Panorama

Vogelgrippe: US-Behörden melden möglichen Todesfall - Aktien von Impfstoffherstellern legen zu

Kommt jetzt die Pandemie der Tiere? Der 65-jährige Mann aus Louisana war bereits durch Vorerkrankungen geschwächt, als er in Kontakt mit infizierten Vögeln kam. Die US-Behörden stufen das Risiko für die öffentliche Gesundheit noch als gering ein. Dennoch wird ein Impfstoff bereits entwickelt.
08.01.2025 16:51
Lesezeit: 2 min

Erstmals könnte es sein, dass in den USA ein Mensch nach einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 gestorben ist. Der Bewohner des Bundesstaats Louisiana sei älter als 65 Jahre gewesen und habe auch andere gesundheitliche Probleme gehabt, teilte die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats mit. Hinweise auf weitere Fälle in Louisiana oder eine Übertragung des Erregers zwischen Menschen gebe es nicht, hieß es weiter. Weltweit gab es schon mehrere registrierte Todesfälle durch H5N1.

Bereits Mitte Dezember hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC mitgeteilt, dass es sich bei dem Menschen um den ersten Patienten in den USA gehandelt habe, der nach einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 schwer erkrankt sei.

Der Patient hatte demnach sowohl mit Vögeln in seinem Garten als auch mit Wildvögeln Kontakt gehabt. Allerdings machten die Gesundheitsbehörden von Louisiana keine Angaben darüber, wann der Mann starb oder welche Behandlung er erhalten hatte.

Risiko für Allgemeinbevölkerung weiter gering

Die Vogelgrippe H5N1 ist derzeit bei Wildvögeln auf der ganzen Welt verbreitet, auch zahlreiche wildlebende Säugetiere haben sich infiziert. Außerdem führte das Virus jüngst zu Ausbrüchen in Geflügelbetrieben sowie in Milchbetrieben in den USA.

Wie groß das Ausmaß ist, ist wegen fehlender Daten aber weitgehend unklar. Die CDC verzeichnete bis vorigen Montag 66 Erkrankungen bei Menschen, die meisten davon in den Bundesstaaten Kalifornien, Washington und Colorado. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter von Milchvieh- und Geflügelbetrieben, mit milden Verläufen. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden bislang nicht nachgewiesen. Die CDC schätzt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering ein. Die Behörde rät generell, den Kontakt zu kranken und toten Tieren zu meiden.

Insgesamt listet die Weltgesundheitsorganisation WHO von 2003 bis 12. Dezember 2024 weltweit 464 gemeldete Todesfälle von Menschen durch H5N1 auf. Die weitaus meisten davon geschahen bis einschließlich 2019 in Vietnam, Ägypten, Indonesien und Kambodscha. Danach wurden nur noch relativ selten H5N1-Todesfälle registriert.

In der vergangenen Woche erklärte die Regierung Biden, sie werde 306 Millionen Dollar (293 Millionen Euro) für die Bekämpfung des H5N1-Virus bereitstellen, unter anderem für die Krankheitsüberwachung und Labortests. Zuvor hatte sie angekündigt, sie werde mit der Untersuchung von Rohmilchproben beginnen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Oder gibt es schon einen Impfstoff gegen H5N1?

In einem Interview in der CBS-Sendung „Face the Nation“ am 29. Dezember 2024 forderte Dr. Leana Wen, die ehemalige Beauftragte des Gesundheitsamtes der Stadt Baltimore und Professorin für öffentliche Gesundheit an der George Washington University, mehr Tests – und dass die Biden-Regierung den Impfstoff gegen die Vogelgrippe noch vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt genehmigt.

„Es gibt tatsächlich bereits einen Impfstoff gegen H5N1“, sagte Wen. “Die Biden-Regierung hat mit Herstellern einen Vertrag über die Herstellung von fast 5 Millionen Dosen des Impfstoffs abgeschlossen. Sie hat jedoch die FDA (U.S. Food and Drug Administration) nicht um die Zulassung des Impfstoffs gebeten.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen 10 Europa-Aktien, denen Analysten besonders großes Wachstum zutrauen
26.10.2026

Ich habe mir erneut die Empfehlungen der Analysten angesehen, um Aktien mit dem größten Aufwärtspotenzial zu finden. Diesmal habe ich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel Frontera Electric im Test: Viel Komfort, aber kaum Ausdauer
26.10.2026

Viel Platz, hoher Komfort und ein vergleichsweise günstiger Preis: Der Opel Frontera Electric könnte das perfekte Elektro-SUV für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklima steigt: Deutsche Wirtschaft trotzt hohen Energiepreisen
26.10.2026

Deutschlands Unternehmen blicken zuversichtlicher nach vorn: Das Ifo-Geschäftsklima steigt erneut und übertrifft die Erwartungen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Lindt-Aktie im Fokus: Präsident Tanner räumt Preisfehler ein und lehnt Rücktritt in Lindt-Krise ab
26.10.2026

Nach dem überraschenden Chefwechsel bei Lindt & Sprüngli übernimmt Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner öffentlich Verantwortung für...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Warum die 4.000-Dollar-Marke vor der Fed-Entscheidung wieder wackelt
26.10.2026

Zum Wochenstart pendelt Gold um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Nach dem jüngsten Rückgang ringen Anleger um eine neue...

DWN
Finanzen
Finanzen Cathie Wood: ARK kauft Meta-Aktien und schichtet Tech-Wetten um
26.10.2026

Die jüngsten Handelsdaten aus dem Umfeld von Cathie Woods ARK-Fonds zeigen Verkäufe bei Alphabet-Aktien, Käufe bei Meta-Aktien und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi-Chef bei Trump: VW-Betriebsratschefin Cavallo übt scharfe Kritik
26.10.2026

Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump stößt bei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienticket: Deutsche Bahn bietet Ticket für Familien ab heute dauerhaft an
26.10.2026

Für Familien ist das Familienticket der Deutschen Bahn ab sofort wieder dauerhaft erhältlich. Für 99,99 Euro umfasst es eine Hin- und...