Politik

Papst-Tod und Ukrainekonflikt: In Rom ist laut Macron Selenskyj bereit "für eine bedingungslose Waffenruhe“

Trauerfeier für Papst Franziskus in Rom: Neben dem US-Präsidenten hat sich auch Frankreichs Präsident Macron mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj getroffen. Der Ukrainer betont seine Bereitschaft zu einer bedingungslosen Waffenruhe. Doch welche Rolle spielen noch Macron, Starmer und Merz noch?
27.03.2025 11:54
Aktualisiert: 27.03.2025 11:54
Lesezeit: 4 min

Trump will Frieden. Einige EU-Länder wollen das ebenfalls. Was die EU-Kommission, Deutschland, Frankreich und andere wollen, ist weniger klar. Klar ist hingegen, dass ihre Möglichkeiten sehr begrenzt sind.

Ukraine: Wunsch und Wirklichkeit

Am Rande der Trauerfeier für Papst Franziskus in Rom tauschte sich auch der französische Präsident Emmanuel Macron mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg aus. „Die Ukraine ist zu einer bedingungslosen Waffenruhe bereit“, teilte Macron auf X mit. Nun müsse Russlands Präsident Wladimir Putin beweisen, ob er tatsächlich bereit sei, Frieden zu schließen.

Macron: „Ukraine bereit für bedingungslose Waffenruhe“

Die Ukraine wolle gemeinsam an der Seite der USA und Europas an der Umsetzung einer Waffenpause und eines vollständigen und dauerhaften Friedens in der Ukraine arbeiten, schrieb Macron weiter. Insbesondere soll dies im Rahmen der „Koalition der Willigen“ geschehen, die im März in Paris ins Leben gerufen wurde.

Neben Macron traf auch US-Präsident Donald Trump am Samstag Selenskyj in Rom. Das Weiße Haus bezeichnete das Treffen als „sehr produktiv“. Trump will den russischen Angriffskrieg in der Ukraine beenden und dabei Selenskyj Zugeständnisse abringen. Einen Verzicht etwa auf die von Russland schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim oder andere von Moskau einverleibte Gebiete im Osten der Ukraine hat Selenskyj bisher kategorisch abgelehnt.

Selenskyj trifft sich mit EU-Kommissionschefin von der Leyen

Am Rande der Beerdigung von Papst Franziskus am Samstag traf sich auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Selenskyj. Das berichtet der ukrainische Sender Suspilne. Zum Inhalt des Treffens machten beide Seiten bislang keine Angaben.

Macron drängt auf 30-tägige Waffenruhe ohne Vorbedingungen

Macron betonte, dass eine solche Feuerpause ohne Vorbedingungen erfolgen müsse, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen und Friedensgespräche voranzutreiben. US-Präsident Donald Trump äußerte sich skeptisch und räumte ein, dass Russland ein Friedensabkommen hinauszögern könnte. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass Moskau letztendlich bereit sei, den Krieg zu beenden. Gleichzeitig lehnen südeuropäische Staaten den Vorschlag der Europäischen Kommission ab, ihre Verteidigungsausgaben durch günstige Kredite zu finanzieren.

Die Europäische Union bleibt bei ihrer harten Linie gegenüber Russland. Analysten warnen davor, den Forderungen des Kremls nach einer Lockerung der Sanktionen nachzugeben. Die EU hat klargestellt, dass sie die Sanktionen erst überdenken wird, wenn Russland seine Truppen vollständig aus der Ukraine abzieht. Unterdessen setzt die ukrainische Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj weiterhin auf militärische Unterstützung. Berater Selenskyjs betonten, dass die Ukraine keine Friedenstruppen, sondern kampfbereite europäische Soldaten zur Verstärkung benötige.

Gipfeltreffen in Paris: Sicherheitsgarantien und Waffenlieferungen

In Paris trafen sich Vertreter aus 31 Ländern, um über Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle einer bedingungslosen Waffenruhe zu beraten. Die sogenannte "Koalition der Willigen" diskutierte ein mehrschichtiges Konzept militärischer Hilfen, das unter Federführung von Frankreich und Großbritannien erarbeitet wird.

