Panorama

UN: Europa schlecht auf Kampf gegen künstliche Drogen vorbereitet

UN-Fachleute warnen vor dem Vormarsch synthetisch hergestellter Substanzen. Sie fordern einen koordinierten internationalen Schutz gegen die Drogen, die etwa Opium und Kokain Konkurrenz machen.
09.03.2025 09:35
Lesezeit: 1 min

Der UN-Drogenkontrollrat INCB kritisiert Staaten in Europa und anderen Regionen für mangelnde Kapazitäten im Kampf gegen synthetische Drogen. Das Expertengremium in Wien äußerte in seinem Jahresbericht große Sorge über den rasant wachsenden Markt für künstliche Substanzen.

UN: Europa im Kampf gegen künstliche Drogen schlecht aufgestellt

Diese Stoffe können versteckter, flexibler und billiger hergestellt werden als landwirtschaftlich produzierte Stoffe wie Opium oder Kokain. Zu den synthetischen Suchtgiften gehört etwa Fentanyl, das hinter einem großen Teil der zehntausenden jährlichen Überdosis-Fälle in den Vereinigten Staaten steht.

Synthetische Drogen seien weltweit ein drängendes Problem, für das Kontrollbehörden, die Strafverfolgung und das öffentliche Gesundheitswesen weitgehend unvorbereitet sind, kritisierte das INCB. Europa sei etwa unvorbereitet für Nitazene – einer Gruppe von Drogen, die als synthetisches Heroin vermarktet werden, hieß es.

Marktlücke in Europa durch geringere Opium-Produktion

Wegen der stark gesunkenen Opium-Produktion in Afghanistan und dem deshalb erwarteten Mangel an Heroin in Europa rechnet der INCB mit einer Angebots-Lücke, die von synthetischen Stoffen gefüllt werden könnte. Nitazene würden in Estland und Polen bereits zu Überdosis-Fällen führen. Diese Drogen seien auch schon in Frankreich und Irland sichergestellt worden.

„Die rasche Ausbreitung von hochwirksamen synthetischen Drogen stellt eine große Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar“, sagte INCB-Präsident Jallal Toufiq in einer Pressekonferenz. Der Drogenkontrollrat forderte Staaten dazu auf, koordinierte Strategien im Kampf gegen diese Substanzen zu entwickeln. Dazu zählen aus Sicht der Fachleute etwa einheitliche Labor-Testverfahren, der bessere Austausch von Informationen und ein stärkeres Engagement von Nachrichtendiensten.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bürotemperatur: Wie kalt darf es bei der Arbeit sein?
25.01.2026

Kalte Hände, steife Schultern und die Konzentration sinkt: Wenn die Bürotemperatur zu niedrig ist, wird Arbeit schnell zur Belastung....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetzausbau unter Druck: Netzengpässe gefährden die Energiewende
25.01.2026

Europas Energiewende stößt zunehmend auf infrastrukturelle und regulatorische Grenzen. Entwickelt sich daraus ein Engpass, der...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk: KI nächstes Jahr smarter als Menschen – Strommangel größtes Problem
25.01.2026

Künstliche Intelligenz könnte bereits in diesem Jahr intelligenter sein als der Mensch. Das sagt Tesla-Chef Elon Musk. Gleichzeitig warnt...

DWN
Panorama
Panorama Warren Buffet plant den Nachlass: Warum er 99 Prozent seines Vermögens nicht vererbt
25.01.2026

Warren Buffett setzt bei seinem Nachlass bewusst auf Verantwortung statt Vermögenssicherung. Was sagt dieses Verständnis von Reichtum...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Er ist der neue Anführer der freien Welt
24.01.2026

Nachdem der Sturm rund um die Grönland-Krise abgeklungen ist, zeichnen sich beim Gipfeltreffen in Davos plötzlich die Konturen einer...

DWN
Panorama
Panorama UN warnt vor weltweitem Wasserbankrott: Seen, Grundwasser und Gletscher schrumpfen
24.01.2026

Seen schrumpfen, Grundwasserspiegel fallen, Feuchtgebiete verschwinden: Laut UN steht die Welt am Beginn eines neuen Zeitalters. Es geht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pharma-Aktien am Wendepunkt: Bringt 2026 eine Trendwende?
24.01.2026

Nach schwachen Kursjahren rückt der Gesundheitssektor wieder in den Fokus internationaler Investoren. Stehen Pharma-Aktien vor einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Leadership in der Dauerkrise: Wie Führungskräfte neue Stabilität schaffen
24.01.2026

Ob Handelskonflikte, Regulierung oder Digitalisierung: Unsicherheit ist im Mittelstand zur Konstante geworden. Wie Führungskräfte dennoch...