Politik

Elektroautos: Autofahrer revoltieren gegen Brüsseler Kurs

Subventionen statt Innovation: Während China den Markt dominiert, setzt die EU auf Elektroautos um jeden Preis. Für Autofahrer und Industrie drohen bittere Folgen.
15.09.2025 16:00
Lesezeit: 1 min

Heute setzt die EU-Kommission ihren „strategischen Dialog“ mit der Automobilindustrie fort. Doch der Konflikt zwischen Autofahrern und Brüssel spitzt sich zu: Das Verkaufsverbot für Verbrenner ab 2035 sorgt für Widerstand. Autofahrer verlangen mehr Technologieneutralität – nicht nur Elektroautos könnten sauber sein. Brüssel bleibt hingegen bei der Linie, den Umstieg in nur zehn Jahren zu erzwingen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält an 2035 fest, zeigt sich aber zu mehr „Flexibilität“ bereit. EVP-Chef Manfred Weber dagegen fordert die komplette Abschaffung des Verbots und warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in der europäischen Industrie. Der Ausgang des Konflikts zeichnet sich ab: Mehr Steuergelder für europäische Autobauer, mehr Subventionen für Infrastruktur. Von der Leyen kündigte bereits Förderprogramme für kleine, erschwingliche Elektroautos an. Doch bisher haben europäische Hersteller mit EU-Geldern vor allem große, teure SUVs produziert, während China den Markt für günstige Modelle erobert hat.

Risiken für Europas Autoindustrie

Der eigentliche Zweck des Autos – Mobilität, Effizienz und Sicherheit – ist längst erfüllt. Doch neue Technologien wie Elektroautos und autonomes Fahren sind weder günstig noch marktreif genug, um breite Käuferschichten zu überzeugen. Zehn Jahre vor der verpflichtenden Umstellung liegt der E-Auto-Anteil in der EU bei nur 17 Prozent. Gleichzeitig kontrolliert China die Rohstoffe und die Batterieproduktion. Europäische Projekte wie Northvolt scheitern, während chinesische Hersteller Batterien mit Reichweiten von 450 bis 1.000 Kilometern und Ladezeiten von fünf Minuten entwickeln. Europa bleibt zurück.

Bedeutung für Deutschland

Für Deutschland ist die Lage besonders kritisch. Als größter Automarkt Europas und Heimat von Volkswagen, BMW und Mercedes hängt die Industrie am Erfolg oder Scheitern der Elektroauto-Strategie. Höhere Produktionskosten, Fachkräftemangel und Abhängigkeit von China bedrohen den Standort. Sollte Berlin den Brüsseler Kurs weiter stützen, drohen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit verloren zu gehen. Gleichzeitig bleibt die Bundesregierung zwischen industriepolitischen Realitäten und klimapolitischem Druck gefangen.

Die EU produziert bislang nur einen Bruchteil der weltweiten Batterien – rund 70 Prozent kommen aus China. Die Internationale Energieagentur warnt, dass die Produktionskosten in Europa 50 Prozent höher liegen. Damit basiert das Geschäftsmodell vieler Hersteller nicht auf marktfähigen Innovationen, sondern auf Subventionen. Am Ende könnte die EU zwar Milliarden verteilen, aber weder konkurrenzfähige Batterien noch erschwingliche Elektroautos hervorbringen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...

DWN
Politik
Politik Recht auf Reparatur: So sparen Sie künftig Geld bei Handy, Waschmaschine & Co.
25.03.2026

Schluss mit der Wegwerf-Kultur: Das neue „Recht auf Reparatur“ soll die Lebensdauer von Haushaltsgeräten und Smartphones deutlich...