Wirtschaft

Merck einigt sich mit Trump-Regierung – günstigere IVF-Behandlungen in Aussicht

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat im Streit um US-Pharmazölle ein Abkommen mit der Trump-Regierung erzielt. Künftig soll die US-Tochter EMD Serono In-vitro-Fertilisations-Therapien, also Behandlungen zur künstlichen Befruchtung, deutlich günstiger anbieten. Am Aktienmarkt hielten sich die Merck-Papiere am Freitag zwar leicht im Minus, schnitten aber besser ab als der schwache Dax.
17.10.2025 11:41
Lesezeit: 2 min
Merck einigt sich mit Trump-Regierung – günstigere IVF-Behandlungen in Aussicht
Der Pharmakonzern Merck schließt ein Abkommen mit der Trump-Regierung (Foto: dpa). Foto: epa Lane

EMD Serono von Pharmazöllen befreit

Im Gegenzug würden pharmazeutische Produkte und Inhaltsstoffe von EMD Serono von Pharmazöllen gemäß dem US-Gesetz Section 232 befreit, erklärte Merck weiter. Bedingung ist, dass das Unternehmen in die biopharmazeutische Produktion und Forschung in den USA investiert.

Konkret sollen die Merck-Fruchtbarkeitsmedikamente Gonal-F, Ovidrel und Cetrotide ab Anfang 2026 über den von Trump geplanten Direktvertrieb „TrumpRX“ für Verbraucher erhältlich sein. Würden alle drei Therapien kombiniert, bekämen Patienten einen Rabatt von 84 Prozent auf die Listenpreise. Die Initiative solle mehr als zehn Millionen amerikanische Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützen.

US-Markt für Merck von großer Bedeutung

Der US-Markt ist für Merck wie für viele Pharmaunternehmen enorm wichtig. In den USA erzielte der Konzern 2024 gut ein Viertel seines globalen Jahresumsatzes. In den Vereinigten Staaten beschäftigt Merck rund 14.000 Menschen an über 70 Standorten, mehr als am Hauptsitz in Darmstadt.

„Wir sind in den USA mit allen drei Unternehmensbereichen stark vertreten, was sich auch in der beträchtlichen Mitarbeiterzahl in diesem wichtigen Markt widerspiegelt“, sagte Merck-Chefin Belen Garijo. Man sei entschlossen, die Präsenz durch die Herstellung von Fruchtbarkeitsmedikamenten auszubauen. Merck will zudem für sein Fruchtbarkeitsmedikament Pergoveris eine US-Zulassung beantragen.

Merck ist ein führender Hersteller von Medikamenten zur Kinderwunschbehandlung und erzielte in dem Bereich 2024 einen Umsatz von gut 1,5 Milliarden Euro. In den USA liegt Merck zufolge bei jedem achten Paar eine Fruchtbarkeitsstörung vor, künstliche Befruchtungen sind aber teuer.

Pharmabranche unter Druck von Trump

Zuletzt hatten schon die Pharmakonzerne Astrazeneca und Pfizer Deals mit der Trump-Regierung geschlossen. Präsident Donald Trump sind die hohen Arzneipreise in den USA schon länger in Dorn im Auge - sie liegen deutlich über denen in Europa. Er hat wiederholt Preissenkungen von der Pharmabranche gefordert. Mehrere Pharmakonzerne, darunter Roche , Novartis und Sanofi , hatten unter dem Druck von Trump Milliarden-Investitionen in den USA angekündigt.

Zuletzt hatte Trump mit Pharmazöllen von 100 Prozent auf Markenarzneien und patentierte Medikamente ab 1. Oktober gedroht. Kurz vor der angepeilten Einführung hieß es aus US-Regierungskreisen, dass die EU davon verschont bliebe. Auf EU-Importe werde weiter ein Zoll von 15 Prozent erhoben./

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Soll ich mein Geld in ein Auto ohne Fahrer stecken?
03.11.2026

Die Uber-Aktie ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Das Unternehmen läuft operativ gut, doch seine Zukunft wird davon abhängen, wie es...

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031: Damit sollen neue Gaskraftwerke finanziert werden
03.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Autozulieferer Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und Tausende...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
03.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell um 3.900 Dollar: Edelmetallpreise rutschen ab – Warnsignal für die Weltkonjunktur?
03.11.2026

Beim Goldpreis gerät die leichte Erholung vom Wochenbeginn am Dienstag mächtig ins Stocken. Zinsrisiken und Inflationssorgen drücken...

DWN
Finanzen
Finanzen Konto in Zürich, Kredit in London: Die neue EU-Bankenfalle ab 2027
03.11.2026

Millionen-Finanzierung in New York oder Vermögen in der Schweiz? Ab 2027 gelten im EU-Binnenmarkt neue Spielregeln für Auslandsbanken....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Räumungsverkauf im November: Filialschließungen setzen den Einzelhandel unter Druck
03.11.2026

Räumungsverkäufe prägen in zahlreichen deutschen Innenstädten den Herbst 2026. Hinter den Rabattschildern stehen nicht nur günstige...

DWN
Finanzen
Finanzen Abfindungswelle in der Autobranche: Wie der Fiskus zuschlägt - und wer ganz leer ausgeht
03.11.2026

Microsoft, Google und Meta – die Tech-Konzerne verschlanken ihre Belegschaft weltweit mit saftigen Abfindungen, damit Mitarbeiter...