Politik

NATO-Kommandostruktur wird an Bedrohungslage angepasst

Die NATO ordnet ihre Führung im Norden neu: Zuständigkeiten wandern über den Atlantik. Hinter der Anpassung der NATO-Kommandostruktur steht eine wachsende Bedrohungslage durch Russland und China. Was bedeutet der Wechsel für Europas Verteidigungsplanungen – und reicht er zur Abschreckung aus?
05.12.2025 11:11
Lesezeit: 2 min
NATO-Kommandostruktur wird an Bedrohungslage angepasst
Nato-Hauptquartier in Brüssel: Wegen der Bedrohungslage durch Russland werden die Nato-Kommandostrukturen angepasst (Foto: dpa).

Bedrohungslage: NATO-Kommandostruktur rückt in den Norden

Die NATO stellt angesichts der Bedrohungslage ihre NATO-Kommandostruktur neu auf. Wie der Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Europa ankündigte, geht die Zuständigkeit für die Verteidigungsplanungen für Dänemark, Schweden und Finnland vom Hauptquartier im Brunssum an das in Norfolk in den USA über. Das JFC Norfolk kümmert sich um den Atlantik, die Arktis, Grönland, Island, Norwegen und Großbritannien. Damit rückt die Nato-Kommandostruktur im hohen Norden nach Norfolk.

"Angesichts der weltweiten Koordinierung unserer Gegner ist es unerlässlich, den euro-atlantischen Raum so gut wie möglich zu stärken und unsere Präsenz im hohen Norden zu festigen", sagte General Alexus G. Grynkewich im NATO-Hauptquartier in Mons. Der Umbau der NATO-Kommandostruktur erreiche dies. Norfolk bilde die Brücke zwischen Nordamerika und Europa und verteidige mehr als nur die Seewege.

Abschreckung gegen Russland

Die Hauptquartiere der NATO (JFC) sind unter Führung des Hauptquartiers in Mons für Planung und Ausführung militärischer Operationen zuständig. Im Ernstfall würden von dort aus Streitkräfte geführt, in Friedenszeiten planen die Stäbe Übungen und Abschreckungsmaßnahmen. So greift die Nato-Kommandostruktur im Ernstfall schneller.

Zuletzt passte die NATO als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ihre Verteidigungspläne an. Dabei treibt sie weitere Verteidigungsplanungen voran, weil dem Bündnis auch die Zusammenarbeit Moskaus mit Peking Sorgen macht. "China finanziert Russlands Krieg in der Ukraine", sagte Grynkewich. Er sorge sich, dass Russland irgendwann die Nato auf die Probe stellen könnte. Schon jetzt werde man mit hybriden Angriffen täglich getestet. Unter solchen werden Cyberattacken, aber auch illegale Drohnenflüge und Sabotageakte verstanden.

Zu möglichen Bedrohungen durch China sagte Grynkewich, das Land trete vor allem im hohen Norden aggressiver auf. Es schicke Forschungsschiffe in die Region, die dann unter wissenschaftlichem Deckmantel vermutlich militärische Erkundungen vornähmen. In dieser eisfreien Saison seien Schiffe außerordentlich lange vor der Nordküste Alaskas geblieben. Zudem gebe es gemeinsame Patrouillen mit den Russen.

Neben den Hauptquartieren in Brunssum und Norfolk gibt es noch eines in Neapel, das für den südlichen Bündnisraum zuständig ist. Die Zuständigkeit für Deutschland und die Ostflanke liegt beim JFC Brunssum, während Norfolk die NATO-Kommandostruktur im Nordatlantik stärkt.

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