Finanzen

Energie sparen: 10 Tipps, um Strom, Gas und damit bares Geld zu sparen

In Zeiten hoher Energiekosten wird es für Unternehmer immer wichtiger, ihre Betriebsausgaben zu senken. Deutschland ist noch immer in hohem Maße abhängig von Energieimporten - insbesondere von Öl und Gas. Wir haben 10 Tipps, mit denen Unternehmer und Privatleute ganz leicht Energie sparen können.
11.10.2024 13:37
Lesezeit: 4 min
Energie sparen: 10 Tipps, um Strom, Gas und damit bares Geld zu sparen
Unternehmer können richtig viel Geld sparen, wenn sie Energie sparen (Foto: iStockphoto / vchal) Foto: vchal

Der Krieg in der Ukraine macht deutlich, dass wir unabhängiger von importiertem Gas und anderer Energie werden sollten. Ob es um einen produzierenden Betrieb mit großen Hallen voller energiehungriger Maschinen geht, eine Software-Schmiede mit zu kühlendem Serverraum oder ein kleines Architekturbüro mit ein paar Computern – wer seinen Energieverbrauch optimiert, steigert die eigene Effizienz und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit.

Tipp 1: Energie sparen - verschaffen Sie sich einen Überblick!

Viele Unternehmer wissen gar nicht, welches Energie-Sparpotenzial sie haben. Der erste Schritt ist daher, sich einen Überblick zu verschaffen. Hier helfen gesunder Menschenverstand, ein prüfender Blick sowie die Erhebung verschiedener Daten. Das Strom-Lastmanagement beispielsweise lässt sich überprüfen, indem man das Lastprofil vom Energieversorger anfordert und unter die Lupe nimmt. Wichtig ist hier die Grundlast.

Weitere Fragen dazu sind: Gibt es Leistungsspitzen und wodurch werden sie hervorgerufen? Ist eine Lastverschiebung möglich, um Geld zu sparen? Eine weitere Möglichkeit, den Sparpotentiale zu ermitteln, kann ein Energie-Audit sein, der zwar erstmal Zeit und Geld kostet, dafür aber mittelfristig Geld spart.

Tipp 2: Es werde Licht!

Wer natürliches Licht nutzt, spart Geld. Und je nach Alter der aktuellen Leuchtmittel lässt sich noch mal mehr sparen, wenn man die alten Glühbirnen durch moderne LEDs ersetzt. Das klingt erstmal nach nicht viel Geld, doch über die Jahre kommt einiges zusammen.

Gleiches gilt für die Nutzung der Leuchtmittel. Müssen sie immer an sein? In Fluren, auf Toiletten oder in der Kaffeeküche können sich Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren lohnen.

Tipp 3: Obacht, Druckluft!

Wer Druckluft in seiner Produktion einsetzt, weiß: sie verbraucht enorme Energiemengen. Regelmäßige Wartung und Kontrolle der gesamten Anlagen sind daher ein absolutes Muss. Jedes Leck kostet Geld. Auch eine Absenkung des Drucks um einen Bar spart bereits mehrere Prozent Energie ein. Höhere Anschaffungskosten für effizientere Geräte können sichschon nach wenigen Jahren auszahlen – ebenso wie ein ausführlicher Leckage-Check. Die IHK empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Leckagen vermeiden

  • Anpassung der Druckluftverteilung

  • Einsatz effizienter Kompressoren

  • Energieoptimierte Steuerung

  • Druckluftspeicherung

  • Druckluftaufbereitung

  • Abwärme nutzen

Tipp 4: Abwärme nutzen und Energie sparen

In vielen Unternehmen entsteht Wärme als unerwünschtes Nebenprodukt. Oft entweicht die sogenannte Abwärme in die Umwelt oder muss aufwendig herunter gekühlt werden. Inzwischen erkennen Unternehmen das Potenzial, das in der industriellen Nutzung dieser Abwärme liegt. Abwärmenutzung ist besonders für produzierende Unternehmen interessant. Abwärme muss keine hohen Temperaturen haben, um für andere Prozesse Energie zu liefern.

Für die Beheizung von Räumen reichen bereits 30 Grad aus. Für die Vorwärmung von Verbrennungsluft benötigen Sie allerdings Temperaturen in Höhe von 400 Grad. Wer das Potential von Abwärme bislang nicht auf dem Schirm hatte, sollte sich darüber informieren.

Tipp 5: Heizungs- und Klimaanlagensysteme warten und optimieren

Um die Effizienz von Klima- und Lüftungsanlagen zu optimieren, sollten diese an den Bedarf angepasst und regelmäßig gewartet werden. Alte Anlagen sollten optimiert oder modernisiert werden. Ob in der Gastronomie, im Lebensmittelhandel, in der Floristik oder im klimatisierten Büro: Kälteanlagen bergen häufig enorme Einsparpotenziale. Werden sie nicht regelmäßig gewartet und gepflegt, steigt der Stromverbrauch, da Wärmetauscher verstopfen, Filter dicht sitzen und Kühlmittel auslaufen.

