Wirtschaft

Wirtschaftsaufschwung: Experten stellen konkrete Maßnahmen vor - so geht's aufwärts

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Abwärtsspirale. Die Bundesregierung rechnet für 2025 lediglich mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,1 Prozent, ein echter Wirtschaftsaufschwung ist aktuell nicht in Sicht. Doch laut einer aktuellen Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung ließe sich die deutsche Wirtschaft mit einigen Maßnahmen nachhaltig beleben.
08.01.2025 11:48
Aktualisiert: 08.01.2025 11:48
Lesezeit: 1 min

Ein gedeckelter Strompreis, eine breit angelegte Investitionsoffensive und weitere gezielte Maßnahmen könnten laut der Experten des IMK einen Wirtschaftsaufschwung auslösen. Die Studie schlägt vor, dass die kommende Bundesregierung ihren Fokus auf drei Kernbereiche der Wirtschaftspolitik legen sollte. Erstens wird empfohlen, massiv in Infrastrukturprojekte wie Schienen, Straßen, Stromnetze und Schulen zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Binnennachfrage anzukurbeln.

Wirtschaftsaufschwung in Deutschland: "Neue wirtschaftspolitische Ansätze sind gefragt"

Zweitens sprechen sich die Experten für die Einführung eines zeitlich befristeten Brückenstrompreises aus, der staatlich subventioniert werden soll, um sowohl Unternehmen als auch private Haushalte vor stark schwankenden Energiekosten zu schützen. Zur langfristigen Finanzierung des Netzausbaus schlägt das IMK die Nutzung staatlicher Kredite vor.

Drittens wird eine EU-weit koordinierte Industriepolitik gefordert, die strategische Sektoren wie Mobilität, Energie, Halbleiter und Gesundheit bei der Umstellung auf klimafreundliche Technologien unterstützt. "Wir befinden uns in einer neuen wirtschaftspolitischen Realität, die innovative Lösungen erfordert", betonte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. Für die künftige Bundesregierung sei es entscheidend, den Verlust strategisch relevanter Industrien wie der Automobilbranche oder energieintensiver Sektoren wie Chemie und Stahl zu verhindern.

Herausforderungen und Prognosen für die deutsche Wirtschaft

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre liegt laut Studie nicht an hohen Löhnen oder Sozialkosten, sondern an veränderten Rahmenbedingungen und geopolitischen Konflikten, insbesondere zwischen den Handelspartnern China und den USA. Beide Nationen hätten ihre industrie- und handelspolitischen Aktivitäten verstärkt, zum Beispiel durch Subventionen und Zölle, was die exportorientierte deutsche Wirtschaft unter Druck setze. Gleichzeitig belaste der durch den Ukraine-Krieg verursachte Energiepreisschock weiterhin die Konjunktur.

Auch die restriktive Zinspolitik hemme das Wachstum, so die Autoren. Die Experten kritisieren, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins nur geringfügig gesenkt habe, was die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone dämpfe. Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigt sich das IMK skeptisch: Für 2025 wird lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent prognostiziert – ein klares Zeichen, dass umfassende Maßnahmen für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung dringend erforderlich sind.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Chinas Einfluss in Russland: Putin droht der Kontrollverlust im Osten
25.09.2026

Während Putin und Xi demonstrativ Nähe zeigen, verschiebt sich im russischen Fernen Osten das Kräfteverhältnis. Chinesisches Kapital,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien schließen uneinheitlich, während sich die Rendite 10-jähriger Anleihen 5,2 Prozent nähert
24.09.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street aktuell in Atem halten und was das für Ihre Anlagen bedeutet.

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...