Politik

USA liefern wieder Waffen mit europäischem Geld

Die USA nehmen Waffenlieferungen an die Ukraine wieder auf – doch diesmal zahlt Europa. Für Deutschland könnte das teuer und politisch heikel werden.
18.09.2025 11:00
Lesezeit: 1 min

Die USA haben unter Präsident Donald Trump die ersten neuen Waffenlieferungen an die Ukraine freigegeben. Nach Angaben von Reuters könnten die ersten Transporte bald erfolgen. Erstmals geschieht dies im Rahmen einer Finanzvereinbarung, bei der europäische Verbündete die Kosten übernehmen.

Laut zwei mit der Sache vertrauten Quellen genehmigte Elbridge Colby, stellvertretender Verteidigungsminister für Politik, bereits bis zu zwei Lieferungen im Wert von jeweils 500 Millionen Dollar. Das Programm läuft unter dem Namen „Prioritized Ukraine Requirements List“ (PURL). Ziel ist es, Kiew mit Rüstungsgütern im Gesamtwert von bis zu 10 Milliarden Dollar zu versorgen.

Trump setzt auf Lastenteilung

Die transatlantische Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Trump öffentlich seine Frustration über die fortgesetzten russischen Angriffe äußert. Trotz wiederholter diplomatischer Bemühungen sieht er offenbar keinen Weg zu einem schnellen Waffenstillstand. Bislang hatte seine Regierung der Ukraine nur Waffen verkauft oder frühere Hilfspakete abgewickelt, die noch von Joe Biden autorisiert worden waren.

Welche Waffen konkret mit europäischem Geld beschafft werden sollen, bleibt vorerst offen. Insider betonen jedoch, dass auf der Liste Luftabwehrsysteme stünden – ein Bereich, den die Ukraine angesichts zunehmender russischer Drohnen- und Raketenangriffe dringend verstärken müsse.

Bedeutung für Deutschland

Für Deutschland ist die Entwicklung von doppelter Tragweite. Einerseits gehört Berlin zu den europäischen Hauptzahlern, die künftig stärker für die Finanzierung amerikanischer Waffen aufkommen müssen. Andererseits steht die Bundesregierung damit noch stärker unter Druck, eigene militärische Lieferungen zu ergänzen, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu sichern. Dies könnte innenpolitisch kontrovers werden, da steigende Kosten und eine zunehmende Abhängigkeit von US-Systemen die Debatte über die deutsche Sicherheitspolitik verschärfen dürften.

Das Pentagon reagierte bisher nicht auf Nachfragen. Experten weisen darauf hin, dass die ukrainischen Kernbedarfe unverändert seien: Luftabwehrsysteme, Abfangraketen, Artillerie und Raketen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen DeFi-Hashing nutzt die Rechenleistung künstlicher Intelligenz, um das Vermögen der Nutzer zu mehren.

Major economies are actively promoting the establishment of a unified capital market regulatory framework and plan to strengthen the...

avtor1
Marius Vaitiekūnas

Zum Autor:

Marius Vaitiekūnas ist ein ausgewiesener Experte für Geopolitik und internationale Wirtschaftsverflechtungen. Geboren 1985 in Kaunas, Litauen, schreibt er als freier Autor regelmäßig für verschiedene europäische Medien über die geopolitischen Auswirkungen internationaler Konflikte, wirtschaftlicher Machtverschiebungen und sicherheitspolitischer Entwicklungen. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind die globale Energiepolitik und die sicherheitspolitischen Dynamiken im osteuropäischen Raum.

DWN
Politik
Politik Asylleistungen in Deutschland: EuGH sieht menschenwürdigen Lebensstandard gefährdet
04.06.2026

Der Europäische Gerichtshof hält deutsche Leistungskürzungen für abgelehnte Asylbewerber für unvereinbar mit EU-Recht. Auch bei...

DWN
Politik
Politik EU-Erweiterung im Visier: Ungarn zieht Veto gegen Ukraine-Verhandlungen zurück
04.06.2026

Das Tor nach Europa öffnet sich für Kiew: Ungarn gibt unter der Führung von Polit-Aufsteiger Peter Magyar den Widerstand gegen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EasyJet-Übernahme: Warum der Billigflieger plötzlich zum Ziel von Investoren wird
04.06.2026

EasyJet wirkt an der Börse angeschlagen, doch genau das macht den Billigflieger plötzlich begehrt. Der US-Investor Castlelake sieht...

DWN
Politik
Politik Pflegereform 2027: Pflegekassen sollen entlastet und Kinderlose stärker belasten werden
04.06.2026

Die geplante Pflegereform soll die Pflegeversicherung ab 2027 finanziell stabilisieren und Ausgaben begrenzen. Für Heimbewohner,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Wir sind nicht die Billigheimer der Nation": Bundesweite Verdi-Streiks im Handel gestartet
04.06.2026

Kunden im Einzel- und Großhandel müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Handelsbranche in allen...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe wackelt: Israel droht Menschen im Libanon und Hisbollah lehnt Einigung ab
04.06.2026

Rückschlag im Libanon: Unmittelbar nach der Einigung auf die Umsetzung einer neuen Waffenruhe hat Israel Zivilisten vor der Rückkehr in...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Unbekannter vernichtet Vermögen im Millionenwert
04.06.2026

Ein Unbekannter schickt 107 Bitcoin an eine Adresse, von der es keinen Rückweg gibt. Knapp sieben Millionen Euro sind damit praktisch aus...

DWN
Politik
Politik Asylgesetz: Dobrindt fordert EU-Aufnahmestopp für wehrpflichtige Ukrainer
04.06.2026

Damit Männer im wehrfähigen Alter die Ukraine nicht verlassen, drängt die Bundesregierung auf EU-Ebene auf härtere Aufnahmeregeln....