Politik

"Schlichtweg Wahnsinn": Linke und BSW lehnen milliardenschweres Sondervermögen ab

Die Linke und das BSW lehnen die geplanten milliardenschweren Sondervermögen für Verteidigung und Infrastruktur ab. Sahra Wagenknecht kritisiert das geplante 400-Milliarden-Euro-Rüstungspaket als undemokratisch und unverantwortlich. Die Linke fordert stattdessen eine Abschaffung der Schuldenbremse.
03.03.2025 15:33
Aktualisiert: 03.03.2025 15:33
Lesezeit: 1 min
"Schlichtweg Wahnsinn": Linke und BSW lehnen milliardenschweres Sondervermögen ab
Heidi Reichinek, Spitzenkandidatin der Bundestagswahl, und Jan van Aken von den Linken. (Foto: dpa) Foto: Fabian Sommer

Die Union hat am Freitag die Sondierungen mit der SPD zu einem milliardenschweren Sicherheitspaket begonnen. Doch das gefällt nicht allen Parteien. Die Linke hat der Union, SPD und den Grünen zwar Gespräche über eine Reform der Schuldenbremse vorgeschlagen, gleichzeitig wandte sich die Partei entschieden gegen Pläne für neue Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe für Verteidigung und Infrastruktur stellt.

„Es ist richtig, dass die neue Regierung Investitionen in Schulen, Infrastruktur und die Wirtschaft benötigt“, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Christian Görke, in Berlin. Allerdings dürfe dies nicht durch „finanzpolitische Tricksereien“ geschehen. Er verwies auf Berichte, wonach bis zu eine Billion Euro für zwei Sondervermögen im Gespräch seien, und bezeichnete solche Schulden als nicht nachhaltig und juristisch bedenklich. „Der sauberste Weg wäre die Abschaffung der Schuldenbremse“, so Görke.

BSW-Vorsitzende Sarah Wagenknecht: „400 Milliarden für Waffen und Kriegsvorbereitung sind schlichtweg Wahnsinn“

Auch die Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), Sahra Wagenknecht, äußerte scharfe Kritik an den Überlegungen zu einem neuen Sondervermögen für die Verteidigung. „400 Milliarden für Waffen und Kriegsvorbereitung sind schlichtweg Wahnsinn“, sagte sie. „Das wäre das größte Aufrüstungspaket in der Geschichte der Bundesrepublik.“

Sie warnte zudem davor, dass Union, SPD und Grüne noch vor der Konstituierung des neuen Bundestags über dieses Vorhaben entscheiden könnten. Ein solcher Schritt, so Wagenknecht, wäre ein „Affront gegen die Demokratie“, da keine der Parteien vor der Wahl angekündigt habe, 400 Milliarden Euro für das Militär ausgeben zu wollen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Leitzins: EZB bereitet offenbar Erhöhung vor
26.05.2026

Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation im Euroraum weiter nach oben. Nun signalisiert die EZB höhere Prognosen und bereitet die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum Deutschland seine besten Start-ups zu früh verliert
26.05.2026

Technologische Exzellenz allein reicht nicht aus: Entscheidend ist ein frühes Zusammenspiel von Kapital, Marktkenntnis und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kritische Rohstoffe: Europas unterschätzter Machtfaktor
26.05.2026

Lange Zeit galt die Globalisierung als Garant für Wohlstand und Stabilität. In einer vernetzten Welt, so die Theorie, würde der freie...

DWN
Politik
Politik Trump-Strategie zerlegt Amerikas Macht in Echtzeit
26.05.2026

Donald Trump sendet an China ein Signal, das kaum gefährlicher sein könnte. In der Taiwan-Frage rückt er von jener Abschreckung ab, auf...

DWN
Panorama
Panorama Pflegeversichung: Kinderlose sollen höheren Pflegebeitrag zahlen
26.05.2026

Die Finanzlage der Pflegeversicherung spitzt sich dramatisch zu. Jetzt prüft die Bundesregierung höhere Beiträge für Kinderlose – und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn der EURIBOR steigt, wird die Mathematik weniger freundlich
26.05.2026

Der EURIBOR steigt wieder und signalisiert, dass die Zeit des billigen Geldes nicht zurückkehrt. Für Immobilienkäufer, Unternehmen und...

DWN
Politik
Politik Baltische Luftraumüberwachung wird zum Testfall für Europas Ostflanke
26.05.2026

Eine Drohne dringt in estnischen Luftraum ein, kurz darauf kündigt Polen Kampfjets für Ämari an. Was wie ein regionales Signal wirkt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie steigert Umsatz und streicht Stellen
26.05.2026

Die deutsche Industrie meldet erstmals seit fast drei Jahren wieder steigende Umsätze – doch gleichzeitig beschleunigt sich der...