Technologie

Wärmepumpe dominiert in Neubauten: Zwei Drittel setzen auf elektrische Heizlösung

Wärmepumpen gewinnen in Neubauten weiter an Bedeutung: 2023 entschieden sich Bauherren in zwei Dritteln der neuen Wohngebäude für diese Heiztechnologie. Gasheizungen und Fernwärme bleiben zwar wichtig, verlieren jedoch Marktanteile. Diese Entwicklung unterstreicht die fortschreitende Elektrifizierung und die Rolle der Wärmewende in Deutschland.
10.11.2024 09:51
Lesezeit: 2 min

Die Heiztechnik in deutschen Wohngebäuden befindet sich im Wandel: Wärmepumpen sind 2023 zur bevorzugten Wahl in Neubauten geworden. Ein Anteil von 64,6 Prozent aller installierten Heizsysteme in neu errichteten Wohnhäusern – sowohl Ein- als auch Mehrfamilienhäuser – setzt mittlerweile auf diese Lösung. Die zunehmende Elektrifizierung zeigt eine klare Entwicklung in der Wärmeversorgung auf. Ein Vergleich über die letzten zehn Jahre verdeutlicht diesen Trend: Im Jahr 2013 lag der Anteil der Wärmepumpen noch bei 32,2 Prozent.

Gasheizungen verlieren an Bedeutung

Auch der Rückgang von Gasheizungen unterstreicht die Veränderung in der Heiztechnologie: 2023 wurden sie in nur noch 20,3 Prozent der neu errichteten Wohngebäude installiert. Vor einem Jahrzehnt machten sie noch rund die Hälfte der Heizsysteme aus, doch ihr Anteil hat sich inzwischen mehr als halbiert. Fernwärmesysteme, die vor allem in Mehrfamilienhäusern und Wohnblocks Anwendung finden, wurden in 8,2 Prozent der Neubauten installiert. Bei allen fertiggestellten Wohnungen erreicht die Fernwärme allerdings einen beachtlichen Anteil von 26,1 Prozent. Andere Heiztechnologien wie Stromheizungen (1,8 Prozent), Holz oder Holzpellets (3,7 Prozent) und Solarthermie (0,5 Prozent) spielen in Neubauten eine untergeordnete Rolle, ebenso wie Ölheizungen, die nur noch einen Anteil von 0,3 Prozent aufweisen.

Die Wärmewende in Deutschland

"Wärmepumpen und Fernwärme sind entscheidende Technologien für die künftige Wärmeversorgung und den Erfolg der Wärmewende", sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Die Zahlen zeigen, dass klimafreundliche Heiztechnologien vor allem in Neubauten immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Wohnungsbestand geht der Wandel hingegen langsamer voran als in Neubauten."

Gleichzeitig sieht Andreae auch Potenzial im Gebäudebestand. Wärmepumpen könnten – insbesondere in Kombination mit energetischen Gebäudesanierungen – auch hier zur klimafreundlichen und kosteneffizienten Wärmeversorgung beitragen. "Derzeit bieten Bund und Länder zahlreiche Förderprogramme für energetische Gebäudesanierungen sowie für die Installation von Wärmepumpen und anderen nachhaltigen Heizlösungen an", erklärt Andreae. "Lokale Energieversorger arbeiten dabei mit den Kommunen an der Wärmeplanung und unterstützen Bauherren und Eigentümer mit umfassenden Beratungsangeboten zu passenden Heizlösungen."

Netzinfrastruktur für Wärmepumpen sichern

Um den weiteren Ausbau der Wärmepumpen voranzutreiben und ihre Integration in das Stromnetz zu gewährleisten, sei laut Andreae ein Ausbau der Netzinfrastruktur unerlässlich. "Die Bundesregierung muss die finanziellen Rahmenbedingungen für den Netzausbau schaffen. Eine starke Netzinfrastruktur ist unverzichtbar, um die steigende Nachfrage durch Wärmepumpen und den damit verbundenen Strombedarf langfristig zu decken."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Cupra Terramar im Test: Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens ist nur noch Erinnerung
23.05.2026

Der Cupra Terramar will nicht brav sein. Er kombiniert SUV-Format, Premium-Gefühl und sportliche Optik mit einem Benziner, der mehr kann,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hohe Ölpreise: IEA erwartet neuen Wachstumsschub für Elektroautos
23.05.2026

Elektroautos verkaufen sich weltweit so stark wie nie zuvor. Hohe Energiepreise und die Krise im Nahen Osten könnten diesen Trend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ökonomen ratlos: Stehen wir vor einer großen Weltwirtschaftskrise?
23.05.2026

Pessimisten warnen vor Stagflation, Optimisten vertrauen auf KI und starke Unternehmen. Die Wahrheit über die Weltwirtschaft könnte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DreiMeister-Insolvenz: Traditionsreicher Schokoladenproduzent unter Druck – 150 Jobs bedroht
22.05.2026

Mit der DreiMeister-Insolvenz gerät ein bekannter deutscher Pralinenhersteller in schwere Turbulenzen. Trotz internationaler Kunden und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: S&P verzeichnet längste Gewinnserie seit 2023
22.05.2026

Was die Märkte antreibt und welche entscheidenden Signale Anleger jetzt im Blick behalten sollten

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Start-up selvendo: Wenn künstliche Intelligenz Unternehmensnachfolger für den Mittelstand sucht
22.05.2026

Rund 250.000 Unternehmen stehen in den kommenden Jahren vor dem Aus, weil sich kein Nachfolger findet. Das Start-up selvendo vermittelt...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
22.05.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft im Alarmzustand: Fünf Daten zerlegen den Aufschwung
22.05.2026

Deutschland steht wirtschaftlich schlechter da, als das schwache Wachstum vermuten lässt. Industrie, Konsum, Inflation und Arbeitsmarkt...