Wirtschaft

Europa droht zu scheitern: Zu wenig Köpfe, zu viele Träume

Europa will grüner, digitaler und verteidigungsfähiger werden. Doch die Realität ist ernüchternd: Deutschland und seine Nachbarn drohen an einem Mangel an Fachkräften zu scheitern.
21.09.2025 11:00
Lesezeit: 1 min
Europa droht zu scheitern: Zu wenig Köpfe, zu viele Träume
Europa läuft leer: Ohne Fachkräfte gibt es keine Chance gegen die USA und China. (Foto: dpa) Foto: Dietmar Gust

EU steuert auf dramatischen Fachkräftemangel zu

Eine neue Analyse zeigt, dass den EU-Ländern bis 2035 fast 20 Millionen Hochqualifizierte fehlen werden. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Facharbeiter, während der Bedarf an MINT-Kompetenzen – Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik – explodiert. Für Europa bedeutet das einen drohenden Engpass von 1,8 Millionen Spezialisten – genau den Menschen, die für die grüne und digitale Transformation unverzichtbar wären. Schon heute klagen Unternehmen über fehlende Ingenieure, Naturwissenschaftler und IT-Fachkräfte.

Deutschland kann nicht mehr auf Zuwanderung allein setzen

In der Vergangenheit konnte Deutschland einen Teil des Bedarfs mit internationaler Arbeitskraft decken. Doch dieser Weg verengt sich. Andere Länder stehen inzwischen vor denselben Problemen, da ihre Volkswirtschaften gewachsen sind und ebenfalls massive Transformationen benötigen. Deutschland muss daher seine Strategie neu ausrichten – und deutlich mehr junge Menschen in den MINT-Fächern ausbilden. Gleichzeitig gilt: Internationale Talente müssen gezielt gewonnen, integriert und gehalten werden. Ohne eine europäische Koordination bleibt das Rennen um Fachkräfte verloren.

Ohne Köpfe keine Zukunftsfähigkeit Europas

Bildungspolitik liegt weiterhin in nationaler Verantwortung. Doch wenn Europa mit den USA und China konkurrieren will, „sollten wir auch gemeinsam stärker in unsere Forschungsumgebungen investieren – und damit auch in unsere Ausbildung“, zitiert das Wirtschaftsportal Børsen Laura Klitgård, Vorsitzende des Dänischen Ingenieurverbandes IDA. Andernfalls muss der Kontinent bald zwischen grüner Transformation und Digitalisierung wählen – schlicht, weil es an Menschen fehlt, um beides zu stemmen.

Für Deutschland ist der MINT-Mangel keine Zukunftsfrage, sondern bereits Realität. Prognosen zeigen, dass die Lücke bis 2035 dramatisch anwachsen wird. „Wir müssen den Mut haben, jetzt Verantwortung zu übernehmen, wenn wir Wachstum, Wohlstand und eine starke Position im globalen Wettbewerb sichern wollen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Pleitewelle überrollt Deutschland: Immer mehr Insolvenzen – Standort zu teuer
16.03.2026

Immer mehr Betriebe wanken in die Pleite, wie der IWH-Insolvenztrend von Februar bestätigt. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht...

DWN
Panorama
Panorama Forbes-Liste der reichsten Menschen: Elon Musk kann erster Billionär der Welt werden
15.03.2026

In der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen liegt Tesla-Chef Elon Musk quasi uneinholbar in Front. Bei einem erfolgreichen...

DWN
Politik
Politik Steuerrecht: Ehegattensplitting vorm Aus? Mehr Arbeitszeit für Frauen nicht lukrativ
15.03.2026

Für viele Frauen lohnt es sich finanziell nicht, in den Job zurückzukehren oder ihre Teilzeit auszubauen, das Ehegattensplitting entpuppt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industrial Accelerator Act: EU-Kommission stärkt Industriepolitik – Anteil am BIP soll auf 20 Prozent steigen
15.03.2026

Die Europäische Kommission will mit dem Industrial Accelerator Act die Industriepolitik der EU neu ausrichten und die Produktion in Europa...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilien-Prognose 2026: Bremst das Baukreditgeschäft alles aus?
15.03.2026

Nach einem hoffnungsvollen 2025 wird die Preisentwicklung für Immobilien laut Greis-Kaufpreisindex im laufenden Jahr 2026 wieder...

DWN
Finanzen
Finanzen Mazda 6e im Vergleich: Wie wettbewerbsfähig ist das Elektromodell?
15.03.2026

Die neue Mazda 6e entsteht auf chinesischer Plattform und markiert einen strategischen Neustart für die Baureihe Mazda6. Kann das...

DWN
Technologie
Technologie Immer mehr US-Forschende zieht es nach Deutschland
15.03.2026

Aus politischen Gründen geht das Weiße Haus gegen Elite-Unis vor. Für Wissenschaftler und Studierende aus den USA wird Deutschland daher...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI trifft auf SaaS: Steht die Softwarebranche vor einem Strukturwandel?
15.03.2026

Künstliche Intelligenz verändert die wirtschaftliche Logik der Softwarebranche und setzt das klassische SaaS-Modell unter Druck. Steht...