Frankreich kündigte ein neues Rüstungspaket im Wert von zwei Milliarden Euro an, das Raketen, Panzer und Munition umfasst. Selenskyj bedankte sich für die Unterstützung und bezeichnete die Lieferungen als "starkes Paket". Er informierte Macron zudem über die laufenden Verhandlungen zu einer möglichen 30-tägigen Waffenruhe.

Selenskyj kritisiert Russland und US-Sondergesandten

Der ukrainische Präsident warf Russland vor, den Krieg fortsetzen zu wollen und Verhandlungen bewusst in die Länge zu ziehen. Besonders im Schwarzen Meer seien zusätzliche russische Forderungen ein Hindernis für eine Feuerpause. Selenskyj forderte mehr Druck auf Moskau, insbesondere angesichts von Überlegungen der US-Administration, Sanktionen zu lockern.

In scharfer Form kritisierte Selenskyj auch den US-Sondergesandten Steve Witkoff, der wiederholt russische Narrative aufgegriffen habe. "Ich finde, dass Witkoff sehr oft die Kremlnarrative zitiert", sagte Selenskyj. Dies schwäche den amerikanischen Druck auf Russland und bringe den Frieden nicht näher.

Europäische Truppen in der Ukraine? Macron skizziert mögliches Szenario

Ein zentrales Thema des Pariser Gipfels war die mögliche Entsendung europäischer Streitkräfte in die Ukraine. Macron betonte, dass diese Truppen nicht an der Front, sondern zur Absicherung strategischer Stützpunkte eingesetzt werden sollten. Ziel sei es, Russland von weiteren Angriffen abzuhalten und eine mögliche Friedenszone zu stabilisieren. Europäische Länder könnten sich auf unterschiedliche Weise beteiligen – nicht nur durch Soldaten, sondern auch durch technische Unterstützung wie Satellitenüberwachung oder Marinepatrouillen im Schwarzen Meer. Dennoch bleibt die USA als übergeordneter Sicherheitsgarant unverzichtbar, auch wenn Washington bisher keine Zusagen gemacht hat.

Hinter den Planungen steht der Versuch von US-Präsident Donald Trump, eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der Ukraine und Russland zu erzwingen. Viele europäische Staaten befürchten, dass die Ukraine dabei Zugeständnisse machen müsste und ohne glaubwürdige Sicherheitsgarantien erneut angegriffen werden könnte. Eine mögliche Friedenstruppe unter UN-Mandat könnte aus Soldaten neutraler Drittstaaten bestehen. Doch bis dahin bleibt die Lage angespannt – wie der jüngste russische Drohnenangriff auf Charkiw zeigt, bei dem mindestens 17 Menschen verletzt wurden, darunter zwei Minderjährige.

Nordkorea unterstützt Russland mit weiteren Soldaten

Nach südkoreanischen Angaben hat Nordkorea mindestens 3.000 zusätzliche Soldaten zur Unterstützung Russlands entsandt. Bereits im Herbst 2023 waren rund 11.000 nordkoreanische Soldaten in die Region Kursk verlegt worden. Die hohen Verluste der nordkoreanischen Einheiten – bis zu 4.000 Tote und Verwundete – könnten ein Grund für die Nachschubsendungen sein.

Während Macron auf eine bedingungslose Waffenruhe drängt, bleibt die Situation in der Ukraine instabil. Die internationale Gemeinschaft sucht nach Wegen, die Ukraine langfristig zu schützen – doch solange Russland keine echten Zugeständnisse macht, bleibt eine dauerhafte Lösung in weiter Ferne. Die Forderung nach einer bedingungslosen Waffenruhe ist ein wichtiger Schritt, doch ihre Umsetzung hängt von Moskaus Bereitschaft ab. Die Ukraine setzt weiter auf europäische und amerikanische Unterstützung, während die Welt auf eine mögliche 30-tägige Waffenruhe hofft. Doch solange die Kämpfe andauern, bleibt der Weg zum Frieden ungewiss.

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