Wirtschaft

Energiewende: WWF-Ranking sieht Brandenburg ganz vorn

Die Energiewende schreitet ungleichmäßig voran – während Brandenburg laut Umweltverband WWF glänzt, hinken andere Länder hinterher. Doch welche Faktoren entscheiden über den Erfolg? Und welche Herausforderungen drohen, wenn Deutschland das Ziel einer nachhaltigen Zukunft verfehlt?
13.09.2025 09:47
Lesezeit: 2 min
Energiewende: WWF-Ranking sieht Brandenburg ganz vorn
Wolken ziehen über die Landschaft mit vielen Windenergieanlagen im Windpark "Odervorland" in Brandenburg (Foto: dpa).

Umweltverband WWF lobt Brandenburg bei Energiewende

Der Umweltverband WWF hebt Brandenburg als führend bei der Umsetzung der Energiewende hervor – vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Für ein Länder-Ranking untersuchte der Verband erneuerbare Energien, Verkehr und Mobilität, Flächenverbrauch und Naturschutz sowie Gebäude und Wärme. Dabei zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

"Wir brauchen noch einen deutlichen Schub, um Deutschland insgesamt auf Kurs zu bringen und unser wirtschaftliches, soziales und gesundheitliches Wohlergehen dauerhaft und nachhaltig zu sichern", so WWF-Klimachefin Viviane Raddatz. "Einige Bundesländer haben heute aber schon einen größeren Anteil daran, die Wende hin zu einer klimafreundlichen und stabilen Zukunft zu vollbringen."

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Manche Länder können auf ihren Flächen bereits große Teile ihres Energiebedarfs mit Wind und Sonne decken, andere erproben in Ballungsräumen nachhaltigere Verkehrskonzepte, heißt es in der Studie. Während der Naturschutz in manchen Regionen eine größere Rolle spiele, seien andere weiter beim klimafreundlichen Umbau des Gebäudebestands.

Zu den Kriterien des Umweltverband WWF zählten bei erneuerbaren Energien etwa der Anteil am Strommix, bei Verkehr und Mobilität der Ausbau von Ladesäulen und Radwegen, bei Flächenverbrauch und Naturschutz der Anteil an Schutzgebieten und bei Gebäuden und Wärme der Anteil von Wärmepumpen.

Energiewende: Einzelne Felder im Ranking

Beim Ausbau erneuerbarer Energien liegt Schleswig-Holstein auf Platz eins. Das nördlichste Bundesland hat den höchsten Erneuerbaren-Anteil in der Stromerzeugung. Das größte deutsche Bundesland Bayern erreicht Rang vier – vor allem dank Solarenergie.

Im Bereich Verkehr und Mobilität sieht der Umweltverband WWF die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin vorn. Danach folgt Nordrhein-Westfalen. Bei Flächenverbrauch und Naturschutz stehen Brandenburg und das Saarland oben: Brandenburg wegen des geringsten Versieglungsanteils, das Saarland wegen des hohen Anteils an Schutzgebieten. Bei Gebäuden und Wärme steht Brandenburg laut WWF erneut vorn: Der Anteil unsanierter Gebäude ist niedrig, ebenso der Wärmebedarf, zudem liegt das Land beim Einsatz von Wärmepumpen weit vorne.

Forderung nach Verlässlichkeit

Raddatz erklärte, die Bundesregierung müsse beim Ausbau erneuerbarer Energien für Verlässlichkeit sorgen. Mit Spannung werden Ergebnisse eines Monitorings im Auftrag des Ministeriums zur Energiewende erwartet. Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) hatte vor diesem "Realitätscheck" bereits einen Kurswechsel angekündigt. Die Kosten der Energiewende müssten sinken. Umweltverbände warnen davor, dass Reiche den Ausbau erneuerbarer Energien bremst.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geldanlage: Diese US-Aktien sollten Sie jetzt besitzen
07.02.2026

Ein wichtiger Sektor der US-Wirtschaft sorgt derzeit für überraschend starke Ergebnisse – trotz geopolitischer Risiken und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Datenhunger der Finanzämter: Wann Unternehmen E-Mails herausgeben müssen – und wann nicht
07.02.2026

Der Bundesfinanzhof hat Unternehmen im Streit um steuerrelevante E-Mails den Rücken gestärkt. Zwar bleibt die Pflicht zur Vorlage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kove 800 X Pro: Chinesische Hersteller im europäischen Enduro-Markt
07.02.2026

Das Enduro-Segment gilt als besonders anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an Technik, Qualität und Fahrverhalten. Kann ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft LNG: Warum Europas neue Gasabhängigkeit brandgefährlich ist
07.02.2026

Europas Gaspreise steigen, während politische Spannungen mit den USA zunehmen. LNG aus Amerika gilt als Rettungsanker, entpuppt sich aber...

DWN
Finanzen
Finanzen Begrenzung für Kreditkartenzinsen: Airlines und Investoren warnen vor Trumps Plan
07.02.2026

US-Präsident Donald Trump will Kreditkartenzinsen in den USA auf 10 Prozent begrenzen. Was als Verbraucherschutz verkauft wird, könnte...

DWN
Politik
Politik Ganz nah an Russland können Kinder nach der Schule zum Drohnentraining gehen
07.02.2026

In Litauen wächst der Druck, sich auf neue Bedrohungen einzustellen, und selbst Schulen geraten dabei in den Fokus. Was bedeutet es, wenn...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Dow Jones durchbricht die Marke von 50.000 Punkten
06.02.2026

Die US-Aktienmärkte erholten sich am Freitag nach einem einwöchigen Rückgang im Technologiesektor, da die Zurückhaltung der Investoren...

DWN
Finanzen
Finanzen Stellantis-Aktie im freien Fall: Börse reagiert schockiert – Opel-Mutter Stellantis beendet Elektro-Strategie
06.02.2026

Die Stellantis-Aktie gerät nach einer drastischen Kehrtwende in den USA massiv unter Druck. Milliardenabschreibungen, gestrichene...