Politik

Israelische Medien: USA könnten Iran in Stunden oder Tagen angreifen

Ein israelischer Medienbericht warnt vor einem unmittelbar bevorstehenden US-Angriff auf Iran. Militärische Vorbereitungen, europäische Positionswechsel und steigende Ölpreise deuten auf eine gefährliche Eskalation hin. Der folgende Bericht zeigt, warum die Iran-Krise in eine entscheidende Phase eintritt.
02.02.2026 12:21
Lesezeit: 6 min
Israelische Medien: USA könnten Iran in Stunden oder Tagen angreifen
Die straße von Hormus ist essentiell für die Schifffahrt. (Foto: dpa) Foto: -

Militärische Vorbereitungen erreichen kritische Phase

„Sollten die USA Iran nicht bereits während des Schreibens dieser Zeilen angreifen, ist es wahrscheinlich, dass dies innerhalb weniger Stunden oder Tage geschieht.“ Mit diesem Satz eröffnet das israelische Medium Maariv seinen Bericht über die Lage rund um Iran. Die Krise nähert sich einer Endphase. Iran plante für Sonntag Militärmanöver in der Straße von Hormus, was den Schiffsverkehr erheblich beeinflusste. Gleichzeitig ist das US-Militär sowohl in der Luft als auch zur See in erhöhter Bereitschaft. In den vergangenen Tagen trafen weitere amerikanische Kriegsschiffe, Tankflugzeuge und Kampfflugzeuge in der Region ein.

Maariv betont zudem, dass sich die USA und Israel auf einen umfassenderen regionalen Konflikt vorbereiten. Ziel seien nicht nur iranische Einrichtungen, sondern auch verbündete Milizen und Stellvertreter. Israel erklärt zwar, dass es Iran nicht angreifen werde und sich vom Konflikt distanzieren wolle, gleichzeitig werde jedoch nicht zugelassen, dass Iran Raketenangriffe auf Israel durchführt.

Europa rückt näher an Washington

Nach Einschätzungen von Nichtregierungsorganisationen und Medien lag die Zahl der Todesopfer bei den Protesten im Januar zwischen rund 6.000 bestätigten Todesfällen nach Angaben der Organisation HRANA und mehreren Zehntausend nach unabhängigen Schätzungen. Diese große Spannbreite verdeutlicht die Lage im Land. Die iranischen Behörden verhängten während der Proteste einen weitreichenden Internetausfall. Dadurch wurde eine zeitnahe Überprüfung der Ereignisse unmöglich gemacht und die internationale Reaktion verzögert. Erst nach der Aufhebung der Beschränkungen und der Veröffentlichung von Videos über Gewaltakte nahm der internationale Druck deutlich zu. Auch in Europa.

Nach wochenlangem internen Widerstand beschloss die Europäische Union, die Iranische Revolutionsgarde IRGC auf die Liste terroristischer Organisationen zu setzen. Frankreich, Italien und Spanien hatten zunächst davor gewarnt, dass ein solcher Schritt die letzten diplomatischen Kanäle nach Teheran schließen und die Atomgespräche gefährden könnte. Die politischen Kosten des Zögerns wurden jedoch zu hoch. Nachdem Italien und Spanien ihre Haltung änderten, wollte Paris nicht isoliert bleiben. Die Entscheidung der EU sendete ein klares Signal. Europa rückte in dieser Phase näher an Washington heran.

Ölpreis reagiert auf Eskalationsrisiko

Washington erhöhte parallel den Druck mit einer doppelten Botschaft. US-Präsident Donald Trump drohte Iran öffentlich mit militärischen Angriffen, sollte kein neues Atomabkommen zustande kommen. Gleichzeitig erklärte er seine Gesprächsbereitschaft gegenüber Teheran. Zusätzliche US-Kriegsschiffe wurden in die Region entsandt. Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte, das Militär sei bereit, jede Entscheidung des Präsidenten umzusetzen.

Der Brent-Ölpreis stieg erstmals seit Juli über 70 US-Dollar pro Barrel und legte innerhalb weniger Tage um mehr als drei Prozent zu. Analysten erklärten, dass es sich nicht um eine klassische Reaktion auf Angebot und Nachfrage handele, sondern um die Einpreisung eines Konfliktrisikos. Nach Einschätzung von Citigroup erhöhte allein die Möglichkeit eines Angriffs auf Iran den Ölpreis um etwa drei bis vier US-Dollar pro Barrel.

Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Preisanstieg durch Irans Ankündigung, in der Straße von Hormus besagte Marineübung mit scharfer Munition durchzuführen. Diese Meerenge zählt zu den wichtigsten Energieknotenpunkten der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Ölexports passiert den schmalen Seeweg zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel. Eine Blockade oder schwerwiegende Störung hätte unmittelbare weltweite Folgen.

Bloomberg weist zudem darauf hin, dass sich Trumps militärische Optionen schneller ausweiten als seine politischen Zielsetzungen. Die Ankunft der Flugzeugträgerkampfgruppe Abraham Lincoln ermöglicht es den USA, auch ohne direkte Unterstützung regionaler Verbündeter Angriffe durchzuführen. Diese zeigen sich gegenüber einer Eskalation zurückhaltend. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate machten deutlich, dass sie sich nicht an Angriffen beteiligen wollen, die sie selbst zum Ziel iranischer Vergeltungsschläge machen könnten.

Countdown am Persischen Golf

Die Iran-Krise entwickelt sich zu einem globalen Risikofaktor mit unmittelbaren Auswirkungen auf Energiemärkte, Sicherheitsarchitektur und transatlantische Beziehungen. Die militärische Zuspitzung im Persischen Golf, die Positionsverschiebung Europas und die wachsende Nervosität an den Rohstoffmärkten zeigen, wie eng regionale Konflikte mit globaler Stabilität verknüpft sind. Für Europa bedeutet eine Eskalation nicht nur steigende Energiepreise, sondern auch eine erneute strategische Abhängigkeit von Entscheidungen in Washington.

Die Warnungen vor einem bevorstehenden US-Angriff auf Iran verdichten sich. Ob es zu einem Angriff kommt oder ob die Eskalation als Druckmittel für neue Verhandlungen dient, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass die geopolitischen Risiken in der Region so hoch sind wie seit Jahren nicht mehr.

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