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Bauern warnen: Heimische Ernten und Versorgungssicherheit in Gefahr

Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet für 2025 eine Erholung der Getreideernte auf 43,5 Millionen Tonnen, nachdem die Erträge in den beiden Vorjahren niedriger ausgefallen waren. Allerdings leidet die Qualität der Körner weiterhin unter den schwierigen Wetterbedingungen, wie der Verband in Berlin mitteilte.
19.08.2025 14:38
Lesezeit: 2 min
Bauern warnen: Heimische Ernten und Versorgungssicherheit in Gefahr
Ein Mähdrescher fährt bei der Ernte über ein Rapsfeld in der Nähe des Salzhaff (Foto: dpa). Foto: Jens Büttner

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Bundesregierung aufgefordert, zur Versorgungssicherheit in unsicheren Zeiten mehr für die heimische Agrarproduktion zu tun. Verbandspräsident Joachim Rukwied beklagte bei der Vorstellung der Erntebilanz einen dauernden Preisverfall bei Getreide sowie Auflagen für Düngung und Pflanzenschutz.

„Wir sind mittlerweile an einen Punkt angelangt, an dem wir Ernten, was die Qualität und was die Quantität anbelangt, gefährden. Und das in einer Situation, wo meines Erachtens die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln eine immer größere Rolle spielt und spielen wird“, warnte Rukwied. Es gehe nicht nur um Verteidigungsfähigkeit, sondern auch um Versorgungssicherheit aus heimischer Produktion, die Grundlage für innenpolitische Stabilität sei. „Und hier gehen wir langsam ins Risiko.“

Verband: Russland drückt international Getreidepreise

Die Preissituation an den Märkten sei „desaströs“. Rukwied verwies auf Preise von rund 180 Euro pro Tonne Brotweizen heute, während in den 80er Jahren in Euro umgerechnet 240 Euro pro Tonne Qualitätsweizen erzielt wurden.

Er sagte: „Wirtschaftlicher Getreideanbau ist bei diesen Preisen schlichtweg nicht mehr möglich. Und dieses Preisniveau, das im letzten Jahr schon deutlich unter den Vorjahren war, das hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals verschlechtert.“ Russland drücke international den Preis für Getreide als Druckmittel auf die Ukraine.

Bessere Getreideernte erwartet

Der DBV rechnet 2025 mit einer besseren Getreideernte als in den beiden Vorjahren. Die erwartete Menge steige auf 43,5 Millionen Tonnen nach 39 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr, teilte der Verband.

Nach den aktuellen Zahlen liege die Erntemenge der wichtigsten Kultur, dem Winterweizen, mit 21,7 Millionen Tonnen deutlich über der des Vorjahres (2024: 17,8 Mio. Tonnen). Dies liege an besseren Erträgen pro Hektar und auch an einer deutlichen Ausweitung der Anbaufläche.

Bei der Wintergerste liegt die diesjährige Erntemenge mit 9,3 Millionen Tonnen über dem Vorjahreswert von 8,9 Millionen Tonnen. Die Winterrapsernte erreichte 3,85 Millionen Tonnen (Vorjahr 3,6 Millionen Tonnen).

„Spürbare Folgen des Klimawandels“

Der Verbandspräsident bezeichnete die diesjährige Getreideernte wegen langer Niederschläge als eine Zitterpartie. Reifes Getreide habe länger auf dem Feld bleiben müssen, was stellenweise zu deutlichen Qualitätseinbußen führte. Zugleich gebe es im Nordosten durch ausgeprägte Trockenheit Ertragseinbußen.

„Auch wenn die Erntemenge endlich einmal wieder im durchschnittlichen Bereich liegt, macht sie doch erneut die spürbaren Folgen des Klimawandels deutlich“, sagte Rukwied. Beim Ökoanbau gebe es eine „konstante Flächenentwicklung“: „Wir haben im Moment rund 11,5 Prozent ökologisch bewirtschaftete Flächen.“

Hat die Erdbeere in Deutschland eine Zukunft?

Von den beliebten Erdbeeren seien in Deutschland nur noch 75.000 Tonnen geerntet worden. „Das ist die kleinste Ernte seit 1995“, sagte Rukwied. Es gebe einen drastischen Rückgang der Anbaufläche um etwa 31 Prozent binnen 30 Jahren. Auch die Spargelernte sei mit lediglich knapp 99.000 Tonnen die kleinste Ernte seit 2010.

Rukwied betonte auch mit Blick auf die weitere Erhöhung des Mindestlohns, Deutschland befinde sich auf dem Weg dahin, „dass möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft kaum mehr Erdbeeren aus Deutschland auf den Teller landen können, weil sie nicht mehr erzeugt werden können“. Um einen höheren Anteil an Obst und Gemüse aus heimischer Erzeugung zu haben oder den jetzigen zu halten, sei eine Sonderlösung für die Landwirtschaft nötig.

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