Politik

Schulfach Wiederbelebung: DRK-Präsident für Training an Schulen

Krisenfestigkeit wird zu eng gedacht, findet Hermann Gröhe. Der DRK-Chef und ehemalige Bundesgesundheitsminister fordert aber nicht nur mehr Geld für den Bevölkerungsschutz.
19.02.2026 07:33
Lesezeit: 1 min
Schulfach Wiederbelebung: DRK-Präsident für Training an Schulen
"Wir müssen aufpassen, dass wir die Verteidigungsfähigkeit nicht ausschließlich militärisch verstehen. Damit allein machen wir die Gesellschaft nicht krisenfest", mahnte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. (Foto: dpa) Foto: Britta Pedersen

DRK-Präsident: Wiederbelebungsmaßnahmen an Schulen üben

DRK-Präsident Hermann Gröhe spricht sich für das Üben von Wiederbelebungsmaßnahmen an Schulen aus. "Es würde enorm helfen, wenn einmal pro Schuljahr für zwei Stunden die Wiederbelebung geübt wird", sagte Gröhe den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. "Wer das in seiner Schulzeit regelmäßig gemacht hat, vergisst das ein Leben lang nicht mehr und kann die Erfahrung an andere weitergeben."

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister und einstige CDU-Generalsekretär kritisierte das fehlende Wissen in der Gesellschaft, um Menschen bei einem Herzstillstand zu helfen. "Mit einer Herzdruckmassage könnten Umstehende leicht helfen. Doch viele Menschen trauen sich nicht, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Obwohl eine Person dabei ist zu sterben, haben sie Angst, jemandem eine Rippe zu brechen."

Verteidigungsfähigkeit nicht nur militärisch sehen

Beim Ausbau der Verteidigungsfähigkeit in Deutschland fordert Gröhe einen Ansatz über das Militärische hinaus. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Verteidigungsfähigkeit nicht ausschließlich militärisch verstehen. Damit allein machen wir die Gesellschaft nicht krisenfest", mahnte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. Gelder aus dem sogenannten Sondervermögen sollten daher auch umfassend für den Bevölkerungsschutz eingesetzt werden. Notwendig sei etwa ein "Netz wirklich krisenfester Krankenhäuser".

Gröhe verwies zudem darauf, dass sich die Politik schon vor mehr als sechs Jahren vorgenommen habe, sogenannte mobile Betreuungsmodule anzuschaffen. "Das können Sie sich wie eine bewegliche Kleinstadt vorstellen, die im Krisenfall bis zu 5.000 Menschen versorgen und unterbringen kann", beschrieb der DRK-Präsident die Pläne. Zehn solcher Einrichtungen habe man geplant, eineinhalb gebe es. "Das ist nicht hinnehmbar", kritisierte Gröhe. Eine Einheit koste 35 Millionen Euro, insgesamt wären es 350 Millionen Euro. "Gemessen an den hohen Beträgen, die für die militärische Verteidigung ausgegeben wird, ist das nicht viel Geld. Wir brauchen im Bevölkerungsschutz einen wirklichen Kraftakt", forderte Gröhe.

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