Und es muss nicht immer volle Pulle sein: Wer seine Kühlanlage beispielsweise von 19 Grad auf 22 Grad einstellt, kann richtig viel Energie sparen. Mit außenliegendem Sonnenschutz kann zudem die Kühllast reduziert werden.

Tipp 6: Das Geld nicht verheizen

Eigentlich klar, doch das Einsparpotential ist größer, als viele erwarten. Wer etwa die Raumtemperatur am Arbeitsplatz um 1 bis 2 Grad reduziert, kann zwischen 6 und 12 Prozent Energie und damit Kosten sparen. Natürlich sollte man die Mitarbeiter aber nicht frieren lassen, hier gilt es, eine gute Balance zu finden. Wichtig dabei ist das richtige Lüften, um Schimmel zu vermeiden. Grundsätzlich sollte in der Heizperiode immer nur stoß- oder quergelüftet werden, denn im Vergleich zur einfachen "Kipp-Lüftung" lässt sich dabei deutlich mehr Energie sparen.

Wichtig: Beim Lüften müssen vor dem Öffnen der Fenster die Thermostate der Heizung komplett zugedreht und nach dem Schließen wieder auf die gewünschte Raumtemperatur hochgedreht werden (in der Regel Stufe 3). Die Thermostate voll aufzudrehen beschleunigt den Heizvorgang nicht. Die Beheizung von Fluren und Nebenräumen sollte reduziert und auf das Mindestmaß beschränkt werden. Mit einem Dichtungsband lassen sich die Fenster ohne großen Aufwand besser abdichten.

Tipp 7: Die Mitarbeiter ins Boot holen

Wenn die Mitarbeiter sich wenig ums Energiesparen scheren, bleibt ein gigantisches Einsparpotential auf der Strecke und viele von oben angeordnete Maßnahmen versanden einfach. Denn ob der Kippschalter an der Steckdosenleiste, das Standby am Bildschirm oder das weit offene Fenster bei voll aufgedrehter Heizung: die Masse macht's! Wenn die Mitarbeiter an Bord sind und entsprechend sensibilisiert und geschult, helfen sie beim Energiesparen. Derlei Maßnahmen sind kostengünstig und zeigen schnell Wirkung, ohne dass große Investitionen erforderlich sind.

Tipp 8: Energiesparende IT-Infrastruktur

Um die IT kommt keine Firma mehr herum. Natürlich hat die Kurzwarenhandlung einen anderen Bedarf als die Serverfarm, doch für viele KMU spielt IT nicht nur in der Software sondern auch als Hardware eine immer größere Rolle. Hier kann es sich vor Anschaffung lohnen, die Energiekosten mit zu bedenken und dabei auf mittelfristige Lösungen zu setzen. Nicht jedes Unternehmen braucht einen eigenen Serverraum – eventuell lässt sich vieles auch in die Cloud auslagern.

Tipp 9: Mobilitätsmanagement

Eine nachhaltig gestaltete Mobilität im Unternehmen führt zu Kostensenkungen, fördert Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist gut fürs Image. Ein sinnvolles Werkzeug, um diese Ziele zu erreichen ist es, ein betriebliches Mobilitätsmanagement einzuführen, um unabhängiger von fossilen Kraftstoffen zu werden.

  • Anreize zum Fahrradfahren, zum Beispiel Fahrradleasing sowie sichere Abstellplätze

  • Job-Tickets für die ÖPNV-Nutzung oder Zuschüsse

  • Reduzierung kostenfreier Parkplätze

  • Einrichten der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge

  • Förderung von Fahrgemeinschaften

Tipp 10: Auf Energieeffizienz achten

Ein Oldie but Goldie: Beim Kauf neuer Maschinen sollten Unternehmer auf deren Energieverbrauch achten und gegebenenfalls staatliche Förderprogramme nutzen, die den Umstieg auf effizientere Technologien unterstützen. Viele Geräte verfügen über Energiesparmodi, die oft nicht genutzt werden. Durch den Einsatz solcher Funktionen können Unternehmen, vor allem im Büroalltag, ohne große Investitionen sofort den Energieverbrauch senken.

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Maximilian Modler berichtet über spannende Entwicklungen aus den Bereichen Energie, Technologie - und über alles, was sonst noch für die deutsche Wirtschaft relevant ist. Er hat BWL, Soziologie und Germanistik in Freiburg, London und Göteborg studiert. Als freier Journalist war er u.a. für die Deutsche Welle, den RBB, die Stiftung Warentest, Spiegel Online und Verbraucherblick tätig.

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