Frühhandelsverluste in Frankfurt
Der deutsche Leitindex sackte im frühen Handel unter die Marke von 24.000 Punkten ab. Auch der MDax verlor 2,1 Prozent auf 29.415 Zähler, der EuroStoxx 50 büßte 1,6 Prozent auf 5.562 Punkte ein. Portfoliomanager Thomas Altmann kommentierte: „Die Angst vor einer neuen Krise ist zurück. Mit den Problemen der beiden US-Regionalbanken ist ein weiterer potenzieller Krisenauslöser hinzugekommen.“
Charttechnische Einschätzung
Analyst Martin Utschneider von Robomarkets bleibt trotz der Verluste optimistisch: „Aus chart- und markttechnischer Sicht ist noch nichts Dramatisches passiert.“ Der Dax hatte vor etwas mehr als einer Woche noch ein Rekordhoch von 24.771 Punkten erreicht, getrieben vom Boomthema Künstliche Intelligenz (KI). Anschließend sorgten jedoch neue Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China für die ersten Korrekturen.
Einzelwerte: Gewinner und Verlierer
Unter den Dax-Titeln stach Continental hervor. Die Aktie legte um 7,5 Prozent zu, nachdem der Reifen- und Kunststoffkonzern im dritten Quartal die Erwartungen deutlich übertraf – vor allem bei der operativen Marge. Fresenius stiegen leicht um 0,3 Prozent, da JPMorgan die Sorgen um die Krankenhaus-Gebühren-Pläne der Bundesregierung als übertrieben einschätzte. Merck KGaA gaben um unterdurchschnittliche ein Prozent nach, profitierten jedoch von Zoll-Erleichterungen.
Zu den größten Verlierern zählten Bank- und Rüstungsaktien. Commerzbank büßte 3,5 Prozent ein, die Deutsche Bank sogar 5,5 Prozent – Sorgen um eine mögliche nächste Bankenkrise belasteten die Papiere.
Rüstungsaktien unter Druck
Rüstungswerte gerieten ebenfalls unter Druck. In der EU wurde ein milliardenschweres Programm zur Stärkung der Verteidigungsindustrie beschlossen, bis Ende 2027 sollen 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Zudem richtet US-Präsident Trump nach der Nahost-Waffenruhe erneut sein Augenmerk auf die Ukraine. Rheinmetall, Hensoldt und Renk verloren zwischen 3,9 und 5,4 Prozent.

