Technologie

Bosch: Milliarden-Übernahme stärkt globale Position im Klimageschäft

Die milliardenschwere Übernahme von Geschäftsbereichen des Gebäudetechnik-Konzerns Johnson Controls durch Bosch schreitet weiter voran. "Der Übernahmeprozess ist auf Kurs", bestätigte ein Sprecher von Bosch auf Nachfrage. In ersten Staaten seien bereits kartellrechtliche Freigaben erfolgt, während andere Verfahren noch ausstehen.
03.01.2025 14:18
Aktualisiert: 03.01.2025 14:18
Lesezeit: 2 min

Der Abschluss des Kaufs bleibt weiterhin für Mitte 2025 vorgesehen – vorausgesetzt, dass alle Wettbewerbsbehörden zustimmen. Zusätzliche Details wurden nicht genannt, da die kartellrechtlichen Vorgaben dies untersagen.

Im Juli 2024 hatte Bosch verkündet, Teile von Johnson Controls erwerben zu wollen. Konkret betrifft dies das Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft für Wohn- und kleine Gewerbegebäude. Im Rahmen des Deals wird auch ein Joint Venture zwischen Johnson Controls und dem japanischen Industriekonzern Hitachi übernommen. Der Kaufpreis liegt bei etwa 7,4 Milliarden Euro. Johnson Controls, ein Unternehmen mit US-amerikanischen Wurzeln, hat seinen Hauptsitz in Cork, Irland.

Größte Übernahme in der Geschichte von Bosch

Nach Aussagen von Bosch-Chef Stefan Hartung handelt es sich bei dieser Transaktion um die größte Übernahme in der fast 140-jährigen Unternehmensgeschichte. Die zur Übernahme vorgesehenen Geschäfte erzielten 2023 einen Umsatz von rund vier Milliarden Euro. Die Transaktion umfasst 16 Produktionsstandorte sowie 12 Entwicklungszentren in über 30 Ländern. Rund 90 Prozent des Umsatzes wurden in den USA und Asien generiert, wo etwa 12.000 Beschäftigte tätig sind.

Strategisch verfolgt Bosch mit diesem Schritt mehrere Ziele: Zum einen soll die Marktposition in den USA und Asien gestärkt werden. Zum anderen plant das Unternehmen, den Bereich Klimatisierung sowie das globale Geschäft mit Wärmepumpen auszubauen. Bislang ist Bosch vor allem in Europa mit seiner Tochterfirma Bosch Home Comfort Group präsent, die Marken wie Buderus umfasst und auf den Heizungsmarkt spezialisiert ist.

Bosch setzt auf Wachstum im Klimageschäft

Der Heizungs-, Lüftungs- und Klimamarkt bietet aus Sicht von Bosch erhebliches Wachstumspotenzial. Der Konzern rechnet damit, dass der weltweite Markt für entsprechende Produkte bis 2030 um 40 Prozent zulegen wird. Treibende Kräfte sind hierbei technologische Fortschritte, der Klimaschutz sowie neue gesetzliche Vorgaben. Bosch strebt eine Spitzenposition in diesem globalen Markt an. Das neu übernommene Geschäft soll in die Bosch Home Comfort Group integriert werden. Der Umsatz dieser Tochtergesellschaft, der zuletzt bei etwa fünf Milliarden Euro lag, und die Zahl der Mitarbeiter würden sich nach der Übernahme nahezu verdoppeln.

Bosch ist vor allem als weltgrößter Autozulieferer bekannt, bietet jedoch auch Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge und Wärmepumpen an. Die vielseitige Aufstellung des Unternehmens, oft ein Vorteil, bringt aktuell jedoch Herausforderungen mit sich, da Bosch in nahezu allen Geschäftsbereichen mit wirtschaftlichem Gegenwind konfrontiert ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ESG-Investitionen unter Druck: Was der amerikanische Rückzug für europäische Anleger bedeutet

Die Entscheidung mehrerer grosser amerikanischer Vermögensverwalter, sich aus ESG-bezogenen Investitionsallianzen zurückzuziehen, hat in...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen eBay-Deal sorgt für Zweifel: Warum Michael Burry seine GameStop-Aktien verkauft hat
14.05.2026

Michael Burry zieht bei der GameStop-Aktie die Reißleine, während Ryan Cohen mit eBay den bislang kühnsten Umbau des Konzerns anstrebt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lebenslauf verliert an Bedeutung: Warum sich der Bewerbungsprozess verändert
14.05.2026

Der Lebenslauf gilt für viele Arbeitgeber weiterhin als zentrales Instrument im Bewerbungsprozess und prägt maßgeblich die Auswahl von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Produktivität durch KI: Nobelpreisträger Philippe Aghion warnt vor Risiken für den Arbeitsmarkt
14.05.2026

Die KI-Revolution verspricht mehr Produktivität, stellt die EU-Arbeitsmärkte aber gleichzeitig vor eine politische Bewährungsprobe. Kann...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Inflationssorgen spalten die Wall Street
13.05.2026

Während eine überraschende Wirtschaftsentwicklung für Nervosität sorgt, richten Anleger ihre Blicke auf neue Chancen – ein Balanceakt...

DWN
Politik
Politik Versorgungssicherheit im Fokus: Kabinett beschließt Bau neuer Gaskraftwerke
13.05.2026

Um die Stabilität des deutschen Stromnetzes langfristig zu garantieren, hat die Bundesregierung den Weg für eine neue Generation von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sondersteuer für Energiegewinne: Wie die EU-Pläne Europas Energiesektor belasten
13.05.2026

Eine neue Sondersteuer für den Energiesektor könnte die Debatte über hohe Energiepreise in der EU erneut verschärfen. Welche Folgen...

DWN
Politik
Politik Schienenverkehr ohne Grenzen: EU plant Stärkung der Fahrgastrechte bei Fernreisen
13.05.2026

Die Europäische Kommission möchte das Bahnfahren über Ländergrenzen hinweg attraktiver gestalten und den Schutz für Reisende massiv...

DWN
Politik
Politik Wechsel in Stuttgart besiegelt: Cem Özdemir übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten
13.05.2026

In Baden-Württemberg bricht eine neue politische Ära an: Cem Özdemir wurde vom Landtag zum Nachfolger von Winfried Kretschmann gewählt....