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Jobs wandern nach Südamerika: Faber-Castell will 130 Stellen in Deutschland streichen

Hohe Kosten und eine schwache Nachfrage: Der fränkische Schreibwarenhersteller will Fertigung nach Südamerika verlagern und dafür Stellen in Bayern streichen. Für die Gewerkschaft IG Metall kommt der Stellenabbau in dieser Größenordnung überraschend.
26.11.2025 14:03
Lesezeit: 1 min
Jobs wandern nach Südamerika: Faber-Castell will 130 Stellen in Deutschland streichen
Der fränkische Schreibwarenhersteller Faber-Castell will 130 Stellen in Deutschland abbauen. (Foto: dpa) Foto: Daniel Karmann

Faber-Castell will 130 Stellen in Deutschland streichen

Der Schreibwarenhersteller Faber-Castell will rund 130 Stellen in Deutschland streichen. Kleinere Fertigungslinien und solche mit geringer Auslastung sollen vom Stammsitz Stein bei Nürnberg sowie vom oberfränkischen Geroldsgrün nach Brasilien und Peru verlagert werden, teilte das Unternehmen mit.

„Die freigewordenen Flächen an den deutschen Standorten sollen für die Erweiterungen der High-End-Linien mit Alleinstellungsmerkmalen und Produktneuheiten genutzt werden“, hieß es. Ziel der Maßnahmen sei es, in Deutschland wettbewerbsfähig und damit profitabel zu bleiben.

US-Zölle und Konsumzurückhaltung als Begründung

Als Gründe für die Sparmaßnahmen gab Faber-Castell Herausforderungen durch den globalen Wettbewerb, US-Zölle sowie eine Konsumzurückhaltung und Veränderungen in der Handelslandschaft an. Auch bei der Verwaltung soll es Einsparungen geben. „Wir werden auch hier unsere Fixkosten weiter senken“, wird der Vorstandsvorsitzende Stefan Leitz in einer Mitteilung zitiert.

„Werden den Prozess sozialverträglich gestalten“

Das Unternehmen kündigte „faire Lösungen“ für alle betroffenen Mitarbeiter an. Der Stellenabbau soll demnach über Altersteilzeit- und Ruhestandsregelungen sowie natürliche Fluktuation erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen sollten bestmöglich vermieden werden, hieß es. Die Umsetzung der Maßnahmen ist bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026/27 geplant.

Größenordnung für Gewerkschaft überraschend

Die Gewerkschaft IG Metall will die geplanten Kürzungen so nicht hinnehmen und sich für eine Prüfung von Alternativen einsetzen, wie die zweite Bevollmächtige für Westmittelfranken, Eva Wohlfahrt, sagte. Die Größenordnung des geplanten Stellenabbaus sei zudem überraschend. „Wir werden dafür kämpfen, dass so wenige Stellen wie möglich wegfallen.“

Das Familienunternehmen Faber-Castell mit Sitz in Stein bei Nürnberg stellt neben hochwertigen Schreibwaren und Zeichengeräten auch Kosmetikprodukte her. Weltweit beschäftigt die Firma nach eigenen Angaben rund 6.200 Menschen, davon rund 1.200 in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2024/25 machte das Unternehmen einen Umsatz von rund 602 Millionen Euro.

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