Wirtschaft

Industrieproduktion sinkt weiter – Schwäche der Autobranche belastet

Die Industrieproduktion in Deutschland bleibt in der Krise und startet schwach ins Schlussquartal. Im Oktober kam es überraschend zu einem erneuten Rückgang, die schwächelnde Autobranche belastet.
06.12.2024 12:07
Lesezeit: 1 min
Industrieproduktion sinkt weiter – Schwäche der Autobranche belastet
Das Containerterminal im Hafen von Bremerhaven: Die Konjunktur in Deutschland schwächelt, die Industrieproduktion sinkt weiter (Foto: dpa). Foto: Sina Schuldt

Verglichen mit dem Vormonat sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag in Wiesbaden bekannt gab. Analysten hatten dagegen im Durchschnitt einen Zuwachs von 1,0 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Produktion sogar um deutliche 4,5 Prozent.

Industrieproduktion: September-Rückgang korrigiert

Der Produktionsrückgang im September fiel etwas geringer aus als bisher gemeldet. Das Bundesamt korrigierte den Rückgang im Monatsvergleich auf 2,0 Prozent, nachdem zuvor ein Minus von 2,5 Prozent gemeldet worden war.

Energie und Automobilindustrie bremsen Produktion

Nach Angaben des Bundesamts war der Produktionsrückgang im Oktober vor allem durch die Energieerzeugung geprägt. Diese sank saison- und kalenderbereinigt um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Auch die Automobilindustrie trug mit einem Rückgang von 1,9 Prozent maßgeblich zur schwachen Industrieproduktion bei.

Ein Produktionsrückgang zeigte sich zudem bei Investitions- und Konsumgütern. Im Gegensatz dazu konnte die Fertigung von Vorleistungsgütern einen leichten Zuwachs verzeichnen. Außerhalb der Industrieproduktion stagnierte die Bauwirtschaft auf dem Niveau des Vormonats, wie Destatis weiter berichtete.

Experten sehen düstere Aussichten

Experten beurteilen die Lage in der deutschen Industrie weiterhin als angespannt. "Die Industrie hat den Start ins Schlussquartal 2024 verpatzt", analysierte Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg. Ein halbwegs versöhnlicher Abschluss des Jahres werde für die deutsche Wirtschaft immer unwahrscheinlicher. "Die Perspektiven für das kommende Jahr sind nicht besser – vor allem angesichts eines möglichen Handelskonflikts mit den USA, Deutschlands wichtigstem Handelspartner", so Völker.

Deutschland auf Schlusslichtposition bei Wachstum

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet, dass Deutschland 2025 beim Wirtschaftswachstum das Schlusslicht unter den Industrienationen bildet. Die OECD korrigierte ihre Wachstumsprognose für die größte Volkswirtschaft Europas erneut nach unten und rechnet nun nur noch mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Fazit: Die deutsche Industrieproduktion ist weiter unter Druck. Insbesondere die Automobilbranche und die Energieerzeugung bremsen die Konjunktur. Experten warnen vor einer Verschärfung der Lage im kommenden Jahr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Frankreich steckt mitten im finanziellen Sturm: Kann daraus eine Schuldenkrise werden?
21.10.2026

Frankreich kämpft mit hohen Defiziten, steigenden Zinsen und politischer Unsicherheit. Erinnerungen an die europäische Schuldenkrise...

DWN
Politik
Politik Bürgergeld: 1,4 Millionen Arbeitslose beziehen seit fünf Jahren Grundsicherung
21.10.2026

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die im Bürgergeld festhängen, hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht. Die Zahlen der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Unternehmen mieten massiv Lagerflächen in der EU. Am meisten in Polen
21.10.2026

Chinesische Unternehmen bauen ihre Logistikpräsenz in Europa massiv aus. Besonders Polen entwickelt sich zum zentralen Knotenpunkt für...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Achterbahnfahrt bei KI- und Tech-Aktien am Dienstag
20.10.2026

Spannung an der Wall Street: Was hinter den jüngsten Kursbewegungen steckt und welche Werte jetzt überraschen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....