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BMW i3 im Test: Angriff auf Tesla und China mit neuer Elektrostrategie

Elektroautos galten lange als Kompromiss aus Reichweite und Ladezeit. Der neue BMW i3 stellt diese Logik infrage und zeigt, wie schnell sich Technologie und Wettbewerb im globalen Automarkt verschieben.
04.04.2026 11:00
Lesezeit: 3 min
BMW i3 im Test: Angriff auf Tesla und China mit neuer Elektrostrategie
Mit dem neuen i3 läutet BMW eine neue Ära ein, ähnlich wie 1975, als die erste 3er-Sportlimousine auf den Markt kam. (Foto: BMW)

BMW i3: Elektrische Revolution in der Tradition der 3er-Serie

Mit der Einführung der ersten 3er-Serie im Jahr 1975 prägte BMW eine ganze Fahrzeugklasse. Die Kombination aus Alltagstauglichkeit und sportlichen Fahreigenschaften machte die Baureihe zum Maßstab im Segment der Mittelklasse-Limousinen. Mit dem neuen BMW i3 beginnt nun ein weiteres Kapitel. Äußerlich bleibt das Fahrzeug eine klassische Limousine, eine Bauform, die zuletzt zunehmend von SUVs verdrängt wurde. Technologisch markiert der i3 jedoch einen radikalen Neuanfang, das berichten unsere Kollegen von Finance.si.

Das Modell basiert auf der neuen Plattform „Neue Klasse“, die BMW auch für den SUV iX3 nutzt. Zentrale Merkmale sind eine 800-Volt-Architektur, ultraschnelles Laden mit bis zu 400 Kilowatt sowie eine Batterie mit einer Kapazität von 108,7 Kilowattstunden, die im Fahrzeugboden integriert ist. In Kombination mit optimierter Aerodynamik erreicht der BMW i3 laut WLTP-Zyklus eine Reichweite von bis zu 900 Kilometern. Damit übertrifft er selbst das verwandte SUV-Modell um 95 Kilometer.

Neue Batterietechnologie und neuer Antrieb beim BMW i3 steigern Effizienz

Unter der Karosserie setzt BMW auf eine neue Generation von Lithium-Ionen-Zellen. Diese sind zylindrisch aufgebaut und haben einen Durchmesser von 46 Millimetern. Im Vergleich zu bisherigen prismatischen Zellen erhöht sich die Energiedichte um rund 20 Prozent. Zusätzlich verwendet BMW eine sogenannte Cell-to-Pack-Technologie. Dabei integriert der Hersteller die Batteriezellen direkt in das Batteriepaket, ohne zusätzliche Module. Das steigert die Energiedichte, reduziert das Gewicht und vereinfacht die Konstruktion. Die Batterie fungiert zudem als strukturelles Element des Fahrzeugs. Sie erhöht die Steifigkeit der Karosserie, senkt den Schwerpunkt und verbessert die Fahrdynamik.

Beim Antrieb kombiniert BMW zwei unterschiedliche Elektromotoren. An der Hinterachse arbeitet ein synchroner Motor mit elektromagnetischer Steuerung. Dieser passt das Magnetfeld je nach Belastung an und erreicht so eine hohe Effizienz über einen breiten Leistungsbereich. An der Vorderachse kommt ein asynchroner Motor zum Einsatz, der nach dem Induktionsprinzip arbeitet. Diese Bauweise gilt als robust, temperaturbeständig und vergleichsweise einfach zu produzieren. Zusammen ermöglichen beide Motoren den Allradantrieb xdrive. Die neue Generation reduziert laut BMW Energieverluste um rund 40 Prozent, senkt das Gewicht des Antriebssystems um zehn Prozent und verringert die Produktionskosten um 20 Prozent. Die Systemleistung beträgt 345 Kilowatt beziehungsweise 469 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 645 Newtonmetern. Damit positioniert sich der BMW i3 im oberen Segment elektrischer Limousinen.

BMW setzt Maßstäbe Schnellladen, Software und neue digitale Architektur

Die 800-Volt-Technologie ermöglicht besonders hohe Ladeleistungen. Mit bis zu 400 Kilowatt kann das Fahrzeug innerhalb von etwa zehn Minuten Energie für bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen. Zusätzlich unterstützt der BMW i3 bidirektionales Laden. Das Fahrzeug kann somit als Energiequelle für externe Geräte, Haushalte oder sogar das Stromnetz dienen. Unterstützt werden Funktionen wie Vehicle-to-Load, Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid. Auch die elektronische Architektur wurde vollständig überarbeitet. Vier Hochleistungsrechner steuern zentrale Fahrzeugfunktionen. Der Hauptrechner, intern als „heart of joy“ bezeichnet, kontrolliert Antrieb, Bremsen und Rekuperation und arbeitet deutlich schneller als bisherige Systeme. Weitere Rechner sind für automatisiertes Fahren, Infotainment sowie Komfortfunktionen zuständig. Insgesamt steigt die Rechenleistung im Vergleich zur Vorgängergeneration um das 20-Fache.

Das neue Bedienkonzept BMW Panoramic iDrive projiziert Informationen über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Ergänzt wird das System durch ein 3D-Head-up-Display, einen 17,9-Zoll-Bildschirm sowie ein neues Multifunktionslenkrad mit haptischen Bedienelementen. Die Software basiert auf dem BMW Operating System X, das auf Android-Technologie aufsetzt und umfangreiche digitale Dienste ermöglicht. Die Abmessungen bleiben klassisch. Der BMW i3 ist 4.760 Millimeter lang, 1.865 Millimeter breit und 1.480 Millimeter hoch. Der Radstand beträgt 2.897 Millimeter. Die Produktion startet im August im Werk München, erste Auslieferungen sind für den Herbst geplant. Der Preis steht noch nicht fest. Schätzungen gehen von etwa 60.000 bis 62.000 Euro für das Modell i3 50 xdrive aus. Varianten mit Hinterradantrieb sollen unter 60.000 Euro liegen.

BMW i3 als Signal für den Industriestandort

Der BMW i3 wird in München produziert und steht damit exemplarisch für die Transformation der deutschen Automobilindustrie. Ein direkter weitergehender Bezug wird im Ausgangstext nicht ausgeführt. Dennoch zeigt das Modell, wie stark deutsche Hersteller in neue Technologien investieren müssen, um im globalen Wettbewerb mit Herstellern aus China und den USA bestehen zu können. Die Entwicklung leistungsfähiger Batterien, Softwarearchitekturen und effizienter Produktionsprozesse wird zunehmend zum entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

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