Finanzen

Goldpreis-Rekordhoch: Streit um Grönland treibt Goldpreis nach oben – folgt der Sprung auf 5.000 US-Dollar?

Der Goldpreis jagt zum Wochenstart auf neue Rekordstände – und auch der Silberpreis zieht rasant nach. Auslöser sind geopolitische Spannungen und Trumps Zoll-Drohungen gegen Europa. Doch wie weit kann diese Edelmetall-Rally noch gehen und folgt bald schon ein weiteres Goldpreis-Rekordhoch?
19.01.2026 08:44
Aktualisiert: 19.01.2026 08:44
Lesezeit: 3 min
Goldpreis-Rekordhoch: Streit um Grönland treibt Goldpreis nach oben – folgt der Sprung auf 5.000 US-Dollar?
Neues Goldpreis-Rekordhoch: Trump-Zölle treiben Kurse der Edelmetall nach oben (Foto: dpa).

Goldpreis-Rekordhoch: Eskalation im Grönland-Konflikt treibt auch Silberpreis auf Allzeithoch

Der Goldpreis und der Silberpreis sind zum Wochenstart erneut kräftig gestiegen – getrieben von einer Eskalation im von den USA ausgelösten Grönland-Konflikt und neuen Zoll-Drohungen aus Washington. Im frühen Handel kletterten beide Edelmetalle auf neue Höchststände. Im asiatischen Handel kam es zu einem neuen Goldpreis-Rekordhoch, das gelbe Edelmetall näherte sich dabei sogar der Marke von 4.700 US-Dollar je Unze.

Konkret stieg der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) in der Nacht auf Montag um bis zu zwei Prozent auf etwas 4.690,79 US-Dollar. Das Niveau konnte der Goldpreis zwar nicht ganz halten, lag aber am Montagmorgen europäischer Zeit mit rund 4.665 US-Dollar immer noch 1,5 Prozent im Plus.

Auch beim Silberpreis kam es zu einem deutlichen Sprung nach oben. Der Silberpreis zog im frühen Handel in der Spitze um bis zu 4,4 Prozent auf den Rekord von 94,12 US-Dollar an und verteuerte sich zuletzt um 3,7 Prozent auf 93,48 US-Dollar. Damit markierte der Markt zugleich ein weiteres Silberpreis-Rekordhoch – und auch das Thema Silberpreis-Rekordhoch bleibt für Anleger derzeit zentral.

Trumps Zoll-Drohung als Preistreiber

Marktteilnehmer begründeten den jüngsten Preisschub bei Goldpreis und Silberpreis vor allem mit der Zoll-Drohung des US-Präsidenten Donald Trump gegen einige europäische Staaten. Im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten.

Trump will die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland den Vereinigten Staaten einverleiben und hatte am Samstag zusätzliche Zölle gegen Deutschland und weitere sieben europäische Nato-Partner angekündigt, um seinen Plan durchzusetzen. Ab dem 1. Februar sollen demnach 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem 1. Juni 25 Prozent.

In der EU wird bereits nach Gegenzöllen gerufen. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmaßnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen. Für die Finanzmärkte erhöht diese Mischung aus geopolitischem Konflikt und handelspolitischer Eskalation die Nervosität – und sie kann unmittelbar auf den Goldkurs wirken.

Goldpreis aktuell: Geopolitik treibt die Nachfrage

Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen in Zeiten politischer Unsicherheiten. Genau deshalb wird der Goldpreis aktuell so stark von der geopolitischen Lage geprägt. Marktbeobachter führen die Dynamik vor allem auf eine robuste Nachfrage nach Absicherung zurück: In Phasen steigender politischer Risiken suchen Investoren häufig Zuflucht in Vermögenswerten, die als wertstabil gelten.

