Zölle als Machtinstrument: Trumps Angriff auf die globale Ordnung
Nur wenige Stunden vor Ablauf der Frist kam die Mitteilung, dass Donald Trumps neue Zolltarife auf nächste Woche verschoben werden. „Das ist absolut nicht gut. Es ist ein tragischer Schritt hin zu größerer Unvorhersehbarkeit“, zitiert das Wirtschaftsportal Dagens Industrie den SEB-Chefökonomen Robert Bergqvist. Trumps neue Anordnung sieht allgemeine Zölle auf Waren aus der EU und 68 weiteren Ländern vor. Robert Bergqvist beschreibt den Beschluss als ein vorläufiges Wirrwarr aus Zollsätzen, Aussetzungen und Ausnahmen, dem man kaum folgen könne. Zugleich handele es sich um eine Erpressungslage gegenüber der übrigen Welt – und das werde seinen Preis haben. „Es ist ein Albtraum für international tätige Unternehmen, und alle werden zahlen müssen, wenn der globale Handel infrage gestellt wird“, sagt er.
Die Rechnung wird vor allem bei den amerikanischen Haushalten und Importeuren landen, gefolgt von den Exporteuren. Für europäische Unternehmen könnte die wachsende Unberechenbarkeit letztlich bedeuten, dass Exportunternehmen gezwungen sind, Personal abzubauen. „Viele glauben, dass dies ein erster Schritt heraus aus totaler Unsicherheit ist. Es mag etwas klarer werden, aber ich denke dennoch, dass die Unsicherheit bestehen bleibt“, sagt Robert Bergqvist. „Alle verlieren. Das ist ein dauerhafter Schaden für die Weltwirtschaft.“
Dass die Entscheidung nun aufgeschoben wird, sei aber in gewisser Weise auch eine willkommene Atempause. „Das eröffnet ein Verhandlungsfenster für jene, die verhandeln wollen“, sagt Robert Bergqvist. Er glaubt, dass die Verhandlungen zwischen den Ländern nun weitergehen – aber nicht im Rampenlicht. Robert Bergqvist meint, Trump sei jedoch nicht völlig taub für die Reaktionen der Märkte. „Die Hoffnung ist, dass er einen Schritt zurück macht, wenn sich negative Effekte zeigen.“

