Politik

Einigung Bundeshaushalt 2025: Ampel-Regierung erzielt neuen Kompromiss

Die Führungsspitzen der Ampel-Koalition haben sich erneut auf einen Kompromiss zum Bundeshaushalt 2025 geeinigt. Dies gab ein Regierungssprecher bekannt. "Die Schuldenbremse des Grundgesetzes wird weiterhin eingehalten, und es wird keine Umgehung geben." Die Einigung zum Bundeshaushalt 2025 umfasst hauptsächlich Umschichtungen von Geldern für die Deutsche Bahn.
16.08.2024 16:51
Aktualisiert: 16.08.2024 16:51
Lesezeit: 2 min
Einigung Bundeshaushalt 2025: Ampel-Regierung erzielt neuen Kompromiss
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, rechts nach links), Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Christian Lindner (FDP), Bundesminister der Finanzen, nehmen an einer Pressekonferenz zum Haushaltsplan 2025 teil (Foto: dpa). Foto: Kay Nietfeld

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Heute wird die Bundesregierung, wie im Juli vereinbart, nach Abschluss aller Prüfungen den Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2025 offiziell an den Bundestag und den Bundesrat übergeben. Im Vergleich zum Juli-Beschluss haben wir zusätzliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sowie Darlehen und Kapital für die Deutsche Bahn beschlossen und weitere allgemeine Einsparungen vorgenommen." Der Haushalts-Gesetzgeber könne nun nach der parlamentarischen Sommerpause mit den Beratungen zum Bundeshaushalt 2025 beginnen.

Laut Bundesregierung wird durch den neuen Kompromiss die sogenannte globale Minderausgabe um etwa 4,5 Milliarden Euro auf rund 12 Milliarden Euro reduziert. Diese Minderausgabe ist im Bundeshaushalt 2025 eine finanzielle Lücke. Die Regierung geht jedoch davon aus, dass sich diese durch positive wirtschaftliche Entwicklungen weiter verringern wird. Das Parlament steht dennoch vor der Herausforderung, diese vergleichsweise große Lücke im Haushalt durch Beratungen zu schließen.

Erneute Verhandlungen notwendig

Bereits Anfang Juli hatten Bundeskanzler Scholz, Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) eine Einigung über den Bundeshaushalt 2025 bekannt gegeben. Wochenlang hatten sie zuvor verhandelt, um eine Lücke von mindestens 30 Milliarden Euro zu schließen, was letztlich ohne übermäßige Sparmaßnahmen gelang.

Im ursprünglichen Entwurf, der im Juli vorgestellt wurde, war eine globale Minderausgabe von etwa 17 Milliarden Euro geplant. Die Bundesregierung geht dabei davon aus, dass die Ministerien ohnehin nicht das gesamte Budget ausgeben werden, beispielsweise aufgrund von Projektverzögerungen. Solche Minderausgaben sind üblich, aber die Summe war ungewöhnlich hoch.

Deshalb sollte die finanzielle Lücke um etwa acht Milliarden Euro verringert werden. Es gab Prüfaufträge, ob die Deutsche Bahn und die Autobahngesellschaft kreditfinanzierte Darlehen statt direkter Haushaltszuschüsse erhalten sollten. Auch Gelder der staatlichen Förderbank KfW wurden in Erwägung gezogen.

Gutachten werfen Fragen auf

Lindner äußerte nach der Einigung Zweifel, ob alle geplanten Maßnahmen rechtlich und wirtschaftlich umsetzbar seien.

Zwei Gutachten bestätigten diese Bedenken teilweise, woraufhin die Koalition entschied, die Idee zu verwerfen, 4,9 Milliarden Euro der KfW nicht wie geplant für die Gaspreisbremse, sondern für andere Zwecke im Bundeshaushalt 2025 zu verwenden.

Es war zudem umstritten, ob die Deutsche Bahn und die Autobahngesellschaft unterstützt werden können, ohne die Schuldenbremse zu verletzen. Lindner und Scholz vertraten hierzu unterschiedliche Positionen, was schließlich zu Nachverhandlungen führte.

Mehr Eigenkapital für die Deutsche Bahn

Konkret plant die Bundesregierung nun, der Infrastruktursparte der Deutschen Bahn AG zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 4,5 Milliarden Euro bereitzustellen, um die im bisherigen Entwurf des Bundeshaushalts 2025 vorgesehenen Zuschüsse zu ersetzen. Darüber hinaus soll die Bahn ein Darlehen in Höhe von drei Milliarden Euro vom Bund erhalten. Die Schuldenbremse bleibt davon unberührt.

Für 2025 ist eine Eigenkapitalerhöhung von rund 5,9 Milliarden Euro vorgesehen, damit die Bahn Investitionen zur Sanierung des Schienennetzes tätigen kann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft FlixTrain rüstet auf: Milliardeninvestition verschärft Wettbewerb mit der DB im Fernverkehr
13.03.2026

FlixTrain investiert Milliarden in neue Fernzüge und baut sein Angebot im deutschen Fernverkehr deutlich aus. Kann der private Anbieter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Haushalt unter Druck: Steigender Ölpreis bringt nur begrenzte Entlastung
13.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Ölpreise weltweit steigen und verschafft Russland kurzfristig höhere Einnahmen aus dem...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Stoïk: Cyberrisiken neu denken, bevor ein Schaden entsteht
13.03.2026

Cyberangriffe werden häufiger und teurer. Stoïk kombiniert Cyberversicherung, Prävention und Cybersicherheitslösungen. Das Unternehmen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg erschüttert die Märkte: Ölpreis, Aktien und Bitcoin unter Druck
13.03.2026

Der Iran-Krieg sorgt weltweit für starke Ausschläge bei Ölpreisen, Aktien, Währungen, Gold und Bitcoin und verschärft die Unsicherheit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisbremse an der Zapfsäule: Kommt die neue Tankstellen-Regelung noch vor Ostern?
13.03.2026

Pünktlich zum Osterreiseverkehr will das Bundeswirtschaftsministerium den täglichen Preissprüngen an den Tankstellen einen Riegel...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa-Streik legt Drehkreuze lahm: Hunderte Flüge am zweiten Tag gestrichen
13.03.2026

Der Tarifstreit im Cockpit eskaliert weiter: Auch am zweiten Streiktag hinterlässt der Arbeitskampf der Pilotengewerkschaft Vereinigung...

DWN
Politik
Politik Mission am Polarkreis: Warum der Kanzler den hohen Norden besucht
13.03.2026

Von Raketenstarts bis zur Energiesicherheit: Bundeskanzler Friedrich Merz reist heute ins norwegische Andenes, um die deutsch-norwegische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepolitik in der Iran-Krise: Wirtschaftsbeiräte legen Strategiepapier vor
13.03.2026

In der Debatte um die rasant steigenden Energiekosten plädieren die Berater von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für...