Politik

Rentensystem in Deutschland: Mehr Senioren kosten mehr Geld – welche Lösungen sind realistisch?

Immer mehr Menschen gehen in Deutschland in den Ruhestand – doch die Ausgaben steigen drastisch. Neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung werfen Fragen zur Zukunft auf. Wie lange bleibt das Rentensystem stabil, und welche Lösungen sind realistisch, um kommende Herausforderungen zu meistern?
28.08.2025 13:28
Lesezeit: 1 min

Mehr Senioren, steigende Kosten: Aktuelle Daten zum Ruhestand

In Deutschland liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter inzwischen bei 64,7 Jahren. Dieser Wert ist im vergangenen Jahr erneut angestiegen, wie der Jahresbericht der Deutschen Rentenversicherung für 2024 zeigt.

Ein Hauptgrund ist die stufenweise Anhebung der Altersgrenze für den Ruhestand auf 67 bis 2031. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag das durchschnittliche Eintrittsalter in die Rente noch bei 62,3 Jahren.

Renteneintritt mit 70 derzeit ausgeschlossen

Angesichts des demografischen Wandels wird immer wieder über eine Erhöhung der Altersgrenze auf 70 Jahre diskutiert. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist jedoch festgehalten, dass es keine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters geben wird.

Stattdessen soll eine "Aktivrente" eingeführt werden: Wer nach Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze weiterarbeitet, darf bis zu 2.000 Euro seines monatlichen Einkommens steuerfrei erhalten. Eine Kommission soll ab 2026 Vorschläge erarbeiten, wie das Rentensystem langfristig gesichert werden kann.

Durchschnittliche Rentenhöhe bei 1.154 Euro

Die Deutsche Rentenversicherung bewertet ihre finanzielle Lage derzeit als stabil. "Dank der relativ guten Situation am Arbeitsmarkt bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und einer positiven Lohnentwicklung bleibt die Finanzsituation weiter stabil", erklärte Anja Piel, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung. Der Bericht der Rentenversicherung nennt weitere Zahlen: Durchschnittlich erhielten Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2024 eine monatliche Rente von 1.154 Euro (2023: 1.102 Euro). Männer bekamen im Schnitt 1.405 Euro, Frauen 955 Euro.

Die Ausgaben der Rentenversicherung beliefen sich 2024 auf 402,8 Milliarden Euro (2023: 380), die Einnahmen auf rund 402 Milliarden (2023: gut 381). Etwa jeder Vierte im Land bezieht Rente. Zum Stichtag 1. Juli 2024 waren es insgesamt 21,4 Millionen Menschen – etwa 200.000 mehr als im Vorjahr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Vom Möglichen und Wahrscheinlichen
08.02.2026

Zwischen all den möglichen Zukunftsszenarien – Crash, Boom oder Stillstand – verliert man schnell den Überblick. Doch für Investoren...

DWN
Finanzen
Finanzen Passive Aktienfonds: Diese beliebte Anlageform kann den Aktienmarkt bedrohen
08.02.2026

Passive Aktienfonds dominieren zunehmend die Kapitalströme und könnten damit genau die Preisfindung schwächen, auf der effiziente...

DWN
Finanzen
Finanzen Harvard-Ökonom Furman warnt vor Marktverwerfung: Platzt die KI-Blase, droht eine neue Finanzkrise
08.02.2026

Jason Furman hat im Weißen Haus bereits zwei große Spekulationsblasen aus nächster Nähe erlebt. Nun warnt der Harvard-Ökonom vor...

DWN
Finanzen
Finanzen Walmart-Aktie: Marktkapitalisierung bei über einer Billion Dollar – Umschichtung vom Tech-Sektor
08.02.2026

Die Walmart-Aktie erreicht eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar und setzt damit ein Signal an den Aktienmärkten. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Suzuki GSX-8R im Test: Gewinner und Opfer der Plattformökonomie
08.02.2026

Die Suzuki GSX-8R präsentiert sich als zugänglicher, vielseitiger und unkomplizierter Sporttourer. Technisch eng verwandt mit der V-Strom...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Top-Ökonom warnt: Wie die US-Außenpolitik Europas Wirtschaft belastet
07.02.2026

Die Europäische Union steht unter geopolitischem Druck, während wirtschaftliche Unsicherheit und geldpolitische Erwartungen neu justiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geldanlage: Diese US-Aktien sollten Sie jetzt besitzen
07.02.2026

Ein wichtiger Sektor der US-Wirtschaft sorgt derzeit für überraschend starke Ergebnisse – trotz geopolitischer Risiken und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Datenhunger der Finanzämter: Wann Unternehmen E-Mails herausgeben müssen – und wann nicht
07.02.2026

Der Bundesfinanzhof hat Unternehmen im Streit um steuerrelevante E-Mails den Rücken gestärkt. Zwar bleibt die Pflicht zur Vorlage...