Technologie

Elektronische Patientenakte spärlich genutzt: Gesundheitsministerin will ePA attraktiver machen

Gesundheitsministerin Nina Warken weiß, dass bisher nur ein Bruchteil der gesetzlich Versicherten die sogenannte ePA aktiv nutzen. Sie will das Angebot mit neuen Anwendungen attraktiver machen.
15.02.2026 07:32
Lesezeit: 2 min
Elektronische Patientenakte spärlich genutzt: Gesundheitsministerin will ePA attraktiver machen
Nina Warken (CDU), Bundesministerin für Gesundheit, spricht während der Vorstellung der Digitalisierungsstrategie Gesundheit und Pflege im Bundesministerium für Gesundheit. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Gollnow

Elektronische Patientenakte soll nützlicher werden

Die bisher spärlich genutzte elektronische Patientenakte soll nach Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken für Versicherte leichter zugänglich und nützlicher werden. Die nächsten Ziele: niedrigere Hürden beim Einloggen, digitale Hilfen bei der Gabe von Arzneien und Terminerinnerungen für Versicherte. Dies ist Teil einer "Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege", die die CDU-Politikerin in Berlin vorstellte.

Die elektronische Patientenakte, genannt ePA, wurde für die allermeisten der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten zwar schon vor mehr als einem Jahr angelegt. Seit Oktober ist es für Ärztinnen und Ärzte verpflichtend, wichtige Daten einzutragen. Laut Gesundheitsministerium nutzen bisher aber nur 4 Millionen Versicherte die Patientenakte aktiv. Nach Warkens Plänen sollen es bis 2030 rund 20 Millionen sein.

ePA bisher vorwiegend für Kranke praktisch

"Bislang ist es ja so, dass die ePA besonders Sinn macht für Patientinnen und Patienten mit einer Krankheitsgeschichte, zum Beispiel mit vielen Befunden und Arztbesuchen", sagte Warken. "Wir wollen aber auch die aktive Nutzung der ePA für alle haben, wir wollen sie für alle Versicherten attraktiv machen." Dazu brauche es weitere Anwendungen mit einem konkreten Mehrwert.

Als Beispiel nannte sie die "digitale Ersteinschätzung", die künftig der Schlüssel beim Zugang zum Facharzt werden soll: Per App könnten sich zum Beispiel Versicherte selbst durch einen Fragebogen klicken, die Info könnte in der Patientenakte hinterlegt werden. Danach wäre die Buchung eines Arzttermins möglich.

KI für weniger Papierkram

Die Digitalisierungsstrategie soll auch einen Rahmen setzen, wie Künstliche Intelligenz die Behandlung von Krankheiten verbessern und Gesundheitspersonal unterstützen soll. Stichwort ist dabei KI-gestützte Dokumentation. Sie soll die Fachkräfte von Papierkram entlasten. Warkens Ziel: "Bis 2028 zielt die weiterentwickelte Strategie daher auf eine aktive Nutzung KI-gestützter Dokumentation in über 70 Prozent der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen."

Weiterer Punkt ist die gezielte Nutzung von Gesundheitsdaten aus den elektronischen Patientenakten zur Forschung. Dafür wurde im vergangenen Jahr das sogenannte Forschungsdatenzentrum Gesundheit gegründet, abgekürzt FDZ. Allein bis Ende dieses Jahres sollen dazu schon 300 Forschungsvorhaben angestoßen oder gestartet werden.

Ziel: Weniger Pannen beim eRezept

Darüber hinaus sollen Dienstleistungen wie das elektronische Rezept künftig stabiler laufen. Die Gematik, die das System im Auftrag des Bunds betreibt, soll mehr "Durchgriffsrechte" bekommen. Insgesamt soll es weniger Komponenten geben, damit das System weniger störanfällig wird, wie Warken sagte.

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