkampf: Kritik aus Thüringen an SPD-Spitzen-Beschluss zu US-Raketen

Stationierung von US-Raketen: Thüringer SPD-Spitzenkandidat Maier kritisiert fehlende Einbindung der Partei beim Beschluss des Bundespräsidiums zur Stationierung weitreichender US-Raketen in Deutschland.
14.08.2024 10:00
Lesezeit: 2 min

Thüringens SPD-Innenminister Georg Maier übt nach einer Positionierung der seiner eigenen Parteispitze zu Stationierungen von US-Raketen in Deutschland Kritik.

Maier zeigte sich überrascht von dem Beschluss von Montag, in dem sich das SPD-Präsidium für eine Stationierung von weitreichenden US-Waffen in Deutschland ausspricht und bemängelt den Zeitpunkt dafür.

„Der Beschluss macht es uns im Wahlkampf nicht einfacher“, sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 1. September im Interview mit Deutschlandfunk. Den eigentlichen Inhalt des Beschlusses kritisierte er ausdrücklich nicht. „Die nationalen Sicherheitsinteressen gehen vor, mir geht es darum, wie das zustande kam und kommuniziert wird.“ Er wäre gerne vorher über den Schritt informiert worden, so Maier.

In dem Beschluss heißt es etwa, die Stationierung der Waffen sei keine konfrontative Aufrüstung, sondern eine Stärkung der Verteidigung Deutschlands und der Bündnisfähigkeit von Nato und EU mit Waffensystemen, über die Russland seit Jahren verfüge.

Öl im Wahlkampf-Feuer

Die Problematik von Krieg und Frieden mit Blick auf Russland und die Ukraine sei im Thüringer Wahlkampf ein dominierendes Thema. Das erlebe er auch bei Gesprächen an Infoständen, berichtete Maier im Deutschlandfunk. Populisten der AfD und vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) nutzten seiner Ansicht nach die Debatte, um immer wieder von eigentlichen Thüringer Themen abzulenken. Maier verwies etwa auf geringere Renten und Gehälter in Ostdeutschland.

Er gehe davon aus, dass die Positionierung der Parteispitze die SPD bei der Landtagswahl Stimmen kosten werde, sagte Maier auf eine entsprechende Frage im Interview.

Umfrage: SPD-Einzug in Landtag unsicher

Nach einer jüngsten Insa-Umfrage im Auftrag der Funke Medien Thüringen liegt die SPD – die aktuell in Erfurt noch eine Minderheitsregierung mit Linke und Grüne bildet – bei nur noch sechs Prozent. Das heißt: Die SPD rückt der für den Einzug ins Parlament entscheidenden Fünf-Prozent-Hürde immer näher.

Die in Thüringen als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD kommt demnach auf 30 Prozent. Die CDU und das BSW kommen auf 21 beziehungsweise 19 Prozent. Die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow liegt bei 16 Prozent. Grüne und FDP würden nach aktuellen Umfragen mit drei Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: Warum der Ausverkauf für Anleger zur großen Chance werden könnte
28.07.2026

Billionen Dollar Börsenwert sind verschwunden, Technologiekonzerne stürzen ab und die Angst vor einer platzenden KI-Blase wächst. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Mehr Ertrag, weniger Blindflug: Was Anleger über Risiko wissen sollten
28.07.2026

Hohe Rendite gilt vielen Anlegern automatisch als gefährlich – doch die wahre Gefahr kann ganz woanders liegen. Wer versteht, wie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fünf Punkte: Was Sie über Trumps neue Zölle wissen müssen
28.07.2026

Der US-Präsident kündigte Ende letzter Woche neue Zölle für eine Vielzahl von Volkswirtschaften an, darunter auch die EU. Hier finden...

DWN
Finanzen
Finanzen Mercedes-Aktie: Konzern senkt Prognose
28.07.2026

Die Mercedes-Aktie steht nach neuen Zahlen im Fokus: Der Konzern steigert zwar seinen Gewinn, doch das schwache China-Geschäft belastet...

DWN
Technologie
Technologie Neuer E-Lkw rollt mit China-Technik aus Österreich
28.07.2026

Ein neuer E-Lkw verbindet chinesische Antriebstechnik mit europäischer Fertigung – und rollt nun aus Österreich auf die Straße.

DWN
Panorama
Panorama Waldbrand im Urlaub: Was Urlauber jetzt wissen müssen
28.07.2026

Rauch, Evakuierungen und gesperrte Straßen können den Traumurlaub binnen Stunden verändern. Doch welche Möglichkeiten haben Reisende in...

DWN
Politik
Politik Trump-Vertraute Loomer in der Ukraine: „Russland hat mich getäuscht“
28.07.2026

Jahrelang verbreitete Laura Loomer die Erzählungen des Kremls und beschimpfte die Ukraine als Land der „Nazi-Apologeten“. Nun reist...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenschluss: Chipwerte ziehen Nasdaq nach untentitle
27.07.2026

Spannung an der Wall Street: Was Anleger jetzt über die jüngsten Marktbewegungen wissen müssen.