Zum Start der neuen Woche blieb diese Nachfrage hoch – auch weil die geopolitische Lage aus Sicht vieler Marktteilnehmer nicht nur kurzfristige Ausschläge erzeugt, sondern zunehmend als struktureller Risikofaktor wahrgenommen wird. Entsprechend reichte ein weiterer Impuls aus der internationalen Politik, um den Aufwärtstrend beim Goldpreis zu verlängern.

Eine zusätzliche Rolle spielen laut Bericht Erwartungen an sinkende US-Zinsen. Weichere US-Konjunkturdaten und Anzeichen nachlassender Inflation haben diese Spekulationen gestützt. Sinkende Zinsen reduzieren in der Regel die Opportunitätskosten für das Halten von Anlagen ohne laufende Verzinsung – ein Faktor, der sowohl Goldpreis als auch Silberpreis stützen kann.

Silberpreis-Rekordhoch: Industrie-Faktor verstärkt die Bewegung

Parallel setzte auch Silber seinen starken Lauf fort. Der Silberpreis profitiert derzeit nicht nur von seinem Status als Edelmetall, sondern zugleich von seiner industriellen Bedeutung. Silber ist ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

Diese „Doppelfunktion“ kann die Preisbewegungen verstärken – sowohl nach oben als auch nach unten – weil sich Investmentflüsse und industrielle Erwartungen überlagern. Entsprechend fällt der Sprung auf ein Silberpreis-Rekordhoch besonders dynamisch aus, während der Goldpreis eher als klassisches Sicherheitsmetall wahrgenommen wird.

Goldpreis-Rekordhoch und starke Jahresbilanz

Im neuen Jahr hat sich Gold hauptsächlich wegen der vielen geopolitischen Krisenherde wie der sich zuspitzenden Lage im Iran bereits um mehr als acht Prozent verteuert. Das gelbe Edelmetall war bereits im vergangenen Jahr eine der gefragtesten Anlageklassen. Der Preis war um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr.

Bei Silber war das Jahresplus 2025 mit fast 150 Prozent noch deutlich höher; im laufenden Jahr ging es bereits um weitere 30 Prozent nach oben. Während der Preis für Gold seit etwa einem halben Jahr kontinuierlich gestiegen ist, hat der Höhenflug beim Silber seit Anfang Dezember deutlich an Tempo gewonnen. Damit rückt nicht nur das nächste Goldpreis-Rekordhoch stärker in den Fokus, sondern auch das nächste Silberpreis-Rekordhoch bleibt ein zentrales Thema.

Goldpreis-Prognose: Kommt der Sprung Richtung 5.000 US-Dollar?

Zuletzt konsolidierten die Edelmetalle, Gewinnmitnahmen verhagelten den Wochenschluss. Platin, Palladium und nicht zuletzt Silber gingen in die Knie. Der Goldpreis zog sich dabei noch recht achtbar aus der Affäre und beendete die Handelswoche im Bereich von 4.600 US-Dollar. Doch angesichts der Entwicklungen vom Wochenende dürfte das Ganze von untergeordneter Bedeutung sein.

Die aktuelle Gemengelage aus Strafzöllen, Geopolitik und Zentralbankkäufen bleibt aus Sicht vieler Beobachter der zentrale Treiber. Die immensen Goldkäufe der Zentralbanken sind ein maßgeblicher Preistreiber für Gold. Sollte sich dieser Trend fortsetzen und sich die Gold-ETF-Käufe angesichts des eskalierten Grönland-Konflikts weiter verstärken, könnte das die Entwicklung des Goldpreises maßgeblich befeuern und dem Edelmetall einen Schub in Richtung 5.000 US-Dollar geben.

Damit bleibt die Goldpreis-Prognose eng verknüpft mit der Frage: Wie reagieren die Märkte auf die Eskalation? Für Anleger ist der Goldpreis aktuell vor allem ein Gradmesser dafür, wie stark Unsicherheit und Risikoaversion die Kapitalströme beeinflussen – und ob der Goldkurs weiter nach oben gedrückt wird.

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