Politik

Rocketman: Putin kündigt Serienproduktion neuer Mittelstreckenwaffe an

Der Westen verurteilt den Einsatz der neuen russischen Mittelstreckenrakete gegen die Ukraine als neuerliche Eskalation - Moskau feiert seine eigene Demonstration der Stärke. Putin will mehr davon.
23.11.2024 07:18
Lesezeit: 2 min

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die beim Beschuss der ukrainischen Großstadt Dnipro eingesetzte neue Mittelstreckenrakete als weltweit einzigartig gelobt und eine Serienproduktion angekündigt. So eine Waffe habe «bisher niemand anders auf der Welt», sagte der Kremlchef bei einer Besprechung mit ranghohen Militärs und Vertretern der Rüstungswirtschaft. Die Entscheidung zur Serienproduktion sei gefallen, sie sei praktisch schon organisiert. Moskau werde die Erprobung der Rakete dabei weiter fortsetzen, auch im Kampfeinsatz, betonte er.

Die als Oreschnik (deutsch: Nuss-Strauch) bezeichnete Rakete sei keine Modernisierung sowjetischer Technik, sondern zeuge vom technischen Fortschritt russischer Ingenieurskraft und der Stärke des Rüstungssektors, sagte ein sichtlich zufriedener Putin. "Die Resultate ihres Einsatzes sind von ihrem Effekt und ihrer Leistungsfähigkeit her vergleichbar mit dem Einsatz strategischer Waffensysteme."

Dabei zähle das System Oreschnik weder zu den strategischen Waffen noch zu den Massenvernichtungswaffen, weil es auch sehr gezielt eingesetzt werden könne, fügte er hinzu. Moskau zufolge soll die Rakete mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegen und unerreichbar für Flugabwehrsysteme sein. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Experten gehen davon aus, dass die Rakete technisch gesehen auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden könnte.

Neuer Raketenangriff als Botschaft an den Westen

Russland hatte die Ukraine am Donnerstag mit einer neuen ballistischen Mittelstreckenrakete beschossen. Nach russischen Angaben wurde damit in Dnipro ein Rüstungsbetrieb angegriffen. Moskau hatte den Start der Rakete aber auch bewusst zur Abschreckung des Westens genutzt. Dieser soll daran gehindert werden, die von Russland angegriffene Ukraine weiter zu unterstützen - vor allem nicht mit weitreichenden Raketen zum Beschuss von Militärobjekten auf russischem Gebiet.

Aus Sicht der Nato ist es inteessant die Rakete im Einsatz gesehen zu haben, um sie nun genauer analysieren zu können. Dass die Amerikaner nicht sonderlich beeindruckt sind vom Können der russischen Ingenieure, zeichnet sich schon seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts ab. Im wesentlichen ist Russland mit Technik von vor 30 Jahren unterwegs, kommt deswegen auch nur unter erheblichen Verlusten von Infanteristen von der Stelle. Militärexperten sehen die Ankündigung Putins denn auch "in erster Linie als eine typische Propagandamitteilung der Russen" an.

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