Finanzen

Goldpreis klettert weiter: Spekulationen auf Fed-Zinssenkung treiben Kurs auf Höchststand

Der Goldpreis setzt seinen Aufwärtstrend fort und erreicht am Dienstag den dritten Höchststand in Folge. Treibende Kraft sind Erwartungen an sinkende US-Zinsen: Anleger spekulieren zunehmend auf eine größere Zinssenkung der Fed um bis zu 0,50 Prozentpunkte, was den sicheren Hafen Gold besonders attraktiv erscheinen lässt.
09.09.2025 09:55
Aktualisiert: 09.09.2025 10:12
Lesezeit: 2 min

Rekordhoch nach Höhenflug

Am Dienstagmorgen stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bis auf 3.659,36 US-Dollar und damit so hoch wie noch nie. Auch in Euro erreichte die Notierung ein weiteres Rekordhoch bei 3.107 Euro.

Seit Beginn des Monats befindet sich der Goldpreis im Höhenflug. In dieser Zeit hat sich das Edelmetall mehr als sechs Prozent verteuert. Mittlerweile summiert sich der Wertzuwachs seit Beginn des Jahres auf etwa 40 Prozent. Im laufenden Jahr hat mehrfach die Flucht in sichere Anlagehäfen für eine stärkere Nachfrage nach dem Edelmetall gesorgt. Gründe sind geopolitische Risiken durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die aggressive Zollpolitik der US-Regierung sowie fortgesetzte Goldkäufe durch Staaten wie Indien und China sowie zuletzt auch die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA.

Zinssenkungen in Aussicht?

Die Spekulation auf sinkende US-Zinsen nahm Fahrt auf, nachdem Fed-Chef Jerome Powell auf der Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole im August seine Bereitschaft zur Lockerung der Geldpolitik bei der nächsten Zinsentscheidung in der kommenden Woche deutlich gemacht hatte. Die Folge war eine verstärkte Nachfrage nach börsengehandelten Wertpapieren, die mit Gold hinterlegt sind (ETFs). Zu Beginn der Woche waren die Zuflüsse nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg die höchsten seit fast drei Monaten.

Kursverluste des Dollars

Für Auftrieb beim Goldpreis sorgte auch die Kursschwäche des US-Dollars, die auf die verstärkte Spekulation auf sinkende Zinsen folgte. Da Gold auf dem Weltmarkt überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, macht eine Kursschwäche der amerikanischen Währung das Edelmetall außerhalb des Dollarraums günstiger, was die Nachfrage verstärkt.

Weitere Prognosen und Hintergründe

Zuletzt hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs sogar die Einschätzung vertreten, dass der Goldpreis noch viel höher steigen könnte - bis auf fast 5.000 Dollar die Unze. Dies sei aber nur dann zu erwarten, wenn die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed beeinträchtigt werde und Anleger einen Teil ihrer Bestände an Staatsanleihen in Gold umschichten.

Der Hintergrund: In den vergangenen Monaten hatte US-Präsident Donald Trump immer wieder und zum Teil heftig den amerikanischen Notenbankchef Powell kritisiert. Zudem hatte Trump Fed-Gouverneurin Lisa Cook aus ihrem Amt im Vorstand entlassen und damit die Sorge um die Unabhängigkeit der Zentralbank geschürt. Cook wehrt sich allerdings mit einer Klage dagegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Renteneintritt: Die Babyboomer-Welle trifft den Arbeitsmarkt hart
11.07.2026

Der bevorstehende Rentenboom der Babyboomer-Generation wird die deutsche Wirtschaft weitaus härter treffen als bislang prognostiziert. Zu...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das Ende der Mitte: Hellweg und das Baumarkt-Sterben
11.07.2026

Die Krise verlässt die Baustellen: Mit Hellweg und den zum Verbund gehörenden BayWa Bau- und Gartenmärkten geraten über 100 Märkte in...

DWN
Finanzen
Finanzen In Luxusuhren investieren: „Ziemlich furchtbar, wenn unter dem Anzug eines Mannes eine riesige Garmin hervorschaut“
11.07.2026

Eine Luxusuhr verbindet Status, Leidenschaft für Uhren und in manchen Fällen auch die Hoffnung, Geld zu vermehren. Erfahrene...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW iX3 im Test: Elektrischer SUV mit erstaunlicher Reichweite
11.07.2026

Der neue BMW iX3 50 xDrive verbindet kräftige Fahrleistungen mit einer Reichweite, die im Alltag wirklich überzeugt. Zwei Elektromotoren,...

DWN
Politik
Politik Politik und Gesellschaft: Warum die Geburtenrate in Deutschland weiter sinkt
11.07.2026

Die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau in Deutschland zur Welt bringt, ist auf den niedrigsten Wert seit rund 30 Jahren...

DWN
Panorama
Panorama Trump verdiente im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde, den größten Teil davon mit Kryptowährungen
11.07.2026

Der Vermögensbericht des US-Präsidenten und des Vizepräsidenten wurde veröffentlicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Was passiert, wenn eine Kuh eine Smartwatch bekommt?
11.07.2026

HeroLabs, das slowenische Start-up des Jahres, hat fast sechstausend Kühe mit den MooHero-Smart-Halsbändern ausgestattet; nun...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenweltmeister Deutschland: Regierung plant noch mehr Schulden - wird die Defizitgrenze gekillt?
10.07.2026

Die Staatsverschuldung wächst unter Bundesfinanzminister Klingbeil rasant und die Regierung hat bisher keinen Plan gegen steigende...