Politik

Koalitionsvertrag: Abstimmung in der SPD entscheidet über künftige Regierungsbildung

Die SPD-Mitgliederbefragung zum Koalitionsvertrag mit der Union ist angelaufen. Pünktlich um 8.00 Uhr wurde die Online-Plattform freigeschaltet, auf der rund 358.000 Parteimitglieder bis zum 29. April um 23.59 Uhr abstimmen können, wie ein Sprecher bestätigte. Die Veröffentlichung des Ergebnisses ist für den 30. April vorgesehen.
15.04.2025 09:13
Aktualisiert: 15.05.2025 09:04
Lesezeit: 1 min
Koalitionsvertrag: Abstimmung in der SPD entscheidet über künftige Regierungsbildung
Mitglieder der SPD stellen sich bei einer Dialogkonferenz zum Start des SPD-Mitgliedervotums einer Frage aus dem Publikum (Foto: dpa). Foto: Moritz Frankenberg

Um den 144 Seiten umfassenden Koalitionsvertrag mit dem Titel "Verantwortung für Deutschland" anzunehmen, bedarf es nicht nur einer einfachen Mehrheit, sondern auch einer Mindestbeteiligung von 20 Prozent. Die Abstimmung erfolgt ausschließlich digital. Alle Mitglieder erhielten ein Passwort per Post, mit dem sie zusammen mit ihrer Mitgliedsnummer eine verschlüsselte Stimme online abgeben können. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann seine Stimme in einer SPD-Geschäftsstelle abgeben.

CDU-Zustimmung steht noch aus

Bislang hat lediglich die CSU dem Koalitionspapier im Parteivorstand zugestimmt. Die CDU, deren Vorsitzender Friedrich Merz als Kanzlerkandidat gilt, entscheidet am 28. April auf einem kleinen Parteitag. Kommt es zur Einigung, könnte Merz am 6. Mai im Bundestag gewählt werden.

Im Vertrag verankert sind unter anderem der Mindestlohn von 15 Euro sowie Steuererleichterungen für niedrige und mittlere Einkommen. Für Diskussion sorgt jedoch die geplante Verschärfung in der Migrations- und Sozialpolitik. Der Juso-Vorstand lehnt den Vertrag deshalb ab und fordert Nachbesserungen. Etwa zwölf Prozent der SPD-Mitglieder sind bei den Jusos organisiert.

Klingbeil warnt vor politischem Risiko

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil betonte bei einer Auftaktveranstaltung in Hannover, Nachverhandlungen seien "theoretisch". Bei einem Scheitern drohten Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung. Zudem könnte in der Union der Wunsch nach einem anderen Kurs gegenüber der AfD zunehmen.

Es gehe beim Entscheid nicht nur um Inhalte, sondern auch um Stabilität, so Klingbeil. Eine Ablehnung könne das Machtgefüge in der Union zugunsten jener verschieben, die eine Annäherung an andere Kräfte bevorzugen.

Esken erwartet breite Unterstützung

SPD-Chefin Saskia Esken sagte der dpa, sie sehe im Vertrag zwar "Licht und Schatten", lobte jedoch die Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigung, das Sondervermögen für Investitionen und wirtschaftliche Impulse. "Ich hoffe auf eine gute Zustimmung", erklärte Esken

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Droneshield-Aktie bricht zweistellig ein: Hohe Verluste überschatten starkes Umsatzwachstum
26.08.2026

DroneShield wächst kräftig, schreibt jedoch hohe Verluste und gerät zugleich ins Visier der australischen Finanzaufsicht. Der...

DWN
Politik
Politik Zuckergetränkesteuer: Aufpreis war auch für Zero-Getränke und Hafermilch angedacht
26.08.2026

Die geplante Zuckersteuer soll Verbraucher offiziell von stark zuckerhaltigen Getränken abhalten. Doch künftig sollten auch Hafermilch...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: 440 Wahlscheine doppelt versendet
26.08.2026

Das Wahlamt hat in Magdeburg 440 Wahlscheine für die Briefwahl doppelt gedruckt und versendet. Doch die Stadt versichert: Eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unangekündigter Kreml-Besuch? CIA-Chef Ratcliffe in Moskau
26.08.2026

Spekulationen zu Ratcliffs Reise nach Moskau: Der Kreml hat die Reise des Direktors des US-Auslandsgeheimdienstes CIA nach Moskau...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exklusiv-Interview zu Freyja: Fire-Point-Chefin erklärt die Patriot-Alternative aus der Ukraine
26.08.2026

Nach dem ersten DWN-Bericht über Freyja spricht Fire-Point-Chefin Iryna Terekh nun exklusiv über das ukrainische Rüstungsprojekt. Mit...

DWN
Politik
Politik Klingbeil verspricht: Neues Rentensystem steht bis Ende des Jahres
26.08.2026

SPD-Chef und Vizekanzler Klingbeil nennt ein klares Ziel nachdem über 20 Jahre notwendige Reformen verschlafen wurden: Bis zum Jahresende...

DWN
Finanzen
Finanzen Adipositas: Abnehmspritze als Kassenleistung? AOK-Chefin warnt vor Kosten
26.08.2026

Die Behandlung mit Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro kostet mehrere Hundert Euro im Monat und muss meist selbst bezahlt werden. Eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie vor Zahlen: Chipgigant mit bislang größten Ergebnistest – so kann Nvidia ihn bestehen
26.08.2026

Am Mittwochabend stehen die Nvidia-Zahlen an, die weit über den Chipkonzern hinausweisen. Ein starkes Quartal reicht längst nicht mehr...