Wirtschaft

US-Strafzölle: Wie die deutsche Wirtschaftsleistung massiv bedroht wird

US-Strafzölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China könnten gravierende Folgen für die deutsche Wirtschaft haben. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft warnen vor einem Rückgang der Wirtschaftsleistung bis 2026. Auch die Nachfrage nach deutschen Produkten droht zu sinken. Zudem sorgt der Handelskonflikt für globale wirtschaftspolitische Unsicherheit. Die Auswirkungen auf Unternehmen und die gesamte EU könnten erheblich sein.
05.02.2025 14:32
Aktualisiert: 05.02.2025 14:32
Lesezeit: 2 min

IW: US-Strafzölle würden Wirtschaftsleistung mindern

Die ursprünglich angekündigten US-Strafzölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China würden nach Einschätzung von IW-Wirtschaftsforschern auch die deutsche Wirtschaft negativ beeinflussen. Falls die jüngst wieder ausgesetzten zusätzlichen Zölle von 25 Prozent auf Einfuhren aus Mexiko und Kanada doch eingeführt werden, erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für 2026 eine um rund 0,4 Prozent geringere deutsche Wirtschaftsleistung. Zu diesem Ergebnis kommt eine IW-Simulation, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorliegt. Grundlage der Modellrechnungen waren Daten des Beratungsunternehmens Oxford Economics.

US-Präsident Donald Trump hatte zusätzliche Zölle von 25 Prozent

auf Einfuhren aus Mexiko und Kanada und von 10 Prozent für Einfuhren aus China angeordnet. Nach Zugeständnissen vor allem bei der Grenzsicherung verschob er die Handelsbeschränkungen gegen Mexiko und Kanada für mindestens 30 Tage. Eine solche Einigung mit China gab es bislang nicht. Die Volksrepublik kündigte Gegenzölle und Maßnahmen gegen amerikanische Unternehmen an.

IW: Deutschland wäre indirekt betroffen

Von den ursprünglich geplanten Zöllen wäre Deutschland indirekt betroffen, so das IW. "Zwar mögen deutsche Exporteure vereinzelt von Umlenkungseffekten profitieren, wenn ihre Produkte US-Importe aus Kanada, Mexiko oder China ersetzen, die unter den neuen Zöllen leiden", heißt es in der Studie. Doch insgesamt sei mit negativen Folgen für die deutsche Wirtschaft zu rechnen.

So würden etwa deutsche Vorprodukte in den drei Ländern weiterverarbeitet und in die USA verkauft. Insgesamt hängen rund 12,5 Milliarden Euro der gesamten deutschen Bruttowertschöpfung an den Exporten dieser drei Länder in die USA. Auch dürfte der Zollkonflikt nach Einschätzung des IW das Wachstum der betroffenen Länder teils deutlich bremsen und somit auch ihre Nachfrage nach deutschen Produkten mindern. Überdies erhöhe der Handelskonflikt die globale wirtschaftspolitische Unsicherheit.

Laut den IW-Berechnungen würden die ursprünglich geplanten Maßnahmen im Jahr 2026 für die EU eine um 0,3 Prozent geringere Wirtschaftsleistung bedeuten. "Für die Welt als Ganzes beläuft sich der Effekt auf minus 0,4 Prozent." Die Kosten der ursprünglich geplanten US-Strafzölle für die deutsche Wirtschaft würden sich in diesem Fall für die Jahre 2025 und 2026 auf etwa 25 Milliarden Euro summieren.

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