Wirtschaft

Black Friday 2025: So tricksen Händler Kunden weltweit aus

Die Jagd nach Schnäppchen wird zur Täuschung. Immer mehr Händler erhöhen ihre Preise schon Wochen vor dem Black Friday, um sie später künstlich zu senken. Der Verbraucher glaubt an satte Rabatte, bekommt aber oft nur Scheinangebote. Studien zeigen, dass viele Onlinehändler gezielt Gesetzeslücken nutzen und so das Vertrauen in den E-Commerce untergraben. Auch beim Black Friday 2025 läuft es so.
05.11.2025 11:08
Lesezeit: 1 min

Black Friday-Angebote: Frühzeitige Preiserhöhungen untergraben Verbraucherschutz

Schon Wochen vor dem Black Friday Ende November ziehen viele Onlinehändler weltweit ihre Preise deutlich an – nur um sie später scheinbar stark zu senken. Eine aktuelle Auswertung von Preisvergleichsportalen zeigt, dass ein erheblicher Teil der Onlinepreise im Oktober um mehr als zehn Prozent gestiegen ist. „Wenn Preise um mehr als zehn Prozent steigen, kann das ein Hinweis auf Manipulation sein“, zitiert das schwedische Wirtschaftsportal Dagens Industri die Verbraucherschutzexpertin Isabella Ahmadi, Verbraucherexpertin bei Prisjakt, einem führenden Preisvergleichsportal.

Das Prinzip sei altbekannt: Erst verteuern Händler ihre Produkte, dann locken sie mit scheinbar attraktiven Sonderangeboten. In vielen Ländern verpflichten Preisangabenverordnungen Unternehmen inzwischen dazu, bei Rabattaktionen den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzugeben. Doch zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass viele Händler diese Vorgabe umgehen oder unvollständig umsetzen.

Neue Masche beim Black Friday 2025: Preismanipulation mit System

Händler nutzen zunehmend legale Schlupflöcher, um die Vorschriften zu umgehen. Indem sie die Preise bereits Wochen vor einer Aktion anheben, bleibt der niedrigste Preis der vergangenen 30 Tage künstlich hoch. Der Rabatt wirkt dann größer, als er tatsächlich ist. Analysten sprechen von einem klaren Trend: Seit Einführung entsprechender Verbraucherschutzgesetze steigt die Zahl der Produkte, deren Preise schon lange vor Rabattaktionen deutlich erhöht werden. Das betrifft vor allem Modeartikel wie Jacken, Schuhe oder Kinderkleidung, aber auch Technikprodukte wie Fernseher, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Verbraucherschützer warnen, dass der beabsichtigte Schutz der Konsumenten so ins Leere läuft.

Was Verbraucher daraus lernen können

Experten raten Konsumenten weltweit, Preise langfristig zu beobachten – mindestens eine Woche, besser aber über mehrere Monate hinweg. Nur wer Preisverläufe vor dem Black Friday 2025 vergleicht, erkennt, ob ein Rabatt wirklich echt ist.

Die internationalen Erkenntnisse sind auch für Deutschland relevant. Hier müssen Händler laut Preisangabenverordnung den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor der Senkung angeben. Dennoch mehren sich auch hierzulande Fälle, in denen Unternehmen die Vorschrift kreativ auslegen. Große Rabattaktionen wie Black Friday oder Cyber Monday bleiben daher ein kritischer Prüfstein für Transparenz und Fairness im Onlinehandel.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarifjahr 2026: Lohnrunden unter wachsendem Druck
21.02.2026

Rund zehn Millionen Beschäftigte verhandeln 2026 neue Tarifverträge, denn in zahlreichen Schlüsselbranchen laufen Entgelttarifverträge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gehaltsverhandlungen: Welche Faktoren entscheiden über den Erfolg?
21.02.2026

Der Spielraum für Gehaltsverhandlungen schrumpft in einem sich beruhigenden Arbeitsmarkt, während die Erwartungen an Vergütung und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leapmotor C10 im Praxistest: Günstiger Elektro-SUV im Tesla-Vergleich
21.02.2026

Der elektrische Leapmotor C10 ist rund sechstausend Euro günstiger als ein Tesla Model Y, die Hybridvariante C10 REEV liegt preislich...

DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – wie Banken deutsche Gesetze mitschrieben
21.02.2026

Cum-Ex gilt als größter Steuerskandal der deutschen Geschichte. Doch wie konnte es passieren, dass ausgerechnet Banken beim Schreiben der...

DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – der Betrug, den Politik und Banken gemeinsam möglich machten
21.02.2026

Zehn Milliarden Euro Schaden, tausende Beschuldigte – und bis heute keine politische Verantwortung. Der Cum-Ex-Kronzeuge und Autor Dr....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa reformiert Lkw-Maut 2026: Höhere Tarife und neue CO2-Regeln
21.02.2026

Europas Lkw-Maut wird 2026 umfassend reformiert, viele Staaten erhöhen Tarife und stellen auf CO2-basierte Kilometerabrechnung um. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Abkehr vom Dollar: Trumps Politik treibt Kapital nach Europa
21.02.2026

Jahrelang galt der Dollar als sicherer Hafen und US-Aktien als alternativlos. Doch geopolitische Spannungen, Trumps Handelspolitik und ein...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA beflügelt die Wall Street
20.02.2026

Die Wall Street beendete den Handelstag am Freitag mit Gewinnen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Donald Trump...